Simon Whitlock (* 3. März 1969 in Cessnock, New South Wales) ist ein australischer Dartspieler der Professional Darts Corporation (PDC). Sein Spitzname lautet The Wizard (dt.: ‚Der Zauberer‘). Dieser symbolisiert sowohl sein Erscheinungsbild, als auch seine häufig ungewöhnlichen Finishwege. Einlaufmusik bei Turnierauftritten ist Down Under von Men at Work.
Karriere 2002–2009: Anfänge und BDO-WM-Finale Im Oktober 2002 gewann Whitlock mit den Australian Masters sein erstes World Darts Federation (WDF)-Turnier. Wenig später qualifizierte er sich über das Oceanic Masters für die PDC World Darts Championship 2003. Dort erreichte er nach Siegen über Paul Williams und Peter Manley die dritte Runde. Dort schied er allerdings gegen den Waliser Richie Burnett aus. Trotz dieses Erfolges wechselte er Ende 2003 überraschend zum konkurrierenden Dartverband British Darts Organisation (BDO), da in Australien wesentlich mehr BDO- als PDC-Turniere ausgetragen werden.
In seinen ersten richtigen BDO-Jahren gelangen Whitlock bereits mehrere Titel. Unter anderem bei den Australian Masters, Australian Grand Masters und Pacific Masters konnte sich The Wizard durchsetzen. Bei seinem ersten BDO-Major, dem World Masters 2004, schied er jedoch nach einem Sieg aus.
Zwei Monate später stieß er bis ins Halbfinale der BDO World Darts Championship 2005 vor. Dort verlor er aber deutlich mit 0:5 Sätzen gegen Martin Adams. Des Weiteren erreichte er 2005 und 2006 das Halbfinale der International Darts League (Niederlagen gegen Mervyn King und Raymond van Barneveld), einem BDO-Turnier, bei dem bis 2008 auch PDC-Spieler antraten. Zuvor bezwang er im Viertelfinale Phil Taylor in einem spannenden Match knapp mit 6:5 Sätzen. Bei der BDO World Darts Championship 2006 schied Whitlock jedoch bereits in der zweiten Runde aus.
Im Jahr 2007 spielte Whitlock dann vermehrt die Pro Tour des Australian Grand Prix, einer Non-UK Affiliate Tour der PDC. Dabei konnte er insgesamt acht Turniere gewinnen. Folglich kamen gegen Ende 2007 kamen erste Gerüchte einer Rückkehr zur PDC auf. Dennoch entschied sich Whitlock vorerst für einen Verbleib bei der British Darts Organisation (BDO). 2008 bestritt er eine weitere Weltmeisterschaft für die BDO. In den ersten beiden Runden schlug er Edwin Max und Fabian Roosenbrand, ehe er im Viertelfinale den früheren BDO-Weltmeister Ted Hankey sensationell mit 5:0 Sätzen schlug. Im Halbfinale bezwang er den Engländer Brian Woods. Dadurch konnte Whitlock zum ersten Mal das Finale einer Dart-Weltmeisterschaft erreichen. In einem hochklassigen Finale unterlag er Mark Webster mit 5:7.
Im Jahr 2008 gewann Whitlock dann wieder mehrere BDO-Turniere in Down Under. Als WM-Finalist durfte Whitlock außerdem beim neu geschaffenen Grand Slam of Darts 2008 teilnehmen. Dort setzte er sich nach Siegen über Brian Woods und Andy Hamilton als Gruppensieger durch und zog ins Achtelfinale ein. Dort gewann er noch mit 10:8 gegen Andy Jenkins, bevor er im Viertelfinale vom Turniersieger Phil Taylor gestoppt wurde.
Anfang 2009 spielte Whitlock seine letzte BDO-Weltmeisterschaft. Dort schied er im Achtelfinale gegen Darryl Fitton aus.
2009–2011: PDC-WM-Finale und rasanter Aufstieg in der Order of Merit Im März 2009 gab er seine Rückkehr zur Professional Darts Corporation (PDC) bekannt. Auf der AGP Pro Tour gewann Whitlock erneut mehrere Turniere und nahm außerdem an zwei Players Championships so wie dem Las Vegas Desert Classic 2009 teil.
