Diese Liste der Mitglieder des Parteivorstandes der SED umfasst den Zeitraum von der Zwangsvereinigung von SPD und KPD zur SED 1946 bis 1950. Auf dem III. Parteitag der SED 1950 wurde erstmals ein Zentralkomitee nach sowjetischem Vorbild gewählt, das den bisher amtierenden Parteivorstand ersetzte.

Zusammensetzung des Parteivorstandes zwischen I. und II. Parteitag der SED Der Vorstand wurde auf dem Vereinigungsparteitag am 21. und 22. April 1946 gewählt. Er ist als Vorläufer des späteren Politbüros und des ZK der SED anzusehen.

Zentralsekretariat Die Arbeitsaufteilung wurde auf der 1. Tagung des Parteivorstandes der SED am 23. April 1946 festgelegt.

Mitglied des Sekretariats geleitete Abteilungen Aufenthalt während des 2. Weltkriegs Bemerkungen (KPD) AgitationKulturWerbung und SchulungSportVolksbildung Moskaukader, NKFD-Mitglied (KPD) KaderJugendParteiorgane Westemigrant, KZ-Insasse (SPD) Staats- und RechtsfragenJugendWirtschaft KZ-Insasse (SPD) Finanzverwaltung und ParteibetriebeKaderParteiorganeGeschäftsabteilung innerdeutscher sozialdemokratischer Widerstand (SPD) Allgemeine Politik innerdeutscher, sozialdemokratischer Widerstand (SPD) Finanzverwaltung und ParteibetriebeGeschäftsabteilung (SPD) Frauen innerdeutscher, sozialdemokratischer Widerstand (SPD) GesundheitspolitikArbeit und Sozialfürsorge innerdeutscher sozialdemokratischer Widerstand (KPD) Vorsitzender des SED-Landesverbandes von Großberlin Moskaukader, NKFD-Mitglied (SPD) AgitationKulturSportVolksbildung innerdeutscher, sozialdemokratischer Widerstand (KPD) GesundheitspolitikArbeit und SozialfürsorgeLandwirtschaft Westemigrant zur Zeit der Wahl noch in Mexiko (KPD) Allgemeine Politik Moskaukader, NKFD-Mitglied (KPD) Frauen Moskaukader, NKFD-Mitglied (KPD) SicherheitsfragenStaats- und RechtsfragenWirtschaft Moskaukader, NKFD-Mitglied

Übriger Vorstand Name vorherige Partei Landesverband Aufenthalt während des 2. Weltkriegs Bemerkungen KPD Berlin Moskaukader, NKFD-Mitglied SPD Berlin in Berlin berufstätig KPD Berlin Moskaukader, NKFD-Mitglied KPD Provinz Sachsen KPD Westzonen; Mannheim Wehrmachtsangehöriger SPD Provinz Sachsen Luftschutzpolizei SPD Westzonen; Hildesheim SPD Westzonen; Kiel SPD Westzonen; Braunschweig KPD Westzonen; Stuttgart KZ-Insasse SPD Sachsen Zuchthausinsasse KPD Mecklenburg Moskaukader, NKFD-Mitglied SPD Brandenburg berufstätig KPD Thüringen Zuchthausinsasse SPD Mecklenburg Wehrmacht, dienstverpflichtet KPD Westzonen; Frankfurt am Main Westemigrant (Schweiz) SPD Sachsen berufstätig SPD Berlin berufstätig KPD Westzonen; Hamburg Moskaukader, NKFD-Mitglied KPD Westzonen; Frankfurt am Main SPD Westzonen; Flensburg Mandatsniederlegung im August 1946 SPD Sachsen SPD Berlin Strafbataillon 999, amerikanisches Kriegsgefangenschaft SPD Thüringen berufstätig KPD Berlin Zuchthausinsasse KPD Berlin berufstätig, Zuchthausinsasse SPD Mecklenburg berufstätig, Westemigrant (Dänemark, Schweden) im Juli 1946 von den Sowjets verhaftetKarl Wilhelm Fricke: . S. 5. SPD Provinz Sachsen KPD Berlin Wehrmachtsangehöriger, Moskaukader, NKFD-Mitglied KPD Provinz Sachsen Moskaukader, NKFD-Mitglied KPD Sachsen Westemigrant (England) KPD Sachsen KZ-Insassin SPD Berlin berufstätig KPD Sachsen KZ-Insasse KPD Thüringen berufstätig SPD Berlin KZ-Insasse KPD Berlin Moskaukader, NKFD-Mitglied SPD Sachsen KPD Westzonen; Ruhrgebiet Zuchthausinsassin SPD Mecklenburg berufstätig SPD Westzonen; Rheinland KPD Westzonen; Hannover KZ-Insasse KPD Westzonen; Saarbrücken Internierter, Westemigrant (Frankreich) KPD Westzonen; Düsseldorf berufstätig, Zuchthausinsasse SPD Provinz Sachsen Wehrmachtsangehöriger, Kriegsgefangener KPD Westzonen; Ruhrgebiet KZ-Insasse KPD Berlin Zuchthausinsassin KPD Brandenburg berufstätig KPD Berlin berufstätig SPD Thüringen berufstätig, KZ-Insassin KPD Brandenburg Zuchthaus- und KZ-Insasse SPD Westzonen; Heidelberg Februar 1947 Parteiaustritt SPD Berlin berufstätig, Zuchthausinsasse KPD Berlin Zuchthausinsasse KPD Westzonen; Bremen Zuchthausinsasse KPD Westzonen; München Westemigrant (Schweiz) SPD Brandenburg berufstätig SPD Westzonen; Essen SPD Sachsen berufstätig, KZ-Insasse SPD Thüringen Wehrmachtsangehöriger, amerik. Kriegsgefangenschaft KPD Berlin Moskaukader, NKFD-Mitglied KPD Mecklenburg KZ-Insasse SPD Brandenburg dienstverpflichtet, KZ-Insasse SPD Berlin SPD Berlin berufstätig KPD Westzonen; Köln

