mini|Crossley Kühlerfigur mini|Crossley 20/25, Baujahr 1909 Crossley war ein britischer Hersteller von Automobilen, Omnibussen und anderen Nutzfahrzeugen, der 1948 von der Associated Equipment Company übernommen wurde, diese wurde als Associated Commercial Vehicles 1962 von Leyland Motors übernommen. Fahrzeuge der Marke Crossley wurden bis 1956 verkauft.

Unternehmensgeschichte Das Unternehmen Crossley Brothers Limited aus Gorton bei Manchester, später Errwood Park bei Stockport (Cheshire), begann 1904 mit der Produktion von Automobilen und Nutzfahrzeugen. Ursprünglich war Crossley Motors der Name des Unternehmenszweiges für die Herstellung von Kraftfahrzeugen, wurde aber 1910 ein selbstständiges Unternehmen, da die Unternehmensleitung frühzeitig die sich entwickelnden Absatzchancen für Automobile erkannte. Crossley Motors Limited wurde am 11. April 1906 erstmals als eigenständiges Unternehmen registriert, im Jahr 1910 erfolgte eine erneute Registrierung mit einer neuen Firmennummer. Obwohl Crossley Motors anfänglich nur Pkw herstellte, entwickelte es sich in der Zeit des Ersten Weltkrieges zu einem wichtigen Zulieferbetrieb für die britische Nutzfahrzeugindustrie. In den 1920er Jahren begann das Unternehmen mit der Produktion von Bussen. 1920 erwarb das Unternehmen 68,5 % der Aktien der nahegelegenen A V Roe and Company – auch bekannt als Avro – und übernahm die Fahrzeugsparte dieses Unternehmens, während die Entwicklung und Herstellung von Flugzeugen bei Avro als unabhängigem Unternehmen verblieb. Bereits 1928 musste Crossley Motors jedoch die Anteile an Armstrong Siddeley verkaufen, um die Verluste aus der gemeinsam mit Willys-Overland betriebenen Willys Overland Crossley auszugleichen.

Im Zuge der britischen Rüstungsanstrengungen in der Zwischenkriegszeit wurde die Produktion von Pkw ab 1930 gedrosselt und 1936 vollständig eingestellt. Während des Zweiten Weltkrieges wurden wieder hauptsächlich militärische Fahrzeuge hergestellt. Die Busproduktion wurde bis 1945 fortgesetzt, jedoch konnten keine neuen Modelle mehr entwickelt werden.

In den späten 1940er Jahren schätzte die Geschäftsleitung Crossley Motors als nicht überlebensfähig ein und stimmte letztendlich einer Übernahme durch die Associated Equipment Company (AEC) zu. Die Produktion wurde 1958 endgültig eingestellt. Dabei wurden bis 1952 noch von Crossley Motors entwickelte Fahrzeuge in Stockport hergestellt, während von diesem Zeitpunkt bis zur Produktionseinstellung Fahrzeuge von AEC montiert wurden. Trotz Produktionseinstellung wurde die Gesellschaft nie formal aufgelöst. Im Jahr 1969 reaktivierte der neue Eigentümer von AEC, British Leyland, das Unternehmen unter dem Namen Leyland National und ließ in Stockport den gleichnamigen Linienbus produzieren.

Crossley Motors produzierte im Laufe der Zeit insgesamt ungefähr 19.000 Pkw, 5.500 Busse und 21.000 Lkw und Militärfahrzeuge.siehe Eyre, Heaps, Townsin

Produktionsstätten Die Fertigungsstätten befanden sich ursprünglich im Stammwerk von Crossley Brothers in Openshaw, Manchester. 1907 wurde die Produktion in die Napier Street in Gorton, Manchester, verlegt, die Straße wurde später in Crossley Street umbenannt.

Mit der Steigerung der Produktion reichten die verfügbaren Flächen jedoch bald nicht mehr aus, so dass das Unternehmen 1914 eine größere Fläche in Heaton Chapel, Stockport, erwarb. Dort entstanden die Errwood Park Works. Der Bau der neuen Fertigungsanlagen begann 1915. Obwohl zur Entlastung des alten Werkes gedacht, wurden die Flächen zunächst für die Produktion von Rüstungsgütern genutzt. Im Westteil des Geländes entstand ab 1917 die National Aircraft Factory No. 2. Nach Kriegsende übernahm Crossley Motors 1919 die Produktionsanlagen und richtete dort die Fertigungsstätten der Willys Overland Crossley ein. Das Werk wurde 1934 an die Fairey Aviation Company verkauft. Auch der Ostteil des Geländes wurde von Fairey ab 1938 für die Flugzeugproduktion genutzt. Erst nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges wurde das Gelände Sitz von Crossley Motors. Da wegen der Rüstungsproduktion die Produktion in den Errwood Park Works nicht aufgenommen werden konnte, eröffnete Crossley Motors 1938 im 4,8 km ostwärts gelegenen Greencroft Mill bei Hyde eine neue Produktionsstätte.

