mini|Ein LMP und ein GT beim 1000-km-Rennen von Silverstone Die Le Mans Series Saison 2009 war die sechste Langstreckenmeisterschaft des ACOs. Sie wurde über fünf Rennen in der Zeit vom 5. April 2009 bis zum 13. September 2009 ausgetragen.

Änderungen 2009 Regelwerk 2009 führte der ACO eine Reihe von Modifikationen sowohl am technischen als auch am sportlichen Regelwerk ein. So durften ab 2009 Le-Mans-Prototypen der LMP1-Kategorie mit Energierückgewinnungssystemen an der Meisterschaft teilnehmen. Anders als in der Formel 1 erfolgte die Gewinnung und Umsetzung der Energie ausschließlich elektrisch und diente lediglich der Reduzierung des Kraftstoffverbrauchs. Zudem wurde die Obergrenze der Leistungsfähigkeit auf einen Megajoule festgelegt. Um den immer schneller werdenden Rundenzeiten in Le Mans und den damit verbundenen Unfallgefahren Paroli bieten zu können, wurden ab 2009 die Breite der Heckflügel aller Le-Mans-Prototypen auf 1,6 m reduziert. Darüber hinaus mussten alle Fahrzeuge, ausgenommen reine LMP1-Benzinrennmotoren, mit verkleinerten Aussparungen am Luftmengenbegrenzer und – falls vorhanden – reduzierten Ladedruck des Turboladers auskommen. Zudem standen Dieselmotoren der LMP1 beim 12-Stunden-Rennen von Sebring und beim 1000 km Catalunya unter Beobachtung. Nach den beiden Veranstaltungen mussten alle Dieselfahrzeuge ein Zusatzgewicht von 30 kg an Bord nehmen. Zusätzlich zu den Beschneidungen der Leistung der Prototypen waren nun an den Fahrzeugen keine Öffnungen zugelassen, die nicht Auspuffrohre, Lufteinlässe für Motor oder Bremsenkühlung darstellten oder durch eine NACA-Haube, Luftschlitze oder Maschendraht abgedeckt waren. Zudem erweiterte der ACO die zulässigen Motoren der Kategorie LMP1 auf homologierte GT1-Motoren bis sieben Liter. LMP2-Fahrzeugen wurde es zudem freigestellt, Benzinmotoren aus einer Serienfertigung von 10.000 Einheiten pro Jahr einzusetzen, solange der Motor die Hubraumgrenze von 4,5 Liter nicht überstieg.Reglement Technique ACO – ACO Technical Regulations 2009 Prototype "LM"P1 & "LM"P2. 17. November 2008 Beim sportlichen Reglement führte der ACO eine Klausel bei der Nutzung der Triebwerke ein. Bei der technischen Abnahme vor der Veranstaltung wurden die Zylinderköpfe des Motors versiegelt. Dieser Motor musste nun bei mindestens zwei aufeinanderfolgenden Meisterschaftsläufen eingesetzt werden. Falls ein Team durch Defekt oder frühzeitigen Austausch der Regelung nicht nachkam, wurden sie 10 Plätze in der Startaufstellung nach hinten versetzt und erhielten einen Punktabzug von zwei Meisterschaftszählern. Diese Regelung diente gemäß dem ACO der Kostenreduktion. Außerdem wurden für die Pole-Position der vier ausgeschriebenen Klassen ein Meisterschaftspunkt sowohl in der Team- und Fahrerwertung vergeben. Dabei wurde der Zähler sowohl für den Fahrer verteilt, der die beste Qualifikationsrunde absolvierte, als auch für dessen Teamkollegen.Le Mans Series 2009 Sporting Regulations. 11. Juli 2009

Rennstrecken Gegenüber dem Vorjahr entfiel lediglich das 1000-km-Rennen von Monza zugunsten der Ende 2008 fertiggestellten Autódromo Internacional do Algarve in Portugal. Im Gegensatz zu den vier verblieben Meisterschaftsläufen war der Rennstart am späten Abend und wurde erst nach Mitternacht beendet. Neben dem sonst üblichen Vortest auf dem Circuit Paul Ricard fand Ende April eine weitere Testmöglichkeit nach dem ersten Rennen auf dem Circuit Bugatti statt.

