mini|Wetterkarte des Südostens der Vereinigten Staaten am 9. Oktober 1843 von James Pollard Espy. Eine Wetterkarte im allgemeinen Sinn ist eine Landkarte, die die Wetterverhältnisse über ein geografisches Gebiet zu einem bestimmten Zeitpunkt visuell erfassbar macht. Der Zeitpunkt kann aktuell sein, in der Vergangenheit liegen oder zukünftig sein (Wetterprognose).

Aus meteorologischer Sicht versteht man darunter besonders den Momentzustand der Luftdruckverhältnisse über einem größeren Gebiet. Eine solche Wetterkarte gibt Aufschluss über die Windgeschwindigkeit und Windrichtung oder lässt mögliche Wettergefahren frühzeitig erkennen. Sie ermöglicht außerdem eine Vorhersage des kommenden Wetters. Sie kann auch im Alltag sinnvoll verwendet werden.

Geschichte

In der Wissenschaft der Kartengeschichte gilt die die 1686 von Edmond Halley entworfene Windkarte als älteste und gleichzeitig einer Wetterkarte am nächsten kommende Kartendarstellung. Alexander von Humboldt verwendete 1817 in seiner Arbeit „Sur les lignes isothermes“ Isolinien zur Darstellung klimatischer Verbreitungen. Diese Darstellung geht ebenfalls auf Edmond Halley und seine Isogonendarstellung von 1701 zurück. Dies kann als Grundlage für den Gebrauchs der Isolinie in der modernen Wissenschaft betrachtet werden.

James Pollard Espy erstellte für die US Army im Jahr 1843 die erste Serie von Wetterkarten der Vereinigten Staaten.First Report on Meteorology, to the Surgeon General of the United States Army. October 9, 1843. Als Erfinder der Karte mit Wettervorhersage gilt der französische Wissenschaftler Urbain Le Verrier, der erstmals für den 19. Februar 1855 eine solche für Frankreich erstellte.

In seiner 1826 an der Universität Leipzig eingereichten Dissertation veröffentlichte Heinrich Wilhelm Brandes die ersten Wetterkarten. Diese beruhte aber noch auf jahrealten Messdaten. Doch im Laufe des 19. Jahrhunderts wuchs die Bedeutung genauer Wettervorhersagen für Personen- und Frachtschifffahrt sowie Bau- und Landwirtschaft. 1875 wurde deswegen die Deutsche Seewarte mit Zentrale in Hamburg gegründet, die alsbald Wetterbeobachtungsstellen einrichtete, von denen die Messwerte regelmäßig in die Zentrale übermittelt wurden. Bis zur Wende zum 20. Jahrhundert entwickelte sich daraus ein vollwertiger Wetternachrichtendienst. Dieser wurde vom Deutschen Reich betrieben und war der Admiralität der Kaiserlichen Marine unterstellt.

Täglich wurden von 27 deutschen und 18 ausländischen Beobachtungsstellen bis 9 Uhr morgens die Wetterdaten übermittelt, anhand derer die Meteorologen bis 12 Uhr eine Wetterkarte nebst Wetterprognose erstellten. Bis 13 Uhr wurde dann dem Telegraphenamt in Hamburg das Wetter-Telegramm. Empfänger waren die großen Tageszeitung, meteorologische Institute und Privatgelehrte, und schon bald nach der Jahrhundertwende auch Landwirte, Bauunternehmer und andere Interessierte Unternehmer. Ab 1908 wurde dieses Telegramm in Schaukästen allen Postkunden zugänglich gemacht.

Bodenwetterkarten mini|hochkant=2|Eine Wetterkarte (Bodenwetterkarte) für Europa und den Nordatlantik mit Stationsdaten Entstehung einer Wetterkarte Die traditionelle und allgemein bekanntere Form der Wetterkarte ist die Bodenwetterkarte, bisweilen auch kurz Bodenkarte genannt. Damit eine solche Karte erstellt werden kann, müssen zunächst die Luftdruck­messwerte aller Wetterwarten, das heißt aller am Boden befindlichen Messstationen, im Einzugsbereich der Karte vorliegen. Die Daten werden entsprechend der geographischen Position der jeweiligen Wetterwarte in die noch leere Karte eingetragen.

Im nächsten Schritt werden auf der Karte der höchste und der niedrigste Luftdruckwert gesucht und mit einem H für Hochdruckgebiet bzw. mit einem T für Tiefdruckgebiet (international auch L für engl. Low) markiert. Anschließend werden um Hoch- und Tiefdruckzentrum die Isobaren, das heißt die Linien, entlang derer zum Messzeitpunkt jeweils der gleiche Luftdruck geherrscht hat, eingezeichnet. Die Isobaren weisen, wie andere Isolinien auch, jeweils diskrete Werte auf. Auf deutschen Wetterkarten sind das in der Regel Werte, die glatt durch fünf teilbar sind. Die realen Messwerte der Wetterwarten sind hingegen innerhalb eines Kontinuums verteilt. Daher liegen viele Messstationen nicht genau auf einer Isobare: Wenn an Wetterwarte A ein Luftdruck von 1002 Hektopascal (hPa) gemessen wurde und an Wetterwarte B ein Wert von 1008 hPa, dann verläuft die Isobare für 1005 hPa ungefähr in der Mitte zwischen A und B.

