miniatur|William C. de Mille (1904) mini|William C. de Mille (1920) William Churchill de Mille (* 25. Juli 1878 in Washington, North Carolina; † 5. März 1955The New York Times: W. C. DE MILLE, 76, PLAYWRIGHT, LIES; Author of 'The Warrens of Virginia' Was Brother of Noted Film Producer, 6. März 1955. in Playa del Rey, Kalifornien) war ein US-amerikanischer Bühnenautor und Regisseur. Er war der Bruder des wesentlich bekannteren Filmemachers Cecil B. DeMille.
Leben William C. de MilleWilliam C. de Mille bevorzugte diese Schreibweise, während sich sein jüngerer Bruder wie auch sein Vater DeMille nannte. In der Literatur sowie in einigen Filmen finden sich aber auch abweichende Schreibweisen, unter anderem deMille und De Mille. Vergleiche auch die Schreibung von Agnes de Mille. wurde 1878 als Sohn von Henry Churchill De Mille, einem erfolgreichen Bühnenautoren, und Matilda Beatrice Samuel geboren. Er studierte zunächst Kunst an der Columbia University, bevor er an der American Academy of Dramatic Arts einen Schauspielkurs absolvierte. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Deutschland studierte de Mille Dramatic Literature bei Brander Matthews.Ruth Wing: The Blue Book of the Screen. The Blue book of the screen, inc., Hollywood 1923, S. 287.
1905 veröffentlichte de Mille mit Strongheart sein erstes Drama. Ein Jahr später schrieb er erstmals zusammen mit seinem jüngeren Bruder Cecil B. DeMille ein Theaterstück (The Genius), 1907 folgte in Zusammenarbeit mit Margaret Turnbull die Komödie Classmates. Seinen Durchbruch als Dramatiker erzielte de Mille 1907 mit der Komödie The Warrens of Virginia, die von dem Theaterproduzenten David Belasco inszeniert wurde.Gerald Bordman, Thomas S. Hischak: The Oxford Companion to American Theatre, S. 649. Seinen größten Erfolg als Bühnenautor feierte de Mille 1911 mit dem Drama The Woman,Gerald Bordman, Thomas S. Hischak: The Oxford Companion to American Theatre, S. 171. das 1927 von Herbert Brenon auch verfilmt wurde.
1914 folgte de Mille seinem Bruder Cecil ins Filmgeschäft. Er arbeitete zunächst als Dramaturg und Drehbuchautor bei Famous Players-Lasky, übernahm aber schon bald den Posten des Regisseurs. De Mille drehte rund 50 Stummfilme für Famous Players-Lasky und Paramount Pictures, von denen aber nur wenige erhalten sind. William C. de Milles Filme waren in kommerzieller Hinsicht weniger erfolgreich als diejenigen seines Bruders, wurden aber von der Filmkritik gelobt. De Mille spezialisierte sich auf Literaturverfilmungen, wobei er sich besonders für die psychologische Entwicklung der Figuren interessierte.Peter Milne: Motion Picture Directing: The Facts and Theories of the Newest Art. Falk Publishing, New York 1922, S. 41. Er legte Wert auf Humor und die menschlichen Zwischentöne, womit er sich deutlich vom opernhaften Stil seines Bruders unterschied.Kevin Brownlow: Pioniere des Films, S. 232.
Nach Einführung des Tonfilms zog sich de Mille langsam aus dem Filmgeschäft zurück, seine letzte Regiearbeit war 1933 die Komödie His Double Life. De Mille versucht ein Comeback am New Yorker Broadway, doch konnte er nicht an seine früheren Theatererfolge anschließen. Die folgenden Jahre verbrachte er als Dozent an der USC School of Cinematic Arts, die er 1929 mitbegründet hatte.
William C. de Mille zählte zu den frühen Mitgliedern der Academy of Motion Picture Arts and Sciences und stand ihr von 1929 bis 1931 als Präsident vor. Gemeinsam mit Douglas Fairbanks senior moderierte er 1929 die erste Oscarverleihung und war alleiniger Gastgeber der zweiten Oscarverleihung im Jahr 1930.
De Mille war von 1903 bis 1929 mit Anna Angela George, der Tochter des Ökonomen Henry George, verheiratet. Sie hatten zwei Töchter: die spätere Tänzerin Agnes de Mille und die spätere Schauspielerin Peggy George. 1929 heiratete de Mille die Drehbuchautorin Clara Beranger, mit der er bis zu seinem Tod im Jahr 1955 verheiratet blieb.
Filmografie (Auswahl) 1914: The Only Son 1916: The Sowers 1916: The Heir to the Hoorah 1916: Anton the Terrible 1917: The Secret Game 1918: The Honor of His House 1920: Jack Straw 1920: Conrad in Quest of His Youth 1920: Midsummer Madness 1921: The Lost Romance 1921: Miss Lulu Bett 1923: Grumpy 1924: The Bedroom Window 1926: For Alimony Only 1927: The Little Adventuress 1928: Herzbub (Tenth Avenue) 1928: Craig’s Wife 1929: The Idle Rich 1930: This Mad World 1930: Passion Flower 1932: Two Kinds of Women 1933: His Double Life 1933: Kaiser Jones (The Emperor Jones) (Supervisor) 1939: Kettensträfling in Australien (Captain Fury) (Drehbuch)
Literatur Gerald Bordman, Thomas S. Hischak: The Oxford Companion to American Theatre. Oxford University Press, Oxford 2004, ISBN 0-19-516986-7. Kevin Brownlow: Pioniere des Films. Stroemfeld Verlag, Basel/Frankfurt am Main 1997, ISBN 3-87877-386-2.
Weblinks
Louise L. Pitman: deMille, William Churchill. Eintrag in NCpedia, 1986.
Anmerkungen und Einzelnachweise
Kategorie:Cecil B. DeMille Kategorie:Filmregisseur Kategorie:Autor Kategorie:Person (Stummfilm) Kategorie:US-Amerikaner Kategorie:Geboren 1878 Kategorie:Gestorben 1955 Kategorie:Mann Kategorie:Präsident der Academy of Motion Picture Arts and Sciences