Die Österreichische Fußball-Bundesliga ist die höchste Spielklasse im österreichischen Männerfußball. Bereits seit der Saison 1911/12 wurde unter dem Titel Erste Klasse eine Fußballmeisterschaft in Österreich nach dem Ligasystem ausgetragen; sie wird seitdem durchgeführt, ihr Modus machte jedoch etliche Veränderungen durch.

Dies gilt auch für ihr Verbreitungsgebiet: In den Anfangs-Jahrzehnten bis hin zur Auflösung des ÖFB 1938 handelte es sich offiziell um die Meisterschaft von Niederösterreich inklusive Wien, später nur noch Wien.vgl. Schidrowitz 1951; bes. S. 82 ff. Anders als im benachbarten DFB gab es keine Endrunden mit den anderen regionalen Meistern. Allerdings wurde der Wiener Meister frühzeitig und durchgängig als „der“ Österreichische Meister betrachtet, was sich wegen der Spielstärke der Liga auch anbot und international akzeptiert war. Doch auch nach der erstmaligen Umbenennung zur Nationalliga Mitte der 1930er Jahre spielten weiterhin keine Vereine außerhalb Wiens mit. Noch bis vor der Saison 1949/50 wurde die (seit 1924) Profi-Liga unter Ausschluss der Mannschaften außerhalb Wiens und Niederösterreichs geführt (ausgenommen Gauliga Ostmark 1938 bis 1945), weshalb erst seit dieser Saison eine gesamtösterreichische Fußballliga existiert. Bis inklusive der Saison 1964/65 hieß diese Liga Staatsliga bzw. Liga A, anschließend hieß sie Nationalliga. Die 1974/75 eingeführte Bundesliga trug zwischen 2014/15 und der Saison 2020/21 den Sponsornamen tipico-Bundesliga, seit 2021/22 wird sie vom österreichischen Wettunternehmen ADMIRAL gesponsert. Unter den zwölf teilnehmenden Vereinen werden der Österreichische Meister ermittelt und neben dem ÖFB-Cup Startplätze für die Europacupwettbewerbe ausgespielt.

Modus Ab der Saison 2018/19 trat ein neuer Modus in Kraft.ÖFBL.at – Reform 2018/19 Seitdem spielen 12 Mannschaften, die zunächst in 22 Meisterschaftsrunden gegeneinander antreten. Nach 22 Spieltagen werden die Punkte jedes Teams halbiert und die Meisterschaft wird in zwei separaten Gruppen weitergeführt. Die oberen sechs Teams spielen um den Meistertitel und die internationalen Startplätze, während die unteren Teams gegen den letzten Platz, der den fixen Abstieg bedeutet, spielen. Eine Neuheit auch für Ligen mit geteilten Modi besteht in der Möglichkeit, als Gewinner der Abstiegsgruppe noch international vertreten sein zu können. So spielt der Sieger der Abstiegsgruppe (7. Platz) in einem Play-off um die UEFA-Europa-Conference-League-Qualifikation gegen denjenigen Verein in der Meistergruppe, der die niedrigste Platzierung aufweist, die noch zur Qualifikation für die UEFA Europa Conference League berechtigt. mini|Hierarchie der Österreichischen Ligen am Beispiel Steiermark, ab 2018/19 wurde die Erste Liga durch die 2. Liga ersetzt

Aufgrund der Platzierung in der Fünfjahreswertung der UEFA werden die Europacupplätze in der Bundesliga vergeben. Durch die wechselnden Ergebnisse österreichischer Vereine in den Europacup-Bewerben ändert sich die Anzahl der Startplätze in der UEFA Champions League, der UEFA Europa League sowie auch der UEFA Europa Conference League häufig.

Verein „Österreichische Fußball-Bundesliga“ – Ausrichtung Die Österreichische Fußball-Bundesliga ist ein eigenständiger eingetragener Verein und wurde am 1. Dezember 1991 als zehntes Ordentliches Mitglied in den ÖFB aufgenommen. Der Verein trägt die Verantwortung und ist Ausrichter beziehungsweise Veranstalter für die Meisterschaften der beiden höchsten Spielklassen in Österreich. Dazu ist die Bundesliga für die Umsetzung der Fußball-Jugendliga mitverantwortlich und vertritt in Zusammenarbeit mit den Vereinen den Berufsfußball in Österreich. Die 28 Vereine der Bundesliga und der Zweiten Liga sind die Ordentlichen Mitglieder des Verbandes. (Abruf am 1. Jänner 2008) Nach außen hin wird die Bundesliga durch den geschäftsführenden Vorstand, unterstützt durch eine Geschäftsstelle, vertreten. Dieser unterstützt den Aufsichtsrat bei der operativen Umsetzung. Jeder Verein der beiden professionellen Ligen ist in den Hauptversammlungen sowie Klubkonferenzen vertreten; in diesen werden Beschlüsse in allen die Bundesliga betreffenden Angelegenheiten gefasst.Satzungen der Österreichischen Fußball-Bundesliga, Dezember 2007.