Pkw Der erste Pkw wurde 1904 entwickelt und im Folgejahr auf der Mondial de l’Automobile vorgestellt. Der Erfolg dieses Fahrzeuges auf der Ausstellung gab den Ausschlag zur Gründung des Unternehmens. Das Fahrzeug wurde zunächst in sehr geringer Stückzahl hergestellt, doch nach Eröffnung des neuen Werkes in Gorton wuchs die Produktion ab 1909 stark an. In diesem Jahr wurde auch der 20 hp (später als 20/25 bezeichnet) eingeführt. Der Wagen wurde vom britischen War Office beschafft und ab 1913 beim Royal Flying Corps (RFC) eingesetzt. Mit Ausbruch des Ersten Weltkrieges wurde die Produktion ausgeweitet und bis 1918 über 6000 Fahrzeuge als Stabsfahrzeug, leichtes Zugmittel und Sanitätskraftwagen hergestellt. Der Typ kam auch ab 1920 bei der neu aufgestellten Flying Squad der Metropolitan Police zum Einsatz. Dazu erhielten einige Fahrzeuge eine Funkausrüstung.

Der Crossley 25/30 hp wurde als Mannschaftswagen von der British Army von 1919 bis zu deren Abzug 1922 in Nordirland eingesetzt. Die irische Armee übernahm die Fahrzeuge und setzte sie während des Bürgerkrieges ein. Von ursprünglich 454 gelieferten Fahrzeugen waren 1926 noch 57 einsatzbereit, weitere 66 wurden überholt oder instand gesetzt.

1921 erschien mit dem 19.6 ein neuer Typ, der ab 1922 durch den kleineren 14 hp mit 2,4 Liter Hubraum ergänzt wurde. Dieser kleinere Pkw wurde das bestverkaufte Modell des Unternehmens. 1925 ersetzte der 18/50 mit 2,7 Litern Hubraum den 19.6. Der 18/50 war das erste Modell von Crossley mit einem Sechszylindermotor. Im 20.9, der 1927 erschien, wurde der Hubraum des Motors auf 3,2 Liter vergrößert. 1933 bot Crossley als erster britischer Hersteller einen Pkw mit eingebautem Radio an. 1931 kündigte das Unternehmen eine neue kleinere Typenreihe an, die mit Motoren von Coventry Climax ausgerüstet wurde, jedoch wurde die Produktion von Pkw aufgrund der sinkenden Absatzzahlen langsam zurückgefahren. 1937 wurden die letzten Pkw bei Crossley Motors montiert.

ModellBauzeitZylinderHubraum cm³Leistung PS22/28 HP1904 4 4942 3240 HP 1904–1908 4 704020/25 HP 1909–1912 4 3927 5040 HP 1909–1910 4 704012/14 HP 1910–1911 4 241320 HP1910–1913 4 457615 HP1912–1914 4 2388 32Shelsley 1913 4 261320/25 HP 1914–1916 4 448725/30 HP1919–1925 4 4530 und 495019.6 HP1920 4 3817 5520/70 HP1923 4 3732 und 3817 5512/14 HP und 14 HP1923–1927 4 2388 3118/50 HP1926–1928 6 269215.7 HP Silver1928–1934 6 1990 6120.9 HP Golden1928–1937 6 3198Super 61929–1934 6 3198Shelsley 1929 6 1990 61RE (Rear Engine = Heckmotor)1933 6 1991 6110 HP Torquay1933/1934 4 1122Regis 41934–1937 4 1122 35,5Regis 61935/1936 6 1476 45

Drei Fahrzeuge dieser Marke sind im Science and Industry Museum in Manchester zu besichtigen.

Busse In den späten 1920er Jahren wurde wegen der aufkommenden Massenproduktion der Markt für handgefertigte Pkw immer kleiner. Auf der Suche nach neuen Absatzmärkten wandte sich Crossley Motors daher zunächst der Produktion von Omnibussen zu. 1928 erschien mit dem Eagle der erste Bus des Unternehmens. Ursprünglich als Eindeckerbus konzipiert, wurden einige Fahrgestelle jedoch auch mit Doppeldecker-Aufbauten versehen. Der 1930 erschienene Condor war der erste speziell als Doppeldecker konstruierte Bus von Crossley Motors. Der Condor konnte auch mit einem Dieselmotor von Gardner geliefert werden und war damit der erste britische Doppeldeckerbus mit Dieselmotor. Der 1933 erschienene Mancunian wurde sowohl als Ein- als auch als Doppeldecker gebaut. Dieser Typ war der meistverkaufte Bus von Crossley Motors.

