Eishockeyturniere bei den Olympischen Spielen 2010FrauenMänner

Das Eishockeyturnier der Herren bei den Olympischen Winterspielen 2010 in Vancouver fand vom 16. bis zum 28. Februar – so wie bei den Spielen in Turin – mit zwölf Nationalmannschaften statt. Jedoch wurden statt zuletzt 38 Partien nur noch 30 ausgetragen. Von diesen 30 Partien wurden lediglich zwei in der UBC Thunderbird Arena mit einer Kapazität von 6.800Vancouver2010.com, Zuschauern ausgetragen, alle anderen fanden im 19.300Vancouver2010.com, Zuschauer fassenden Canada Hockey Place statt.

Wie die Ligen der europäischen Teilnehmerländer unterbrach auch die nordamerikanische National Hockey League vom 15. Februar bis zum 1. März den Spielbetrieb der Saison 2009/10, damit die dort aktiven Spieler die Möglichkeit hatten, ihr Heimatland zu vertreten.tsn.ca, NHL releases schedule; Canadiens, Leafs meet opening night Den Olympiasieg sicherte sich Kanada in einer Wiederauflage des Finalspiels der Olympischen Winterspiele von Salt Lake City durch einen 3:2-Sieg nach Verlängerung über die USA. Den dritten Platz belegte Finnland und gewann damit Bronze.

Qualifikation

Für das Turnier qualifizierten sich die ersten neun Nationen der IIHF-Weltrangliste nach Abschluss der Weltmeisterschaft 2008. Zusätzlich wurden drei Teilnehmer in mehreren Qualifikationsturnieren ausgespielt.

Als beste neun Mannschaften der IIHF-Weltrangliste 2008 qualifizierten sich:

Über die sieben Qualifikationsturniere qualifizierten sich:

Modus Olympisches Eishockeyturnier 2010 zentriert|120px|Olympische Ringe Anzahl Nationen 12 Olympiasieger Silber Bronze   Austragungsort(e) Vancouver, British Columbia, Kanada Eröffnung 16. Februar 2010 Endspiel 28. Februar 2010 Zuschauer 419.444 (16.381 pro Spiel) Tore 180 (6,00 pro Spiel)  Beste Torhüter Ryan Miller Beste Verteidiger Brian Rafalski Beste Stürmer Jonathan Toews Wertvollste Spieler Ryan Miller Topscorer Pavol Demitra (10 Punkte)

Die zwölf Teams des olympischen Eishockeyturniers wurden in der Vorrunde in drei Gruppen zu je vier Mannschaften eingeteilt. Dabei setzten sich die drei Gruppen nach den Platzierungen der Nationalmannschaften in der IIHF-Weltrangliste nach der Weltmeisterschaft 2008 nach folgendem Schlüssel zusammen: Gruppe A Gruppe B Gruppe C A1 (1) B1 (2) C1 (3) A2 (6) B2 (5) C2 (4) A3 (7) B3 (8) C3 (9) A4 (12) B4 (11) C4 (10)

Die ersten drei Mannschaften der Weltrangliste bildeten die Gruppenköpfe. Dahinter folgten die Mannschaften auf den Rängen 4 bis 6 an zweiter Position und 7 bis 9 an dritter. Die drei verbleibenden Plätze ermittelten die drei Qualifikanten. Der in der Weltrangliste des Jahres 2008 bestplatzierte Qualifikant wurde dabei in die Gruppe C gesetzt, der zweitbeste in Gruppe B und der drittbeste in Gruppe A. Daraus ergab sich schließlich folgende Gruppierungen: Gruppe A Gruppe B Gruppe C (1) (2) (3) (6) (5) (4) (7) (8) (9) (12) (11) (10)

Innerhalb der Gruppen spielen die Mannschaften zunächst nach dem Modus Jeder-gegen-Jeden, sodass jede Mannschaft zunächst drei Spiele bestreitet. Nach ihren Ergebnissen in der Vorrunde – zunächst nach der Platzierung innerhalb der Gruppe, anschließend nach Punkten, Tordifferenz, erzielten Toren und schließlich nach dem Weltranglisten-Platz – werden die Mannschaften dann auf die Positionen 1 bis 12 einer neu ermittelten Setzliste eingeteilt.

Die drei Gruppenersten sowie der beste der drei Gruppenzweiten qualifizierten sich automatisch für das Viertelfinale. Die verbleibenden acht Teams spielten in einer Viertelfinal-Qualifikation die verbleibenden vier Plätze im Viertelfinale aus. Das Team auf dem fünften Rang der Setzliste traf dabei auf das zwölftplatzierte, das sechstplatzierte auf das elftplatzierte, das siebtplatzierte auf das zehntplatzierte und das achtplatzierte auf das neuntplatzierte. Die siegreichen Play-off-Qualifikanten spielten anschließend im Viertelfinale gegen eines der vier automatisch qualifizierten Teams. Die Sieger daraus trafen im Halbfinale aufeinander, wobei die Sieger das Finale um die Goldmedaille und die Verlierer das Spiel um die Bronzemedaille bestritten.