Beim Grand Slam of Darts 2009 wurde Whitlock diesmal sogar ungeschlagen Gruppensieger, wofür er gegen Wayne Mardle, Scott Waites und Ted Hankey gewann. Im Achtelfinale setzte er sich dann deutlich mit 10:1 gegen Steve Beaton durch, bevor er im Viertelfinale erneut auf Scott Waites traf und diesmal mit 13:16 verlor.
Als Sieger der AGP Pro Tour qualifizierte sich Whitlock für die PDC World Darts Championship 2010. In der ersten Runde der WM schlug er Colin Osborne mit 3:1. Im weiteren Verlauf schlug er Wayne Jones und Terry Jenkins. Im Viertelfinale konnte er auch den Weltranglistendritten James Wade mit 5:3 bezwingen. Im anschließenden Halbfinale kam es zum Wiedersehen mit Raymond van Barneveld. In einem hochdramatischen Spiel konnte sich Whitlock den elften und letzten Satz mit 3:1 Legs sichern und bezwang Barneveld mit 6:5 Sätzen. Damit zog er als erster Australier ins Finale der PDC World Darts Championship ein. Dort unterlag er jedoch dem nun 16-fachen Weltmeister Phil Taylor mit 3:7 und wurde somit zum Vizeweltmeister 2010. Damit sicherte er sich ein Preisgeld von 100.000 Pfund und war endgültig auf dem PDC Circuit angekommen.
Nach seinem WM-Finale wurde Whitlock ebenfalls für die Premier League Darts 2010 nominiert. Dort schloss er die Tabelle auf dem zweiten Platz ab. Im anschließenden Halbfinale verlor Whitlock mit 6:8 gegen James Wade auch das Spiel um Platz 3 gegen Mervyn King konnte er nicht gewinnen.
Auf der folgenden PDC Pro Tour erreichte Whitlock insgesamt zehn Mal das Finale. Davon konnte er sechs Finals gewinnen.
Auch bei den Majors war Whitlock sofort erfolgreich. Bei den UK Open 2010 kam Whitlock ins Achtelfinale. Seine erste Teilnahme am World Matchplay endete nach Siegen über Tony Eccles, Steve Brown und Jelle Klaasen sogar erst im Halbfinale, in dem er deutlich mit 4:17 an Phil Taylor scheiterte. Bei der anschließenden European Darts Championship war Whitlock bereits als Nummer 12 der PDC Order of Merit gesetzt. Er schied in der zweiten Runde gegen Terry Jenkins aus.
Auch beim World Grand Prix kam Whitlock, nun als Nummer 6 der Welt, in die zweite Runde. Beim Grand Slam of Darts allerdings schied Whitlock erstmals jedoch bereits in der Gruppenphase aus, nachdem er gegen Dave Chisnall, Colin Osborne und Robert Thornton verlor.
Beim erstmals ausgetragenen World Cup of Darts 2010 durfte Whitlock zusammen mit Paul Nicholson sein Heimatland Australien vertreten. Die beiden zogen bis ins Halbfinale ein, in dem sie gegen Wales verloren.
Bei der PDC World Darts Championship 2011 war Whitlock als Nummer 4 der Welt gesetzt und konnte er nach Siegen über Steve Evans (3:0) und Denis Ovens (4:0) das Achtelfinale erreichen, das er jedoch mit 2:4 gegen Vincent van der Voort verlor.
Auf der PDC Pro Tour 2011 konnte Whitlock zwar nicht ins Finale einziehen, glänzte jedoch mit zwei Nine Dart Finishes. Auch bei der PDC Championship League Darts 2011 spielte er einen Neun-Darter (gegen Jamie Caven).Simon Whitlock auf 9-darter.de Bei der Premier League Darts durfte er wieder teilnehmen und schloss diesmal auf Platz 6 ab, was nicht reichte, um sich für die Play-offs zu qualifizieren.
Beim World Matchplay im Juni 2011 gewann Whitlock zunächst mit 10:7 gegen Peter Wright, bevor ihm im Achtelfinale gegen Denis Ovens ein Kantersieg von 13:1 gelang. Erst im Viertelfinale schied er in der Verlängerung gegen Adrian Lewis aus. Bei der anschließenden European Darts Championship kam Whitlock sogar noch eine Runde weiter und scheiterte erst im Halbfinale an Turniersieger Phil Taylor.
Beim World Grand Prix hingegen schied Whitlock bereits in Runde 2 aus. Dafür wurde er Gruppensieger der Gruppe 6 bei der Championship League Darts und warf auch hier einen 9-Darter, bevor er in der Winners Group ausschied.