Zusammensetzung des Parteivorstandes zwischen dem II. und III. Parteitag der SED Der Vorstand wurde auf dem II. Parteitag vom 20. bis zum 24. September 1947 gewählt.

Zentralsekretariat Die Arbeitsaufteilung wurde auf der 1. Tagung des Parteivorstandes der SED am 25. September 1947 festgelegt.

Mitglied des Sekretariats geleitete Abteilungen Bemerkungen (KPD) AgitationKulturWerbung und SchulungSportVolksbildung (KPD) Finanzverwaltung und Parteibetriebe (SPD) Aufnahme in das ZS mit Beschluss des ZS vom 9. November 1948 (KPD) KaderJugendParteiorgane (SPD) (SPD) Staats- und RechtsfragenJugendWirtschaft (SPD) Finanzverwaltung und ParteibetriebeKaderParteiorganeGeschäftsabteilung Flucht in die Westzone am 28. Oktober 1948 (SPD) Allgemeine Politik (SPD) Allgemeine Politik als Nachfolger von Hermann Matern am 18. Oktober kooptiert (SPD) Finanzverwaltung und ParteibetriebeGeschäftsabteilung (SPD) Frauen (KPD) Aufnahme in das ZS mit Beschluss des ZS vom 9. November 1948 (SPD) GesundheitspolitikArbeit und Sozialfürsorge (KPD) Vorsitzender des SED-Landesverbandes von Groß-Berlin am 18. Oktober 1948 ausgeschieden, Wahl zum Vorsitzenden der ZPKK (SPD) AgitationKulturSportVolksbildung (KPD) GesundheitspolitikArbeit und SozialfürsorgeLandwirtschaft (KPD) Allgemeine Politik (KPD) Frauen (KPD) SicherheitsfragenStaats- und RechtsfragenWirtschaft

Politbüro Das Politbüro wurde durch Beschluss des Parteivorstands auf der 16. Sitzung des Parteivorstandes vom 24. Januar 1949 geschaffen. Es wurde anfangs auch Politisches Büro genannt. An den Beratungen des Politbüros nahmen ab Februar 1950 auch Rudolf Herrnstadt, Chefredakteur des Neuen Deutschlands, und Herbert Warnke, Vorsitzender des FDGB-Bundesvorstands teil. Außerdem wurde am 24. Januar 1949 ein „kleines Sekretariat“ gegründet, das dem Politbüro zuarbeiten sollte und die Arbeit der SED umsetzen sollte. Das kleine Sekretariat wurde im November 1949 einfach „Sekretariat“ genannt. Mitglieder Mitglied des Politbüros Funktionen bzw. Verantwortungen Verbindung mit dem WestenPersonalpolitik Ko-Vorsitzender der SEDLeitung der Zeitschrift EinheitFrauenParteikontrollkommission Arbeit und SozialesJustiz Landwirtschaft Ko-Vorsitzender der SEDPresseJugendinternationale Verbindungen Leitung des Kleinen SekretariatsOrganisationsabteilungstaatliche und kommunale VerwaltungZentrale Kommission für Staatliche KontrolleWirtschaftRedaktion Neuer Weg

Kandidaten Kandidat des Politbüros Funktionen bzw. Verantwortungen Bemerkungen KulturParteischulung mit Beschluss der 34. Vorstandstagung im Juli 1949 in den Parteivorstand kooptiert und zum Kandidaten gewählt staatliche und kommunale Fragen im Februar 1950 in den Vorstand kooptiert, ab März 1950 Kandidat