Austragungsorte Vancouver, British Columbia, Kanada Canada Hockey PlaceKapazität: 19.300 UBC Thunderbird ArenaKapazität: 6.800 x150px|Canada Hockey Place x150px|UBC Thunderbird Arena

Kader

Vorrunde Gruppe A mini|Bully in der Partie zwischen der Schweiz und Kanada In der Gruppe A, der die beiden nordamerikanischen Teams angehörten, setzte sich zur Überraschung vieler das Team der Vereinigten Staaten als Gruppensieger durch.

Am Auftaktspieltag siegten sowohl die USA gegen die Schweiz und Kanada gegen Norwegen. Während die Amerikaner beim 3:1 noch nicht zu überzeugen wussten, siegte Turnierfavorit Kanada souverän mit 8:0. Nach dem zweiten Spieltag übernahmen die USA die Führung in der Gruppe, da die Kanadier trotz einer zwischenzeitlichen 2:0-Führung nicht über ein 3:2 im Penaltyschießen gegen die Schweiz hinauskamen. Somit benötigten die Gastgeber im abschließenden Spiel gegen den Erzrivalen einen Sieg, um die direkte Viertelfinalqualifikation zu schaffen. Die Amerikaner siegten in einem engen Spiel jedoch mit 5:3 – es war die erste Olympia-Niederlage der Kanadier gegen ihren Nachbarn seit dem 1:2 in der Olympia-Finalrunde 1960. Die Schweiz sicherte sich durch einen Sieg in der Verlängerung über Norwegen den dritten Rang.

Letztlich qualifizierten sich die Vereinigten Staaten als bestes Team aller Vorrundengruppen direkt fürs Viertelfinale, die Kanadier belegten nach der Vorrunde den sechsten Rang. Die Schweiz und Norwegen belegten die Ränge 8 und 10.

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 3 3 0 0 0 14:5 9 2. 3 1 1 0 1 14:7 5 3. 3 0 1 1 1 8:10 3 4. 3 0 0 1 2 5:19 1 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen:

Gruppe B mini|Szene aus der Partie zwischen Russland und Lettland Mit den Ländern Russland, Tschechien und der Slowakei kristallisierte sich die Gruppe B als die ausgeglichenste des Turniers heraus. Trotz einer Niederlage erreichte Mitfavorit Russland das Viertelfinale auf direktem Weg.

Russland mit einem 8:2-Sieg und Tschechien mit einem 3:1-Sieg über das Nachbarland Slowakei hatten – wie erwartet – einen guten Start ins Turnier. Am zweiten Spieltag sorgten die Slowaken allerdings für eine der größten Überraschungen der Vorrunde, als sie Doppelweltmeister Russland mit 2:1 in der Verlängerung schlugen. Da Tschechien und die Slowakei in der Folge auch ihre Partie gegen Lettland gewannen, kam es im letzten Gruppenspiel zum direkten Duell um den Gruppensieg. Dort besiegte Russland die Tschechen mit 4:2. Somit belegten die Tschechen den zweiten Rang hinter Russland, jedoch vor der Slowakei und Lettland.

Als Gesamtdritter der Vorrunde zogen die Russen direkt ins Viertelfinale ein. Tschechien und die Slowakei wurden für die Viertelfinalqualifikation nach ihren Ergebnissen an die fünfte und siebte Position gesetzt. Lettland wurde als schlechtestes Team der Vorrunde auf den zwölften Platz gesetzt.

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 3 2 0 1 0 13:6 7 2. 3 2 0 0 1 10:7 6 3. 3 1 1 0 1 9:4 5 4. 3 0 0 0 3 4:19 0 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen:

Gruppe C mini|Marcel Goc (links, Deutschland) und Samuel Påhlsson (Schweden) beim Anspiel In der Gruppe C qualifizierten sich die beiden skandinavischen Nationen Schweden und Finnland souverän für das Viertelfinale. Beide hatten bei den Winterspielen 2006 in Turin das Finalspiel bestritten.

Zum Auftakt gewannen die Finnen souverän gegen Belarus, während die Schweden beim 2:0-Sieg über Deutschland erhebliche Probleme hatten. Beide Mannschaften untermauerten am zweiten Gruppenspieltag mit weiteren Siegen aber ihre Favoritenstellung. In den zwei letzten Spielen gewann Belarus gegen Deutschland mit 5:3, obwohl diese noch kurz vor Spielende einen Zwei-Tore-Rückstand egalisiert hatten. Schweden gewann mit 3:0 gegen Finnland und blieb somit im zweiten Spiel ohne Gegentor. Gleichzeitig sicherten sie sich den Gruppensieg vor Finnland. Belarus wurde Dritter vor Deutschland.