Die Senate der Bundesliga bestehen aus ehrenamtlichen und vereinsunabhängigen Personen: Der Senat 1 (auch Strafausschuss genannt) ist für Gelbsperren, die Wertung der Meisterschaftsspiele und bei Ausschlüssen zuständig. Der Senat 2 (Schlichtungs- und Kontrollausschuss) fungiert als Schlichtungsstelle bei Differenzen zwischen den ordentlichen Mitgliedern. Der Senat 3 (Stadion- und Sicherheitsausschuss) ist für alle infrastrukturellen und sicherheitstechnischen Belange verantwortlich. Die Feststellung der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit für die Erteilung einer Lizenz für die beiden professionellen Ligen erfolgt in erster Instanz durch den Senat 5, den Bundesliga-Lizenzausschuss.

Gegen die Entscheidungen der Senate kann beim Protestkomitee berufen werden. Auch gegen die Entscheidung des Protestkomitees kann berufen werden und zwar vom ständigen neutralen Schiedsgericht.

Die Österreichische Fußball-Bundesliga trägt in Zusammenarbeit mit den Vereinen die Obsorge für eine positive Entwicklung des Fußball-Spitzensports sowie die Heranführung des Nachwuchses an den Leistungssport. Als Mittel dazu sieht die Bundesliga ein wirtschaftliches Controlling der Vereine (Lizenzierungsverfahren), die Einführung eines eigenen Gesetzes für den Berufsfußball, die TV-Vermarktung, zentrale Sponsoraktivitäten sowie gemeinsame Marketing-Aktivitäten aller Vereine. Obgleich der Verein „Österreichische Fußball-Bundesliga“ sowohl die erstklassige Fußball-Bundesliga als auch die zweitklassige 2. Liga ausrichtet, wird im Folgenden nur die erstklassige Bundesliga beschrieben. Zu einer detaillierten Übersicht über die Entwicklung der zweiten Spielstufe in Österreich siehe den Artikel 2. Liga.

Namenshistorie mini|hochkant=0.5|Logo als 1. Division bis 1993 mini|hochkant=0.5|Logo der Bundesliga von 2009 bis zum Relaunch 2016

Die österreichische Fußball-Bundesliga wechselte in ihrer Geschichte mehrmals ihren Namen, meist sollte dies eine bestimmte Neuerung im System betonen. Gründungsname war Erste Klasse, der mit Einführung des Profi-Fußballs 1924 in I. Liga geändert wurde. 1936 kam mit dem Übergang zu einem gemischt professionellen und semi-professionellen System zugunsten der Provinzteams die Umbenennung in Nationalliga. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Liga zwar von den Nationalsozialisten nicht aufgelassen, aber mehrmals umbenannt. Nach Kriegsende entschloss sich der ÖFB zunächst zum schlichten Namen Liga, der nach Bildung der Liga B als Unterbau in Liga A – meist umgeformt in A-Liga – umgeändert wurde. Reformen brachten weitere Namensänderungen, zunächst 1965 wieder Nationalliga und 1974 erstmals Bundesliga. Die zunächst bewusst gemachte Anlehnung an die deutsche Bundesliga wurde aber bereits zwei Jahre später als 1. Division wieder eingeschränkt. Erst seit einer erneuten Reform 1993 heißt die Liga wieder Bundesliga. 1997 erhielt die Bundesliga erstmals einen Sponsornamen. Das Mobilfunkunternehmen max.mobil gab der Liga seinen Namen. Nach der Übernahme des Konzerns durch die Deutsche Telekom 2002 wurden die Spielzeiten offiziell unter dem Namen T-Mobile Bundesliga ausgetragen. Der ursprünglich auf 3,5 Millionen Euro pro Jahr lautende Sponsorvertrag wurde 2005 etwas vermindert. Damit verbunden war ein Werbeverbot anderer Mobilfunkunternehmer als Vereinssponsoren. Der Vertrag lief 2008 aus.„T-Mobile-Bundesliga“ vor dem Aus? Die Presse, 12. Februar 2008.

Seit der Saison 2008/09 stieg das Wettunternehmen tipp3 zusammen mit T-Mobile Austria in einen neuen Kooperationsvertrag ein. Damit hieß die Bundesliga mit Sponsornamen ab der Saison 2008/09 tipp3-Bundesliga powered by T-Mobile.

