Die Wartburggespräche katholischer Burschenschafter des RKDB waren eine gesellschaftspolitische Veranstaltungsreihe, die von 1990 bis 2009 einmal pro Jahr im September bzw. Oktober auf der Wartburg in Eisenach veranstaltet wurden. Neben einem verbindungsstudentischen Rahmenprogramm waren der Europakommers und ein Vortragssymposium mit ausgewählten, überwiegend prominenten Referenten zu gesellschaftspolitischen Themen der aktuellen Zeit Hauptprogrammpunkte. Jedes Wartburggespräch hatte ein individuelles Rahmenthema. Die Gespräche wurden von 2010 bis 2014 vom Cartellverband fortgesetzt und 2019 versucht, von der KDB Sigfrida zu Bonn im RKDB wieder aufzunehmen.
Geschichte Die gesellschaftlichen Umbrüche nach der Wende 1989 mit Öffnung der Mauer gaben dem damaligen Philistersenior der KDB Sigfridia zu Bonn im RKDB, Franz Josef Klassen den Anlass, zum einen den für Studentenverbindungen historischen Ort Eisenach mit dem Burschenschaftsdenkmal, zum anderen Eisenach als annähernd geographische „Mitte Europas“ zum Veranstaltungsort für eine Auseinandersetzung mit Themen der Zeit zu wählen. Aus dem Kreise seiner Verbindung, verstärkt durch weitere Mitglieder aus Burschenschaften des RKDB und dem Ringrat (oberstes beschlussfassendes Gremium des RKDB) wurde das Vorbereitende Komitee der Wartburg-Gespräche gegründet, welches die Aufgabe hatte, sowohl die organisatorische, aber vor allem die inhaltliche Vorbereitung der nächsten Gespräche zu übernehmen. Später wurde die Konrad-Adenauer-Stiftung (KAS) gewonnen, die organisatorische Vorbereitung mitzutragen und gemeinsam mit der Sparkassen-Kulturstiftung Hessen-Thüringen sowie der Wartburg-Sparkasse Eisenach eine finanzielle Unterstützung zu gewähren. Klassen wurde 2010 für sein besonderes, europäisches, gesamtdeutsches und ökumenisches Engagement mit dem Verdienstorden des Freistaates Thüringen ausgezeichnet.Thüringen ehrt Bonner Mediziner General-Anzeiger vom 18. Januar 2010
Im zwanzigsten Jahr wurde die Entscheidung getroffen, die Veranstaltungsreihe aus u. a. organisatorisch-strukturellen, personellen und finanziellen Gründen zu beenden. In Abstimmung des Cartellverbandes (CV) mit dem Vorbereitenden Komitee wurde im September 2010 das 1. Wartburggespräch des CV mit einem ähnlichen Profil abgehalten.Der Ring, Oktober 2010, Bonn Das letzte CV-Wartburggespräch erfolgte 2014.Webseite des CV
Wiederaufnahme 2019 Ende 2018 wurde aus Reihen der KDB Sigfridia zu Bonn im RKDB die "Bildungsakademie Sigfridia e.V." in Bonn gegründet und beschlossen, im Rahmen des Angebotes der Akademie die Wartburggespräche nach langjähriger Pause fortzusetzen. Es war geplant, die Reihe der Wartburggespräche vom 27. bis 29. September 2019 mit dem Thema Digitalisierung als ethische Herausforderung wieder aufzunehmen,Webseite der Bildungsakademie die Veranstaltung musste jedoch wg. zu geringer Teilnehmerzahl abgesagt werden.
Ablauf Die Wartburgespräche fanden in der Regel im September statt. Beginn war mit einem Begegnungsabend der Teilnehmer am Freitagabend im Hotel Kaiserhof, Eisenach. Am Samstagvormittag fand das Vortragssymposium auf der Wartburg statt, endete mit einem gemeinsamen Mittagessen. Am frühen Abend wurde ebenfalls auf der Wartburg ein gemeinsames Abendessen eingenommen, im Anschluss der Europakommers des RKDB begangen. Ein prominenter Festredner hielt einen Festvortrag. Am Sonntagmorgen wurde ein Pontifikalamt meist in der St.-Elisabeth-Kirche zu Eisenach gehalten, die Veranstaltung endete am Sonntagmittag nach einem wiederum gemeinsamen Mittagessen.
Die Wartburggespräche