Friemen ist ein Stadtteil von Waldkappel im nordhessischen Werra-Meißner-Kreis.
Geographische Lage Friemen liegt knapp 3 km südsüdwestlich der Waldkappeler Kernstadt im Stölzinger Gebirge an der Einmündung des Hetzebaches in den Schemmerbach. Rund 1,7 km südsüdöstlich erhebt sich das Ziegenküppel und etwa 2,5 km (je Luftlinie) nordöstlich der Mäuseberg, auf denen jeweils ein Aussichtsturm steht. Im Dorf, an dem früher die Kanonenbahn vorbeiführte, zweigt die Landesstraße 3227 (Friemen–Mäckelsdorf) von der L 3226 (Burghofen–Friemen–Waldkappel) ab.
Geschichte Ortsgeschichte Die älteste bekannte schriftliche Erwähnung von Friemen erfolgte unter dem Namen Vriemannes im Jahr 1317 in einer Urkunde des Klosters Cornberg. Friemen entstand um das ehemalige Gut Buttlar. Am Ortsrand stand eine untergegangene Wasserburg, auf deren Fundamenten 1742 ein Herrenhaus erbaut wurde.
Hessische Gebietsreform (1970–1977)
Im Zuge der Gebietsreform in Hessen wurde die Gemeinde Friemen zum 1. Oktober 1971 auf freiwilliger Basis in die Stadt Waldkappel eingemeindet. Für Friemen, sowie für alle ehemals eigenständigen Gemeinden von Waldkappel und die Kerngemeinde wurde ein Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Friemen angehört(e):
vor 1567: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen, Amt Spangenberg ab 1654: Heiliges Römisches Reich, Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Spangenberg ab 1806: Landgrafschaft Hessen-Kassel, Amt Spangenberg 1807–1813: Königreich Westphalen, Departement der Werra, Distrikt Eschwege, Kanton Bischhausen ab 1815: Kurfürstentum Hessen, Amt Spangenberg ab 1821/22: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis EschwegeVerordnung vom 30sten August 1821, die neue Gebiets-Eintheilung betreffend, Anlage: Übersicht der neuen Abtheilung des Kurfürstenthums Hessen nach Provinzen, Kreisen und Gerichtsbezirken. Sammlung von Gesetzen etc. für die kurhessischen Staaten. Jahr 1821 – Nr. XV. – August. (kurhess GS 1821) S. 72 f.Trennung von Justiz (Justizamt Bischhausen) und Verwaltung. ab 1848: Kurfürstentum Hessen, Bezirk Eschwege ab 1851: Kurfürstentum Hessen, Provinz Niederhessen, Kreis Eschwege ab 1867: Norddeutscher BundDer Norddeutsche Bund war der erste deutsche Bundesstaat unter der Führung Preußens. Er war die geschichtliche Vorstufe des Deutschen Reichs., Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege ab 1871: Deutsches Reich, Königreich Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege ab 1918: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Hessen-Nassau, Regierungsbezirk Kassel, Kreis Eschwege ab 1944: Deutsches Reich, Freistaat Preußen, Provinz Kurhessen, Landkreis Eschwege ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Groß-Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Landkreis Eschwege, Stadt WaldkappelAm 1. Oktober 1971 als Ortsbezirk zur Stadt Waldkappel. ab 1974: Bundesrepublik Deutschland, Land Hessen, Regierungsbezirk Kassel, Werra-Meißner-Kreis, Stadt Waldkappel
Bevölkerung Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Friemen 96 Einwohner. Darunter waren keine Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 9 Einwohner unter 18 Jahren, 42 zwischen 18 und 49, 21 zwischen 50 und 64 und 24 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 45 Haushalten. Davon waren 15 Singlehaushalte, 15 Paare ohne Kinder und 12 Paare mit Kindern, sowie 3 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 27 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Einwohnerentwicklung 1585: 26 Hausgesesse 1747: 25 Haushaltungen
Historische Religionszugehörigkeit • 1885: 184 evangelische (= 99,46 %), einen katholischen (= 0,54 %), 48 jüdische (= 4,87 %) Einwohner • 1961: 156 evangelische (= 84,78 %), 21 katholische (= 11,71 %) Einwohner
Kirche mini|Die evangelische Pfarrkirche
Die evangelische Pfarrkirche Friemens ist ein kleiner spätgotischer Bau mit massivem Untergeschoss von 1498. Der markante zweigeschossige Fachwerkturm wurde 1718 aufgesetzt und in gleicher Zeit wurde auch das Kirchenschiff verändert. Hinter dem Altar sitzt die Kanzel aus dem Ende des 17. Jahrhunderts auf einem Steinfuß aus dem Jahr 1619.Georg Dehio: Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler – Hessen. Bearbeitet von Magnus Backes. München, Berlin: Deutscher Kunstverlag, 1966. S. 256. An der Nordwand befindet sich das Epitaph für Hermann von Hundelshausen und seinen Sohn Adam, die zusammen mit Hermanns Ehefrau, weiteren Kindern und Hermanns Schwiegermutter unter einer Kreuzigungsdarstellung knien. Wegen ihrer künstlerischen, baulichen und geschichtlichen Bedeutung ist die Kirche ein geschütztes Kulturdenkmal. Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland. - Kulturdenkmäler in Hessen. Werra-Meißner-Kreis I, Altkreis Eschwege. Peer Zietz in Zusammenarbeit mit Thomas Wiegand. Braunschweig, Wiesbaden: Vieweg. 1991. ISBN 3-528-06240-1. S. 476 f.
Fußnoten Anmerkungen
Einzelnachweise
Weblinks
Stadtteil Friemen. In: Webauftritt der Stadt Waldkappel.
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