Göritz ist eine amtsangehörige Gemeinde im äußersten Norden des Landkreises Uckermark in Brandenburg. Sie wird vom Amt Brüssow (Uckermark) mit Sitz in der Stadt Brüssow verwaltet.

Geografie Die Gemeinde Göritz liegt am flachen Hang einer Endmoräne, die sich in Nord-Süd-Richtung am Ostufer der Ucker hinzieht. Die nördliche Nachbargemeinde Nieden gehört zum Bundesland Mecklenburg-Vorpommern, der südlich anschließende Ort Dauer ist ein Ortsteil der Kreisstadt Prenzlau.

Gemeindegliederung Zu Göritz gehören die bewohnten Gemeindeteile Göritz, Malchow und Tornow sowie der Wohnplatz Ausbau. Dienstleistungsportal der Landesverwaltung Brandenburg.

Geschichte Das heutige Gemeindegebiet von Göritz wurde bereits in der Steinzeit um 2000 v. Chr. besiedelt. Ein Überbleibsel aus der sich anschließenden Bronzezeit, ein so genannter Schalenstein, ist auf der Flur „Hopps Qual“ nahe dem Gootskamp zu finden. Nach der Zeitwende ließen sich auf dem Gebiet zunächst die Germanen nieder, belegt durch Funde von Tonscherben, an deren Stelle im 6. und 7. Jahrhundert die Slawen traten. Die erste Kirche entstand um 1250, noch vor der ersten urkundlichen Erwähnung von Göritz am 11. Juni 1346.

mini|Rittergut Göritz (19. Jh.), 1862/63 nach Alexander Duncker, Wohnsitz der Herren von Wedel Vom 12. bis 15. Jahrhundert geriet der Ort unter deutschen Einfluss. Nach dem Disput zwischen Pommern, Brandenburgern und Mecklenburgern um den Besitz der Uckermark wurde 1440 bei Göritz ein Vertrag zwischen Pommernherzögen und Brandenburger Markgrafen geschlossen. Während der Auseinandersetzungen um die Uckermark zogen vermehrt deutsche Einwohner in die Umgebung von Göritz, das sich in dieser Zeit als Straßen- und Angerdorf in seinen heutigen Grundstrukturen herausbildete. In den sich anschließenden Jahrhunderten wechselten die Göritzer Güter häufig ihren Besitzer, bevor der Adel zunehmend an Einfluss gewann. Im Dreißigjährigen Krieg wurde die Ortschaft zeitweilig zur Wüstung. Anschließend entwickelte sich ein kleiner Rittersitz, wenn auch als Pertinenz vom benachbarten Malchow. Hier wirkte lange die Familie von Wedel. Der bekannteste Vertreter des Adelsgeschlechts als Gutsherr auf Göritz war der Kriegsminister Karl (Carl) Heinrich von Wedel (1712–1782), königlich preußischer Generalleutnant. Um 1857 hatte Oberstleutnant a. D. Karl von Wedel (1828–1877), verheiratet mit Valeska von Prittwitz und Gaffron, nach alten Matrikeln 2800 Morgen in Göritz. Er besaß ebenso das Gut Dauer. Ähnlich erfolgreich aus dieser Familienlinie Malchow-Göritz, Hasso von Wedel (1859–1935), Träger des berühmten Ordens pour le mérite. Letzter Grundbesitzer war der gleichnamige Sohn Hasso von Wedel (1892–1956), bis zur Bodenreform. Er hatte aus den Zeiten der Wirtschaftskrise nur noch das Restgut Edelhof des Magnus von Wedel geerbt. Das eigentliche Rittergut Göritz mit 700 ha gehörte der Landgesellschaft „Eigene Scholle“ aus Frankfurt a. d. Oder.

In der DDR entstand 1952 die erste LPG in Göritz, der 1960 eine weitere folgte.

Verwaltungsgeschichte

Göritz gehörte seit 1817 zum Kreis Prenzlau in der preußischen Provinz Brandenburg und ab 1952 zum Kreis Prenzlau im DDR-Bezirk Neubrandenburg. Seit 1993 liegt die Gemeinde im brandenburgischen Landkreis Uckermark.