1911/12 ÖFV: Erste Klasse, Meisterschaft um Niederösterreich 1919/20 ÖFV (NFV): Erste Klasse 1923/24 ÖFB (WFV): Erste Klasse 1925/26 ÖFB (WFV): I. Liga 1937/38 ÖFB (WFV): Nationalliga 1938/39 Gauliga: Bereichsklasse 17 (Sport-Gau 17) 1945/46 ÖFB (WFV): Liga 1950/51 ÖFB: Staatsliga oder auch Liga (A) 1965/66 ÖFB: Nationalliga 1974/75 ÖFB: Bundesliga 1975/76 ÖFB: 1. Division 1994/95 ÖFB: Bundesliga 1997/98 ÖFB: max.Bundesliga 2002/03 ÖFB: T-Mobile Bundesliga 2008/09 ÖFB: tipp 3-Bundesliga powered by T-Mobile 2014/15 ÖFB: tipico-Bundesliga 2021/22 ÖFB: ADMIRAL Bundesliga

Geschichte Von der ÖFU-Meisterschaft zur Ersten Klasse des ÖFV ÖFU-Liga (Tagblatt-Pokal) Saison Meister 1900/01 x21px|zentriert|Wiener AC Wiener AC 1901/02 x21px|zentriert|Wiener AC Wiener AC 1902/03 x21px|zentriert|Wiener AC Wiener AC mini|hochkant|links|M. D. Nicholson – Ideengeber des Tagblatt-Pokals

Im Jahre 1894 fand in Österreich zwischen dem First Vienna FC 1894 und dem Vienna Cricket and Football-Club das erste Fußballwettspiel nach den Regeln der englischen FA statt. Bereits drei Jahre später wurde mit dem Challenge-Cup ein erster Cupbewerb ausgeschrieben, an dem alle Vereine Österreich-Ungarns teilnehmen konnten. Neben diesem Bewerb hatte die im Jahre 1900 durch Mark Nicholson gegründete Österreichische Fußball-Union das Ziel, eine eigene Meisterschaftskonkurrenz nach Tabellenmodus einzuführen. Noch in ihrem Gründungsjahr gelang es der ÖFU, alle damals bedeutenden österreichischen Fußballvereine für dieses Vorhaben zu gewinnen. In die erste Klasse wurden die Vereine WAC, Cricketer, Vienna, Wiener FC 1898 und Victoria eingeteilt, wobei letztere vorerst freiwillig in der zweiten Klasse startete. Als Sponsor für eine Meisterschaftstrophäe konnte die Zeitung „Neues Wiener Tagblatt“ gewonnen werden, wodurch die erste österreichische Fußballmeisterschaft heute in der Fußball-Literatur als Tagblatt-Pokal bekannt ist, wenngleich sich auf den damals vergebenen Meisterschaftsmedaillen der offizielle Titel „Meisterschaft der ÖFU“ fand.Schmieger 1925, S. 25ff. Der österreichische Unions-Meisterschaft wurde vier Spielzeiten lang ausgetragen, wobei die letzte Saison nicht beendet wurde. Alle drei Meisterschaften gewann der WAC, wodurch die als Wanderpokal titulierte Trophäe, wie in den Statuten festgelegt, in den Besitz des dreimaligen Siegers überging.

Die Unions-Meisterschaft ging an der Eigensinnigkeit der Vereine zugrunde. Die Vienna und die Cricketer traten beide aus dem Verband aus und schlossen sich am 17. Jänner 1904 dem neuen ÖFV an. Da zahlreiche Vereine den beiden Großklubs folgten, bedeutete dies das Ende der ÖFU, die sich am 24. Jänner 1904 auflöste. Grund für den Verbandsausstieg war eine vermeintliche Bevorzugung des WAC durch den Verband. Cricketer war 1901 Vizemeister hinter dem WAC geworden, wobei das entscheidende Spiel zu früh abgepfiffen wurde. Aus diesem Grund war der Verein bereits in der Saison 1902 der Meisterschaft ferngeblieben.Schmieger 1925, S. 32ff. Die Vienna, Vizemeister 1903, reklamierte, dass in ihrem entscheidenden Spiel der Gegner einen unberechtigten Spieler eingesetzt hätte. Der Verein hatte damals am letzten Spieltag vollkommen überraschend gegen Graphia 1:3 verloren, wodurch der WAC die Döblinger in der Tabelle noch überholte.Schmieger 1925, S. 25f. Der ÖFV als nunmehr alleiniger Fußballverband Österreichs versuchte 1906 eine eigene Meisterschaft zu etablieren, die jedoch aufgrund der Verbandsstreitigkeiten bereits in der ersten Saison zum Erliegen kam. An der Erstligameisterschaft nahmen die Klubs WAC, Vienna, Cricketer, Rapid, Sportvereinigung, Graphia, Victoria und Germania teil, wobei während der Meisterschaft aller Erstligaklubs bis auf die Vienna aus der Meisterschaft sukzessive austraten. Der ÖFV hatte die Teilnahme an der Meisterschaft als freiwillig erklärt, die Meisterschaftsspiele brachten jedoch weitaus kleinere Zuschauerzahlen als internationale Freundschaftsspiele, so dass die meisten Vereine bald wieder das Interesse an der Meisterschaftsrunde verloren hatten.Schmieger 1925, S. 87.