Talla ist eine Gemeinde mit Einwohnern (Stand ) in der Provinz Arezzo in der Region Toskana in Italien.
Geografie mini|links|Lage von Talla in der Provinz Arezzo Die Gemeinde erstreckt sich über rund 60 km². Sie liegt etwa 20 km nördlich der Provinzhauptstadt Arezzo und 60 km südöstlich der Regionalhauptstadt Florenz. Wichtige Gewässer im Gemeindegebiet sind die Torrenti Capraia (alle 6 km im Gemeindegebiet) und Talla (alle 6 km im Gemeindegebiet)Offizielle Website des Sistema Informativo Ambientale della Regione Toscana (SIRA) zu den Flüssen in Talla, abgerufen am 30. April 2014 (italienisch), der durch den Ortskern von Talla fließt. Der Ort liegt in der Gegend des Valdarno (Arnotal, auch Valdarno superiore oder Valdarno casentinese genannt), liegt aber nicht direkt am Fluss, und in der klimatischen Einordnung italienischer Gemeinden in der Zone E, 2 168 GR/GWebseite der Agenzia nazionale per le nuove tecnologie, l’energia e lo sviluppo economico sostenibile (ENEA), abgerufen am 30. April 2014 (italienisch) (PDF; 330 kB) und ist Teil der Unione dei Comuni Montani del CasentinoOffizielle Website der Regione Toscana zur Unione dei Comuni Montani del Casentino, abgerufen am 30. April 2014 (italienisch). Der Ort gehört zum Bistum Arezzo-Cortona-Sansepolcro.
Zu den Ortsteilen zählen Bicciano (534 m, ca. 35 Einwohner), Capraia (639 m, ca. 25 Einwohner), Faltona (722 m, ca. 220 Einwohner), Pieve di Pontenano (580 m, ca. 45 Einwohner), Pontenano (791 m, ca. 50 Einwohner) und Santo Bagnena (484 m, ca. 25 Einwohner, bestehend aus den Orten Bagnena und Santo). (Istituto Nazionale di Statistica) zu den Ortsteilen und Einwohnerzahlen 2001 in der Provinz Arezzo, abgerufen am 1. Mai 2014 (italienisch)
Die Nachbargemeinden sind Capolona, Castel Focognano, Castiglion Fibocchi und Loro Ciuffenna.
Geschichte Talla ist etruskischen Ursprungs. 1888 wurden im Ortsbezirk Le Buche etruskische Gräber aus dem 4. Jahrhundert v. Chr. gefunden. Im Jahr 1057 wurde erstmals die Burg in Dokumenten erwähnt. Nach 1249 fiel Talle und seine Umgebung unter die Kontrolle der Ubertini di Chitignano. Ab 1314 ging der Ort in die Besitztümer der Familie Tarlati über, nach dem Tod des Bischofs Guido Tarlati von Arezzo fiel Talla 1327 wieder in die Hände der Ubertini zurück. Durch die Expansionspolitik der Republik Florenz war Talla 1353 gezwungen, sich dieser zu unterwerfen. Die Grenzen des heutigen Ortes wurden 1809 festgelegt. Im Zweiten Weltkrieg wurde der Ortskern erheblich beschädigt, besonders eine Brandstiftung im Juli 1944 zerstörte den größten Teil der Wohnungen, abgerufen am 1. Mai 2014. Zudem ist Talla Ausgangsort eines jahrelangen Rechtsstreits über Entschädigungszahlungen der Bundesrepublik Deutschland an ehemalige Zwangsarbeiter, da aus Talla 1944 ein damals 18-Jähriger von der Wehrmacht zur Zwangsarbeit verschleppt wurde.Andrea Böhm, Michael Thumann: Was kostet Gerechtigkeit? Reportage in der Zeit vom 2. Februar 2012, abgerufen am 1. Mai 2014
