mini|hochkant|Lutz Lehmann, vor 2006 Lutz Lehmann (* 5. Februar 1927 in Stettin; † 2. Januar 2019) war ein deutscher Buchautor und Journalist, der unter anderem mit Fritz Pleitgen als ARD-Korrespondent aus Ost-Berlin und Moskau berichtete.
Leben Lutz Lehmann, Sohn von Helene Lehmann, geborener Schroeter, und des Verlagsvertreters Otto Lehmann, besuchte die Grundschule und das Askanische Gymnasium in Berlin. Nach dem Notabitur 1944 wurde er zum Reichsarbeitsdienst und zu den Fallschirmjägern eingezogen. Nach Freilassung aus britischer Kriegsgefangenschaft und einer Landwirtschaftslehre in Schleswig-Holstein kam er 1947 zurück nach Berlin. Dort war er zunächst Redaktionsvolontär, später Redakteur beim Telegraf, danach bis 1951 Redakteur bei der Zeitung Der Abend.
Anschließend arbeitete Lutz Lehmann als freier Journalist vor allem für Hörfunk und Fernsehen, zunächst von 1959 bis 1965 für die Berliner Abendschau. 1970 wurde er beim NDR Redakteur für Zeitgeschichte. Er war dann für das NDR-Politmagazin Panorama sowie für Die Zeit und pardon tätig. Für seine Dokumentarfilme über den 17. Juni und den 13. August wurde er 1973 mit dem Jakob-Kaiser-Preis des damaligen Bundesministeriums für innerdeutsche Beziehungen ausgezeichnet. Für seine Dokumentarberichterstattung über die Situation der sogenannten Contergankinder wurde ihm 1973 der Deutsche Sozialpreis verliehen.
Von 1977 bis 1982 berichtete Lutz Lehmann als ARD-Korrespondent aus Ost-Berlin, von 1982 bis zu seiner Pensionierung 1987 aus dem ARD-Studio in Moskau. Seine Nachfolgerin dort wurde Gabriele Krone-Schmalz. Lehmann blieb bis 1992 in Moskau und arbeitete weiter als freier Journalist.
Im Jahr 2005 erwirkte Lutz Lehmann gegen den NDR eine Unterlassungserklärung, da er sich in einer Studie über den Einfluss des MfS auf westliche Journalisten falsch dargestellt sah.Andreas Förster: Giftspinne im Norden. Der NDR zieht eine Studie über den Einfluss der Stasi auf den Sender nach Protesten zurück. In: Berliner Zeitung, 10. November 2005.
Schriften (Auswahl)
Legal & opportun. Politische Justiz in der Bundesrepublik. Voltaire-Verlag, 1966. Klagen über Lehrer F. und andere Schul-Beispiele von autoritärer Tradition. Verlag S. Fischer, Frankfurt a. M. 1971. Wie die Luft zum Atmen. Ein Journalist erlebt die Perestroika. Hoffmann und Campe Verlag, Hamburg 1988, ISBN 978-3-455-08274-6.
Literatur Alexander Neubacher: Journalisten. Feindobjekt NDR. In: Der Spiegel vom 31. Oktober 2005. Lehmann, Lutz. In: Walter Habel (Hrsg.): Wer ist wer? Das deutsche Who’s who. 24. Ausgabe. Schmidt-Römhild, Lübeck 1985, ISBN 3-7950-2005-0, S. 748–749.
Ehrungen und Auszeichnungen 1950: Deutscher Journalisten-Preis für Reportage 1973, 1976 und 1978: Jakob-Kaiser-Preis 1975: Deutscher Sozialpreis
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