Zu Gebietsveränderungen kam es 1928, als die Ortschaft Malchow in die Gemeinde Göritz eingegliedert wurde, und bei der Eingemeindung von Tornow 1982.

Göritz gehörte von 1992 bis 2001 zum Amt Prenzlau-Land und wechselte mit Wirkung zum 1. November 2001 zum Amt Brüssow (Uckermark).

Bevölkerungsentwicklung Jahr Einwohner 1875 654 1890 565 1910 695 1925 638 1933 783 1939 695 Jahr Einwohner 1946 1.170 1950 1.187 1964 856 1971 837 1981 822 1985 947 Jahr Einwohner 1990 943 1995 932 2000 928 2005 836 2010 804 2015 780 Jahr Einwohner 2020 801 2021 781 2022 790 2023 789 2024 788 2025 790

Gebietsstand des jeweiligen Jahres, Einwohnerzahl: Stand 31. Dezember (ab 1991)Historisches Gemeindeverzeichnis des Landes Brandenburg 1875 bis 2005. Landkreis Uckermark (PDF) S. 18–21Bevölkerung im Land Brandenburg von 1991 bis 2017 nach Kreisfreien Städten, Landkreisen und Gemeinden, Tabelle 7Amt für Statistik Berlin-Brandenburg (Hrsg.): Statistischer Bericht A I 7, A II 3, A III 3. Bevölkerungsentwicklung und Bevölkerungsstand im Land Brandenburg (jeweilige Ausgaben des Monats Dezember) ab 2011 auf Basis des Zensus 2011, ab 2022 auf Basis des Zensus 2022

Politik Gemeindevertretung Die Gemeindevertretung von Göritz besteht entsprechend der Einwohnerzahl der Gemeinde aus zehn Gemeindevertretern und dem ehrenamtlichen Bürgermeister. Die Kommunalwahl am 9. Juni 2024 führte zu folgendem Ergebnis:Ergebnis der Kommunalwahl am 9. Juni 2024

Partei / Wählergruppe Stimmenanteil2019Ergebnis der Kommunalwahl am 26. Mai 2019 Sitze2019 Stimmenanteil2024 Sitze2024 Wählergruppe Feuerwehr Göritz 6,1 % 1 17,3 % 1 Einzelbewerber Daniel Manke – – 16,7 % – Einzelbewerberin Dajana Grundmann 15,4 % 1 16,2 % 1 Einzelbewerber Daniel Pohl 18,4 % 1 9,4 % 1 Einzelbewerber Martin Runge – – 8,8 % 1 Einzelbewerber Klaus-Dieter Herholz 9,3 % 1 6,7 % 1 Einzelbewerber Marco Koch 8,0 % 1 5,9 % 1 Einzelbewerber Christoph Ninnemann 11,2 % 1 5,2 % – Einzelbewerber Heiko Sonnenberg 9,3 % 1 4,7 % – Die Linke 9,2 % 1 4,1 % Einzelbewerber Thomas Lehmann 4,0 % – 3,9 % – Einzelbewerber Horst Bertram – – 1,0 % – Einzelbewerber Riechert 7,2 % 1 – – Einzelbewerber Hübner 1,9 % – % – Insgesamt 100 % 9 100 % 6

Bei der Wahl 2019 entsprach der Stimmenanteil des Einzelbewerbers Daniel Pohl zwei Sitzen. Daher blieb nach § 48 (6) des Brandenburgischen KommunalwahlgesetzesBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 48 (6) ein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bei der Wahl 2024 entsprach der Stimmenanteil der Wählergruppe Feuerwehr Göritz zwei Sitzen. Da sie nur einen Kandidaten nominiert hatte, bleibt ein Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Der Stimmenanteil von Daniel Manke entsprach ebenfalls zwei Sitzen. Er kandidierte sowohl als Gemeindevertreter als auch als Bürgermeister. Da er die Wahl zum Bürgermeister annahm, bleiben nach § 60 (3) des Brandenburgischen KommunalwahlgesetzesBrandenburgisches Kommunalwahlgesetz § 60 diese Sitze in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Auch der Stimmenanteil von Dajana Grundmann entsprach zwei Sitzen. Daher bleibt ein weiterer Sitz in der Gemeindevertretung unbesetzt.