Fahrzeuge Beim ersten Vortest im März 2009 enthüllte Prodrive das Gemeinschaftsprojekt von Aston Martin und Lola Cars. Das Fahrzeug mit dem Namen Lola-Aston Martin LMP1 basierte weitestgehend auf dem bereits 2008 von Charouz Racing eingesetzten Lola B08/60. Daneben stellte sowohl Zytek, dessen Rennabteilung in der Winterpause mit Ginetta zusammengegangen war, die aktuelle Ausbaustufe ihres Le-Mans-Prototypen für die LMP1 und LMP2-Kategorie vor. In der GT2 präsentierte Reiter Engineering eine Version des Lamborghini Gallardo LP 560-4, konnte jedoch keine gezeitete Runde absolvierenHarald Gallinnis: http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=3647&Itemid=2 Stand: 10. März 2009. ORECA hingegen präsentierte erst beim 1000-km-Rennen von Spa-Francorchamps mit dem ORECA 01 ihr Fahrzeug für die Saison 2009.

Teams und Fahrer LMP1 mini|Michael Krumm beim 1000-km-Rennen von Barcelona Titelverteidiger Audi Sport Team Joest zog sich nach dem Sieg im Vorjahr aus der Serie zurück. Allerdings blieben zwei Audi R10 TDI der Meisterschaft erhalten. Colin Kolles, unter anderem Eigner des in der DTM für Audi aktiven Teams Futurecom TME, meldete mit Team Kolles zwei eigens für die deutsche Mannschaft weiterentwickelten R10. Dazu verpflichtete Kolles hauptsächlich junge Rennfahrer aus dem Formelsport um sich für weitere Aufgaben zu qualifizieren.Harald Gallinnis: http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=3739&Itemid=2 Stand: 6. April 2009 Vizemeister Peugeot hingegen war lediglich beim 1000-km-Rennen von Spa-Francorchamps vertreten und betrachtete das Rennen als Vorbereitung für das später im Jahr stattfindende 24-Stunden-Rennen von Le Mans. Im Gegenzug war mit Aston Martin Racing nun der britische Automobilhersteller in die Serie eingestiegen. Hinter dem von David Richards geführten Team stand neben Prodrive mit Charouz Racing ein Teilnehmer des Vorjahres zur Verfügung. Zunächst meldete Aston Martin zwei Lola-Aston Martin LMP1 an, verstärkte ihr Engagement ab dem Rennen auf dem Nürburgring um ein weiteres Fahrzeug. Da gemäß Reglement jedoch lediglich zwei Fahrzeuge pro Team genannt werden dürfen, erhielt das Team den Namen Aston Martin Racing Eastern Europe2009 Le Mans Series Yearbook 2009. S. 188. Henri Pescarolo verkaufte im Winter sein Unternehmen an die Karosserieteilehersteller SORA Composites, die neben Windkanaltests es dem Team auch ermöglichten, zwei Pescarolo 01 für die Saison zu nennenHarald Gallinnis: http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=3539&Itemid=2 Stand: 6. Februar 2009. Jedoch geriet das Rennteam nach dem 24-Stunden-Rennen von Le Mans in finanzielle Schwierigkeiten und meldete für die verbliebenen drei Meisterschaftsläufe nur noch das Fahrzeug von Jean-Christophe Boullion und Christophe Tinseau.Oliver Runschke: http://www.speedweek.de/news/8887/OAK-Racing-uebernimmt-Pescarolo-Sport.html Stand: 9. Dezember 2009 Ein Rennen später reduzierte auch ORECA die Anzahl seiner Renneinsätze, im Gegensatz zu Pescarolo Sport erfolgte der Schritt jedoch aus anderen Gesichtspunkten. Teameigner Hugues de Chaunac hatte im Winter nicht nur die Entwicklung des ORECA 01 angeordnet. Sein Unternehmen konstruierte auf der Basis des Vorjahreswagens einen Prototyp für die 2009 ausgetragene Formula Le Mans. Um diese Fahrzeuge in der American Le Mans Series einzubringen, meldete er ein ORECA 01 beim Petit Le Mans und verzichtete im Gegenzug auf das Rennen am Nürburgring. Auch beim letzten Meisterschaftslauf in Silverstone erschienen lediglich Olivier Panis und Nicolas Lapierre. Die verbliebenen Fahrer Bruno Senna, Stéphane Ortelli und Tiago Monteiro kamen zu keinem Renneinsatz mehr.