Nach dem Zweiten Weltkrieg fertigte das Unternehmen weiter Ein- und Doppeldeckerbusse, die auf dem grundsätzlich gleichen Chassis aufbauten (SD = Eindecker, DD=Doppeldecker). Wie schon vor dem Krieg wurde auch eine Variante als Trolleybus (TDD) angeboten. Da kriegsbedingte Verluste in Europa ausgeglichen werden mussten, wuchs der Absatzmarkt kurzfristig stark an. Das Unternehmen konnte eine Ausschreibung der Nederlandse Spoorwegen gewinnen, der sich mit einem Volumen von 3 Millionen GBP zum größten Exportgeschäft der britischen Busindustrie entwickelte. Nach kurzer Zeit schrumpfte der Markt jedoch stark, und Crossley Motors konnte sich als eigenständiges Unternehmen nicht länger behaupten. Nach der Übernahme durch AEC wurde der AEC Regent bei Crossley montiert und mit dem Crossley-Logo versehen auch als Crossley Regent verkauft.

DD42 mini|Crossley DD42, Baujahr 1952 Die Arbeiten an einer neuen Generation von Bussen hatten bei Crossley bereits 1938 begonnen. Während eines Kuraufenthaltes in der Schweiz besichtigte der Chefkonstrukteur, W. C. Worrall, die Fertigung von Saurer und konnte dort den neuen Dieselmotor mit Direkteinspritzung besichtigen. Von den Vorzügen dieses Konstruktionsprinzips überzeugt, übernahm man die Direkteinspritzung beim neuen Motor HOE7 mit 8,6 l Hubraum. Für den Versuchsbetrieb wurden zwei Chassis mit den neuen Motoren ausgerüstet, ein Fahrgestell erhielt einen modifizierten Aufbau des Mancunian, das zweite eine neue Karosserie. Die Erprobungen bei der Manchester Corporation verliefen zufriedenstellend. 1944 erlaubten staatliche Stellen die Produktion von 150 Doppeldeckern DD42 und 80 Aufbauten. Die Produktionsaufnahme der Eindeckerversion SD42 wurde bis zum Kriegsende zurückgestellt. Für die Aufbauten kam wieder die von Crossley entwickelte Metallrahmenbauweise zur Anwendung. Ein Prototyp des neuen Aufbaus wurde auf dem Fahrgestell eines Mancunian zufriedenstellend getestet. Das Design lehnte sich eng an die mit dem Streamliner begonnene Entwicklung an.

Nach Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Produktion in der Aircraft Factory No 5 in Erwood Park eingestellt. Crossley mietete das Gelände ab September 1946 für zunächst zehn Jahre und verlagerte die Produktion ab Januar 1947 vollständig dorthin, das alte Werk in Gorton wurde verkauft. Die Produktion des DD42 wurde jedoch 1946 noch in Gorton gestartet. In jenem Jahr wurden 93 Busse ausgeliefert. Insgesamt wurden zwischen 1945 und 1951 1114 DD42 produziert.

In der Praxis ergaben sich Schwierigkeiten mit dem Motor. Im Ergebnis einer Patent-Auseinandersetzung mit Saurer wurde die Konstruktion des Zylinderkopfes geändert. Daraufhin sank die Leistung, während Treibstoff- und Ölverbrauch stark anstiegen. Außerdem gab es thermische Probleme. Nach Übernahme durch AEC kam ein AEC-Zylinderkopf zur Anwendung, aber die Reputation von Crossley war bereits nachhaltig geschädigt. Das neue Fahrgestell hingegen wies auch im praktischen Betrieb hervorragende Eigenschaften auf.

SD42 mini|Crossley SD42/1 mit Aluminiumkarosserie von Schelde, Baujahr 1948 Anlass für die Produktionsaufnahme des SD42 war der Auftrag der niederländischen Staatsbahnen, die die Lieferung von 425 Bussen für je 43 Sitzplätze und weiteren 500 für je 47 Sitzplätze beinhaltete. Die kleinere Ausführung war 32 Fuß 11 Zoll lang, die größere 35 Zoll 2 Fuß lang und 8 Fuß breit. Damit waren die Busse deutlich größer und im Fall der zweiten Ausführung auch breiter als im Vereinigten Königreich zur damaligen Zeit zulässig, was die Absatzchancen auf dem heimischen Markt zunächst minimierte. Die geforderte Höchstgeschwindigkeit von 60 mph (knapp 100 km/h) lag ebenfalls deutlich über der im Vereinigten Königreich zulässigen.