Bürgermeister 1998–2014: Karla Schmidt 2014–2024: Daniel Pohl seit 2024: Daniel Manke

Manke wurde am 9. Juni 2024 ohne Gegenkandidat mit 82,9 % der gültigen Stimmen zum neuen ehrenamtlichen Bürgermeister gewählt.Ergebnis der Bürgermeisterwahl am 9. Juni 2024 Seine Amtszeit beträgt fünf Jahre.§ 73 des Brandenburgischen Kommunalwahlgesetzes

Wappen

Sehenswürdigkeiten In der Liste der Baudenkmale in Göritz stehen die in der Denkmalliste des Landes Brandenburg eingetragenen Baudenkmale.

mini|Dorfkirche Malchow Die Dorfkirche Malchow ist eine frühgotische Feldsteinkirche mit einem geraden Chor und einem Satteldach. Sie entstand in der zweiten Hälfte des 13. Jahrhunderts. 1731 baute die Kirchengemeinde den Turm an. 1958 feierte man den letzten Gottesdienst, danach stand die Kirche leer. 2004 erfolgte eine Notsicherung, da das Bauwerk einzustürzen drohte.Dorfkirche in Malchow. In: Uckermark-Kirchen von A–Z; abgerufen am 25. August 2014. Einen Teil der Ausstattung brachte man in die Dorfkirche Göritz, weitere Ausstattung wie ein Taufengel wurde auf dem Dachboden eines Pfarrhauses deponiert. In den Jahren 2010 bis 2012 fanden mit Hilfe der Deutschen Stiftung Denkmalschutz umfangreiche Sanierungsarbeiten statt., Webseite der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, abgerufen am 25. August 2014. Dabei legte man an der Nord- und Südseite des Kirchenschiffs Fresken frei.Christiane Rossner: Mit Glauben und Musik. Monumente 25 (2010), 34–35

Verkehr Göritz liegt an der Bundesstraße 109 zwischen Prenzlau und Pasewalk.

Der nächstgelegene Bahnhof ist Nechlin (Ortsteil der Gemeinde Uckerland) an der Bahnstrecke Berlin–Angermünde–Stralsund.

Persönlichkeiten Carl Heinrich von Wedel (1712–1782), preußischer Generalleutnant und Kriegsminister, in Göritz geboren Bernd Jakob von Arnim (1719–1797), preußischer Finanzrat und Numismatiker; in Tornow geboren Albertine Plock (1881–1974), Lehrerin

Literatur

Oliver Herrmann, Melanie Mertens: Göritz. In: Peter Michael Hahn, Hellmut Lorenz: Herrenhäuser in Brandenburg und der Niederlausitz. Nicolaische Verlagsbuchhandlung Beuermann, Berlin 2000, ISBN 3-87584-024-0, S. 181–183; gesamt 2 Bände: Einführung und Katalog. Kommentierte Neuausgabe des Ansichtenwerks von Alexander Duncker (1857–1883), 856 S., 275 farbige, 825 SW-Abb.

Weblinks

Gemeinde Göritz beim Amt Brüssow Göritz. In: RBB-Sendung „Landschleicher“, 25. Juni 2006.

Einzelnachweise Änderung des Amtes Brüssow (Uckermark). Bekanntmachung des Ministeriums des Innern vom 5. Oktober 2001. In: Amtsblatt für Brandenburg – Gemeinsames Ministerialblatt für das Land Brandenburg, 12. Jahrgang, 2001, Nummer 43, Potsdam, den 24. Oktober 2001, S. 672 brandenburg.de (PDF; 0,6 MB).

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