TeamChassisMotorReifenNr.StammfahrerErsatzfahrer Aston Martin Racing Lola-Aston Martin LMP1 Aston Martin 007 Jan Charouz Tomáš Enge Stefan Mücke AMR East Europe 008 Miguel Ramos Stuart Hall Chris Buncombe Aston Martin Racing 009 Harold Primat Darren Turner Miguel Ramos Scuderia Lavaggi Lavaggi LS1 AER P32T 3 Giovanni Lavaggi Wolfgang Kaufmann Team LNT Ginetta-Zytek 09S Zytek ZJ458 5 Nigel Mansell Greg Mansell Lawrence Tomlinson Team Peugeot Total Peugeot 908 HDi FAP Peugeot (Diesel) 7 9 David Brabham Marc Gené Alexander Wurz Team ORECA-Matmut AIM Courage-ORECA LC70ORECA 01 AIM YS5.5 10 Stéphane Ortelli Bruno Senna Tiago Monteiro Olivier Panis Nicolas Lapierre 11 Olivier Panis Nicolas Lapierre Signature Plus Courage-ORECA LC70 Judd GV5.5 S2 12 Pierre Ragues Franck Mailleux Speedy Racing Team Sebah Lola B08/60 Aston Martin 13 Andrea Belicchi Nicolas Prost Marcel Fässler Kolles Audi R10 TDI Audi (Diesel) 14 Andrew Meyrick Charles Zwolsman junior Narain Karthikeyan Michael Krumm 15 Christijan Albers Christian Bakkerud Giorgio Mondini Pescarolo Sport Pescarolo 01 Judd GV5.5 S2 16 Jean-Christophe Boullion Christophe Tinseau Emmanuel Collard 17 Bruce Jouanny João Barbosa Team LNT Ginetta-Zytek GZ09S Zytek ZJ458 22 Robbie Kerr Guy Smith Lawrence Tomlinson Strakka Racing Ginetta-Zytek 09S Zytek ZJ458 23 Danny Watts Nick Leventis Peter Hardman

LMP2 mini|Porsche RS Spyder von Team Essex in Spa-Francorchamps In der Winterpause kündigte sich an, dass weder das Meisterteam von van Merksteijn Motorsport, noch Team Essex ein weiteres Jahr in der Le Mans Series bestreiten würden. Beide Teams gaben bekannt, im Vorjahr ihre Ziele erreicht zu haben. Franz Verschuur, der 2008 zusammen mit Peter van Merksteijn den Porsche RS Spyder betreute, wollte zwischenzeitlich unter eigenem Namen in der Serie antreten. Allerdings zerschlugen sich seine BestrebungenHarald Gallinis: http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=3104&Itemid=2 Stand: 25. September 2008. Team Essex blieb der Serie nach dem Abgang von Fahrer und Teamleiter John Nielsen in neuer Besetzung weiter erhalten. Allerdings trat das dänische Team lediglich als Gaststarter beim 1000-km-Rennen von Spa-Francorchamps anOliver Runschke: http://www.speedweek.de/news/1305/Keine-Extrawurst-fuer-Team-Essex.html Stand: 27. Februar 2009. Ebenfalls als Gaststarter und nach zunächst eingestellten Motorsportprogramm kehrte Embassy Racing mit neuen Namen für den Saisonabschluss in die Serie zurück. Das weiterhin von Jonathan France geleitete Team WFR nannte in Silverstone einen der beiden Vorjahreswagen Embassy WF012009 Le Mans Series Yearbook 2009 S. 224. Team WFR blieb indes im Jahr 2009 nicht die einzige Mannschaft unter neuen Namen. Sowohl das von Jacques Nicolet geführte Team Saulnier Racing erhielt mit Oak Racing einen neuen Namen, auch Karim Ojjeh und Claude-Yves Gosselin änderten den Namen von Trading Performance in G.A.C. Racing Team. Gosselin löste dabei Teameigner Luc André ab, veränderte aber weder den Vertrag mit dem Reifenhersteller Michelin, noch mit Fahrzeug- und Motorlieferant ZytekHarald Gallinnis: http://www.gt-eins.at/cms/index.php?option=com_content&task=view&id=3411&Itemid=2 Stand: 26. Dezember 2008. Neben dem Gaststarter Barazi-Epsilon vertraute nun auch das portugiesische Team Quifel ASM auf Zytek, verwendete wie der Großteil des LMP2-Feldes jedoch Dunlop-Reifen. Neben den etablierten Unternehmen Michelin und Dunlop trat in der Saison ein weiterer Hersteller in die Serie ein. Das Team Pegasus Racing, das bislang vor allem in der französischen Prototypen-Langstreckenmeisterschaft VdeV Modern Endurance fuhr, brachte den dort aktiven Reifenhersteller Avon Tyres mit. Daneben starten mit Ibanez Racing Service und Q8 Olis Hache Team zwei weitere Neuankömmlinge in die Meisterschaft, wobei das spanische Team mit der Formel-3-Pilotin Carmen Jordá nach Rückzug von Vanina Ickx die einzige Frau im Fahrerfeld aufbot.