Als Gesamtzweiter und -vierter der Vorrunde erreichten sowohl Schweden als auch Finnland direkt das Viertelfinale. Finnland war der beste Gruppenzweite aller Gruppen. Die Belarussen belegten den neunten Rang im Endklassement der Vorrunde, während die Deutschen als Vorletzter in die Viertelfinal-Qualifikation gingen.

Pl. Sp S OTS OTN N Tore Punkte 1. 3 3 0 0 0 9:2 9 2. 3 2 0 0 1 10:4 6 3. 3 1 0 0 2 8:12 3 4. 3 0 0 0 3 3:12 0 Abkürzungen: Pl. = Platz, Sp = Spiele, S = Siege, OTS = Siege nach Verlängerung (Overtime) oder Penaltyschießen, OTN = Niederlagen nach Verlängerung oder Penaltyschießen, N = Niederlagen Erläuterungen:

Setzliste nach der Gruppenphase Die folgende Setzliste entschied über die Paarungen der Play-offs für das Viertelfinale sowie über das Viertelfinale selbst. In der Tabelle sind nur die für eine Differenzierung notwendigen Kriterien (Platzierung in der Gruppe; Punkte; Tordifferenz) aufgeführt, während die weiteren, nicht benötigen Kriterien dem Abschnitt Modus zu entnehmen sind. Rang Nation (Gruppe) Platz Punkte Tordifferenz 1 (A) 1 9 +9 2 (C) 1 9 +7 3 (B) 1 7 +7 4 (C) 2 6 +6 5 (B) 2 6 +3 6 (A) 2 5 +7 7 (B) 3 5 +5 8 (A) 3 3 −2 9 (C) 3 3 −4 10 (A) 4 1 −14 11 (C) 4 0 −9 12 (B) 4 0 −15 Erläuterungen:

Finalrunde

Viertelfinal-Qualifikation Die Partien der Viertelfinal-Qualifikation waren mit Ausnahme einer Partie sehr ausgeglichen. Gleich drei der vier Partien wurden mit nur einem Tor Differenz entschieden, davon je eines in der Overtime und im Penaltyschießen. Lediglich die Kanadier gewannen im ungleichen Duell mit Deutschland souverän. Belarus, Lettland und Norwegen bereiteten ihren jeweiligen Gegnern aber erhebliche Probleme.

mini|Der deutsche Torwart Thomas Greiss verhindert eine Torchance des Kanadiers Ryan Getzlaf Das erste Viertelfinal-Qualifikationsspiel bestritten die an die achte Position gesetzten Schweizer und die unmittelbar dahinter platzierten Belarussen. Selbige gingen bereits nach 59 Sekunden durch Aljaksej Kaljuschny in Führung. Nach 27 Minuten hatte die Schweiz die Partie aber gedreht und führte mit 2:1. Noch vor Ende des zweiten Drittels glichen die Belarussen durch Kanstanzin Sacharau aber aus. Nach torlosem Schlussabschnitt und Verlängerung sorgte Romano Lemm mit seinem Treffer im Penaltyschießen für die Entscheidung und den Viertelfinaleinzug der Eidgenossen.

Im zweiten Viertelfinal-Qualifikationsspiel meldeten sich die Kanadier mit einem souveränen 8:2-Sieg über Deutschland im Kreis der Favoriten zurück. Vor allem im zweiten und dritten Drittel zeigten die Kanadier ihre Klasse. Insgesamt trafen auf Seiten Kanadas sieben verschiedene Spieler das Tor. Lediglich Jarome Iginla traf im Mittelabschnitt doppelt. Für Deutschland erzielten Marcel Goc und Manuel Klinge die Tore zum zwischenzeitlichen 1:4 und 2:8-Endstand.

Aufgrund des Turniermodus trafen in der dritten Partie Tschechien und Lettland aufeinander. Beide hatten bereits in der Vorrundengruppe gegeneinander gespielt und Tschechien mit 5:2 gewonnen. Zwar konnten die Tschechen auch diesmal die frühe Führung durch Tomáš Rolinek und Tomáš Fleischmann erzielen, doch in der Schlussphase bestraften die Letten die tschechische Unbekümmertheit. Mārtiņš Cipulis und Miķelis Rēdlihs glichen durch Treffer in der Schlussphase aus. Erst in der sechsten Minute der Verlängerung erlöste David Krejčí Tschechien und ebnete den Weg ins Viertelfinale.