Kleines Sekretariat des Politbüros Mitglied des Sekretariats geleitete Abteilungen Bemerkungen mit Beschluss der 21. Vorstandstagung im Februar 1948 in den Parteivorstand kooptiert; ab März 1950 im kleinen Sekretariat Agitation ab Oktober 1949 Finanzverwaltung und ParteibetriebeFrauenJugendSport Arbeitsbüro der KPD im ZK der SEDWestkommission Agitation (nur 1949)KulturPropagandaVolksbildungWissenschaften ab Oktober 1949 ab Februar 1950 mit beratender Stimme KaderSicherheitsfragenStaats- und RechtsfragenWirtschaftspolitik (bis Oktober 1949)Kirchenfragen ab Februar 1950 mit beratender Stimme GesundheitspolitikWirtschaftspolitik (ab Oktober 1949) bis Februar 1950

Übriger Vorstand

Name vorherige Partei Landesverband Bemerkungen KPD Berlin KPD Sachsen-Anhalt KPD mit Beschluss der 21. Vorstandstagung im Februar 1948 kooptiert SPD Brandenburg SPD Sachsen-Anhalt Ende 1948 ausgeschlossen KPD Westzonen; Stuttgart im Januar 1949 ausgeschieden SPD Sachsen KPD Mecklenburg KPD Sachsen KPD mit Beschluss der 21. Vorstandstagung im Februar 1948 kooptiert KPD Berlin SPD Westzonen; Dortmund im Januar 1949 ausgeschieden KPD mit Beschluss der 34. Vorstandstagung im Juli 1949 kooptiert KPD Westzonen; Frankfurt am Main im Januar 1949 ausgeschieden SPD Sachsen SPD Berlin KPD Westzonen; Hamburg im Januar 1949 ausgeschieden SPD Mecklenburg KPD Westzonen; Frankfurt am Main Parteiaustritt im April 1948 SPD Berlin SPD Berlin SPD Berlin SPD Thüringen KPD Westzonen; Wuppertal im Januar 1949 ausgeschieden KPD Berlin Westzonen; Hannover Anfang 1948 Parteiaustritt KPD Berlin SPD Sachsen-Anhalt Sachsen-Anhalt KPD Berlin SPD Westzonen; Dortmund im Januar 1949 ausgeschieden KPD Provinz Sachsen KPD Sachsen KPD Sachsen SPD Westzonen; Frankfurt am Main im Januar 1949 ausgeschieden KPD Thüringen KPD mit Beschluss der 21. Vorstandstagung im Februar 1948 kooptiert KPD Westzonen; Herne im Januar 1949 ausgeschieden SPD Berlin KPD Sachsen SPD Mecklenburg KPD Westzonen; Hannover im Januar 1949 ausgeschieden KPD Westzonen; Saarbrücken im Januar 1949 ausgeschieden KPD Westzonen; Mainz im Januar 1949 ausgeschieden SPD Sachsen-Anhalt KPD Westzonen; Kiel im Januar 1949 ausgeschieden KPD Westzonen; Ruhrgebiet im Januar 1949 ausgeschieden KPD Berlin KPD Berlin SPD Thüringen KPD Brandenburg KPD Westzonen; Lübeck im Januar 1949 ausgeschieden SPD Berlin KPD Berlin KPD Thüringen KPD Westzonen; Bremen im Januar 1949 ausgeschieden KPD Westzonen; München im Januar 1949 ausgeschieden SPD Brandenburg SPD Westzonen; Konstanz im Januar 1949 ausgeschieden KPD Berlin mit Beschluss der 1. Parteikonferenz im Januar 1949 kooptiert SPD Thüringen KPD Berlin KPD Mecklenburg KPD Berlin mit Beschluss der 1. Parteikonferenz im Januar 1949 kooptiert Sachsen SPD Berlin KPD Berlin

Siehe auch Liste der Kandidaten des Politbüros des ZK der SED Liste der Mitglieder des Sekretariats des ZK der SED Liste der ZK-Abteilungen und ihrer Abteilungsleiter

Literatur Martin Broszat, Hermann Weber (Hrsg.): SBZ-Handbuch. Staatliche Verwaltungen, Parteien, gesellschaftliche Organisationen und ihre Führungskräfte in der Sowjetischen Besatzungszone Deutschlands 1945–1949. 2. Auflage. Oldenbourg, München 1993, ISBN 3-486-55262-7. Andreas Herbst, Gerd-Rüdiger Stephan, Jürgen Winkler (Hrsg.): Die SED. Geschichte, Organisation, Politik. Ein Handbuch. Dietz, Berlin 1997, ISBN 3-320-01951-1. Andreas Malycha, Peter Jochen Winters: Die SED. Geschichte einer deutschen Partei. Beck, München 2009, ISBN 978-3-406-59231-7 (= Beck’sche Reihe. 1944).

Einzelnachweise

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