Bei der PDC World Darts Championship 2012 dann erreichte der Australier das Halbfinale, das er jedoch mit 5:6 sets gegen Andy Hamilton verlor und das zweite Finale bei der PDC-Weltmeisterschaft nach einem hochdramatischen Match, in dem er bereits mit 5:3 sets in Führung lag, knapp verpasste.
2012–2013: Erster Major-Titel und Platz 3 der Welt Dafür erreichte Whitlock beim World Cup of Darts 2012 an der Seite von Paul Nicholson das Finale gegen England, das beim Stand von 3:3 in ein entscheidendes Sudden-Death-Leg ging. Nachdem Nicholson und Taylor beide zwei Matchdarts zum Titel ausgelassen hatten, hatte Whitlock seinerseits die Chance zum Titelgewinn. Er verpasste jedoch auch zwei Matchdarts, Adrian Lewis traf das Doppel und England gewann den World Cup of Darts.
Bei den Austrian Darts Open warf Whitlock seinen ersten 9-Darter vor Publikum. Dies wiederholte er einen Monat später im Halbfinale der Premier League Darts, für das er sich als Tabellenzweiter qualifiziert hatte. Gegen Andy Hamilton warf er zwei 180er, bevor er die 141 über Triple 20, Triple 15 und Doppel 18 zum 1:1 checkte.NINE-DARTER! | Simon Whitlock v Andy Hamilton! abgerufen am 23. Februar 2021 Das Spiel gewann er ebenfalls mit 8:6 und zog damit erstmals in ein Premier-League-Finale ein. Dort traf er auf Phil Taylor und musste sich wie schon im WM-Finale 2010 gegen ihn geschlagen geben, dieses Mal mit 7:10 in Legs.
Bei der German Darts Championship 2012 erreichte Whitlock erstmals ein Halbfinale auf der European Darts Tour. Beim World Matchplay hingegen schied er in der ersten Runde gegen Michael van Gerwen aus.
Am 16. September 2012 gewann Whitlock in Barnsley ein Players Championship und feierte damit seinen ersten Turniererfolg seit fast zwei Jahren., abgerufen am 5. Oktober 2012. Bei den in der darauffolgenden Woche stattfindenden European Darts Championship in Mülheim an der Ruhr erreichte er nach Erfolgen über Mark Walsh (6:2), Dave Chisnall (10:5), Colin Lloyd (10:7) und dem Belgier Kim Huybrechts (11:9) wieder ein Major-Finale. In jenem konnte er sich mit 11:5 gegen Wes Newton durchsetzen und seinen ersten großen Titel, verbunden mit einem Preisgeld von 50.000 £, gewinnen., abgerufen am 5. Oktober 2012. Im weiteren Saisonverlauf schied Whitlock beim World Grand Prix 2012 in der ersten Runde (1:2 gegen Justin Pipe) aus., abgerufen am 21. April 2013. Es folgte der Sieg beim mit £15.000 für den Gewinner dotierten Dutch Darts Masters durch einen 6:1-Erfolg im Finale über Paul Nicholson., abgerufen am 21. April 2013. Durch den Sieg in Gruppe 5 bei den Championship League Darts 2012 qualifizierte sich Simon Whitlock für die sogenannte Winners Group, in welcher er Dritter wurde und sich schließlich im Finale Phil Taylor mit 4:6 geschlagen geben musste., abgerufen am 21. April 2013. Anfang November gewann Whitlock erneut eines der Players Championships., abgerufen am 21. April 2013. Beim Grand Slam of Darts 2012 schied Simon trotz zweier Siege unglücklich in der Gruppenphase aus., abgerufen am 21. April 2013. Im letzten Major-Turnier vor der Weltmeisterschaft, den Players Championship Finals, zeigte sich Whitlock erneut in guter Form und erreichte das Halbfinale, wo er einmal mehr chancenlos gegen den späteren Turniersieger Phil Taylor war (2:11)., abgerufen am 21. April 2013. Bei der PDC World Darts Championship 2013 siegte Whitlock gegen Haruki Muramatsu (3:0), Colin Osborne (4:0), sowie Dave Chisnall (4:3) und konnte so in das Viertelfinale einziehen, wo er Raymond van Barneveld 1:5 unterlag., abgerufen am 21. April 2013.