Sehenswürdigkeiten mini|Kirche Chiesa di San Niccolò im Ortszentrum von Talla mini|Der Fluss Talla im Ortszentrum von Talla, im Hintergrund das Castellaccia mit der Kirche Chiesa della Madonna del Conforto mini|Das Museo della Musica mini|Die Kirche San Michele Arcangelo in Santo (Santo Bagnena) Chiesa di San Niccolò, 1644 entstandene Kirche im Hauptort. Enthält die Leinwandgemälde Madonna del Rosario e Santi von Tommaso Gorini und Morte di San Giuseppe von Giovanni Andrea Fabbrini.Casentino. Terra di Santi e Cavalieri. Aska Edizioni, Florenz 2008, ISBN 978-88-7542-125-0, S. 51 Castellaccia, über dem Ort liegende Burg aus dem 10. Jahrhundert. Der Legende nach wurde hier Guido von Arezzo (Guido Monaco) geboren, abgerufen am 2. Mai 2014 (italienisch). Als Geburtsort des Guido Monaco (d’Arezzo) neben anderen Orten, genauer Geburtsort ist nicht feststellbar. und enthält heute das Musikmuseum Museo della Musica. Chiesa della Madonna del Conforto, auch Chiesa della Castellaccia genannt, Kirche der Burg. Pieve di Santa Trinità in Alpe, um 950 entstandene Pieve außerhalb des Orts, die im 15. Jahrhundert von den Vallombrosaner übernommen wurde. Heute nur noch als Ruine vorhanden. Chiesa di Santa Maria, Kirche im Ortsteil Bicciano, die 1317 erstmals erwähnt wurde.Chiesa di Santa Maria <Bicciano, Talla>, Webseite Chiese Italiane, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto e Servizio Informatico della Conferenza Episcopale Italiana, abgerufen am 29. August 2020 (italienisch) Castello di Capraia, mittelalterliche Burg im Ortsteil Capraia. Chiesa di Santa Maria, Kirche im Ortsteil Capraia Ponte di Sasso, Brücke bei Capraia aus dem 13. Jahrhundert über den Sturzbach Capraia. Chiesa dei Santi Lorentino e Pergentino, Kirche im Ortsteil Faltona. Ponte di Annibale, Brücke über den Sturzbach Ginesso bei Faltona. Der Legende nach soll hier Hannibal den Bach auf dem Weg nach Rom überquert haben. Chiesa di San Paolo, Pieve im Ortsteil Pieve di Pontenano, die erstmals im 14. Jahrhundert erwähnt wurde.Chiesa di San Paolo <Pieve a Pontenano, Talla>, Webseite Chiese Italiane, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto e Servizio Informatico della Conferenza Episcopale Italiana, abgerufen am 29. August 2020 (italienisch) Castello di Pontenano, mittelalterliche Burg im Ortsteil Pontenano. Chiesa dei Santi Margherita e Biagio, Kirche im Ortsteil Pontenano, die erstmals 13337 erwähnt wurde.Chiesa dei Santi Margherita e Biagio <Pontenano Santa Margherita, Talla>, Webseite Chiese Italiane, Ufficio Nazionale per i beni culturali ecclesiastici e l’edilizia di culto e Servizio Informatico della Conferenza Episcopale Italiana, abgerufen am 29. August 2020 (italienisch) Chiesa di Sant’Antonio Abate, Kirche in Bagnena, Ortsteil Santo Bagnena. Chiesa dei San Michele Arcangelo, Kirche in Santo, Ortsteil Santo Bagnena.
Gemeindepartnerschaften , Département Lot-et-Garonne in Nouvelle-Aquitaine, Frankreich, seit 1982
Persönlichkeiten Emanuele Giaccherini (* 1985), Fußballspieler
Talla in der Literatur In der Landschaft südlich des Pratomagno-Gebirges um Pontenano, Talla, Gello Biscardo, Castiglion Fibocchi u. a. spielt Walter Kappachers Toskana-Roman Selina oder Das andere Leben.Walter Kappacher: Selina oder Das andere Leben. Dtv, München 2009, ISBN 978-3-423-13872-7.
Literatur Giovanni Caselli: Casentino – Guida Storico Ambientale. Editrice Le Balze, Montepulciano 2003, ISBN 88-87187-81-9 Emanuele Repetti: TALLA nel Val d’Arno casentinese. In: Dizionario Geografico Fisico Storico della Toscana (1833–1846), Onlineausgabe der Universität Siena (pdf, italienisch) zu den Ortsteilen: Capraia, Faltona, Pontenano
Weblinks
Offizielle Website der Gemeinde Talla (italienisch) Webseite des Consorzio Casentino Sviluppo e Turismo zu Talla (italienisch)
Einzelnachweise
Kategorie:Ort in der Toskana