Einfache Wetterkartenmerkmale im Überblick Neben den Isobaren befinden sich auf einer Wetterkarte noch weitere Details, hier die wichtigsten: + Fronten Symbol Beschreibung 50px|ohne Warmfronten werden mit einer Linie aus roten Halbkreisen eingezeichnet. Sie können länger anhaltenden Landregen bedeuten und führen dabei zu einer Zunahme der Bewölkung sowie einem langsamen Temperaturanstieg. 50px|ohne Kaltfronten werden mit einer Linie aus blauen Dreiecken eingezeichnet. Das Wetter bleibt bei einem Durchzug einer Kaltfront unbeständig und es treten häufig Schauer und Gewitter auf. Die Lufttemperatur sinkt dabei. 50px|ohne Okklusionen werden als violetter Halbkreis neben einem Dreieck eingezeichnet. Sie entsteht, wenn die schnellere Kaltfront die langsamere Warmfront erreicht und sie sich mit ihr verbindet. Das Wetter bleibt innerhalb einer Okklusion unbeständig und regnerisch. 50px|ohne stationäre Fronten werden mit Linie aus abwechselnd blauen Dreiecken und roten Halbkreisen eingezeichnet. Keile der relativen Topografie werden mit einer orangen Linie mit wechselseitigen Strichen eingezeichnet. Troglinien werden mit einer blauen gestrichelten Linie eingezeichnet Konvergenzen werden mit einer blauen Linie mit wechselseitigen Strichen eingezeichnet

+ Druckgebiete Art Buchstabe Hochdruckgebiet : Hoch : High : Anticyclone (alt: haute pression) : Werchnij Tiefdruckgebiet : Tief : Low, Cyclone : Dépression (alt: basse pression) : Nischnij Höhentiefkern : HTK : Low Pressure Center : :

+ Niederschlag Art DarstellungRegenFläche hellgrün schraffiert oder gepunktet.SchneeFläche dunkelgrün schraffiert oder mit Sternchen.NebelFläche gelb schraffiert oder gestrichelt.

Genauere Wetterkarten und Wetterkartensymbole

mini|Anordnung der Wetterdaten Genauere Wetterkarten besitzen noch weitere Informationen zum aktuellen Wettergeschehen. Sie beinhalten Daten über Temperatur, Windstärke, Windrichtung, Luftdruckveränderung, Niederschlag, Wolkenart, Bewölkung, Wolkenuntergrenze, Taupunkt (Luftfeuchtigkeit) und das gegenwärtige Wetter.

Dazu werden diese Daten in einem besonderen Muster in die Wetterkarte mit eingefügt. Die Position der Daten auf der Wetterkarte markiert die geographische Position der Wetterwarte. Nur die wichtigsten Stationen werden mit ihren Daten eingefügt. Ansonsten wäre die Karte viel zu überladen mit Wetterdaten und keine Details mehr erkennbar. Im Gegensatz zum rechts abgebildeten Schema steht unter der Zahl für die Lufttemperatur noch der Code für die SichtweiteSymbole auf der Bodenwetterkarte laut DWD .

Windgeschwindigkeit, Bewölkung und Luftdrucktendenz Bewölkung Symbol Code Beschreibung 25px|zentriert 0/8 Wolkenlos 25px|zentriert 1/8 Sonnig 25px|zentriert 2/8 Heiter 25px|zentriert 3/8 Leicht bewölkt 25px|zentriert 4/8 Wolkig 25px|zentriert 5/8 Bewölkt 25px|zentriert 6/8 Stark bewölkt 25px|zentriert 7/8 Fast bedeckt 25px|zentriert 8/8 Bedeckt 25px|zentriert 9/8 Himmel nicht erkennbar Luftdrucktendenz (3 Std.) Symbol Beschreibung 25px|zentriert Steigend 25px|zentriert Steigend, dann fallend 25px|zentriert Steigend, dann stabil 25px|zentriert Steigend oder stabil, dann fallend 25px|zentriert Fallend oder stabil, dann steigend 25px|zentriert Stabil 25px|zentriert Fallend 25px|zentriert Fallend, dann steigend 25px|zentriert Fallend, dann stabil   Windgeschwindigkeit Symbol Knoten, km/h 25px|zentriert 0 kn, 0 km/h 25px|zentriert 5 kn, 9 km/h 25px|zentriert 10 kn, 19 km/h 25px|zentriert 15 kn, 28 km/h 25px|zentriert 20 kn, 37 km/h 25px|zentriert 25 kn, 46 km/h 25px|zentriert 30 kn, 56 km/h 25px|zentriert 35 kn, 65 km/h 25px|zentriert 40 kn, 74 km/h 25px|zentriert 45 kn, 83 km/h 25px|zentriert 50 kn, 93 km/h 25px|zentriert 55 kn, 102 km/h 25px|zentriert 60 kn, 111 km/h 25px|zentriert 65 kn, 120 km/h 25px|zentriert 70 kn, 130 km/h 25px|zentriert 75 kn, 139 km/h 25px|zentriert 80 kn, 148 km/h 25px|zentriert 85 kn, 157 km/h 25px|zentriert 90 kn, 167 km/h 25px|zentriert 95 kn, 176 km/h 25px|zentriert 100 kn, 185 km/h 25px|zentriert 105 kn, 194 km/hWindrichtung obiger Symbole:

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