Romelu Menama Lukaku Bolingoli (* 13. Mai 1993 in Antwerpen) ist ein belgischer Fußballspieler. Er steht bei Fenerbahçe Istanbul unter Vertrag und ist Rekordtorschütze der belgischen A-Nationalmannschaft.

Kindheit und Familie Lukakus Eltern stammen aus Zaire. Sein Vater Roger († 2025) spielte u. a. beim KV Mechelen und in der Fußballnationalmannschaft von Zaire. Sein jüngerer Bruder Jordan ist ebenfalls Profifußballer. Am 29. März 2016 spielten sie gegen Portugal erstmals zusammen für Belgien, wobei Romelu auf Vorlage von Jordan das Tor zum 1:2-Endstand erzielte. Auch ein Cousin der Brüder, Boli Bolingoli, spielt professionell Fußball., FIFA, 31. März 2016, abgerufen am 15. November 2023

Romelu und Jordan wuchsen in Wintam zwischen ihrer Geburtsstadt Antwerpen und Brüssel in ärmlichen Verhältnissen auf,Babak Milani: „Ich wollte der Beste werden“, Sonderheft von Sportbild zur Fußball-Europameisterschaft 2021, abgerufen am 15. Juni 2021 nachdem der Vater seit 1999 nur noch im Amateurbereich aktiv war und sich die Finanzen der Familie negativ entwickelten. Die Eltern mussten Besitztümer wie Elektrogeräte verkaufen, sparsam mit Lebensmitteln umgehen und konnten zeitweise nicht einmal mehr den Strom bezahlen. Inmitten dieser Verhältnisse, so gibt er an, fasste Romelu den Entschluss, wie sein Vater Berufsfußballer zu werden.I've Got Some Things to Say, theplayerstribune.com, abgerufen am 5. März 2021 (englisch)

Eigenen Aussagen zufolge entwickelte er aufgrund dieser frühkindlichen Erlebnisse früh einen sehr aggressiven Spielstil, auch abseits vom Verein auf dem Schulhof. Lukaku erzählte später, er hätte in seiner Wut den Ball in jedem Spiel so hart getreten, dass er meinte, dieser könnte seine Hülle verlieren.

Karriere Im Verein Jugend und Durchbruch in Anderlecht Als Jugendspieler war Lukaku unter anderem beim Lierse SK und für den RSC Anderlecht aktiv, für Lierse will er im Alter von zwölf Jahren 76 Tore in 34 Spielen erzielt haben. Da Lukaku seiner Mutter versprochen hatte, mit 16 Profi zu werden, ging er in seinem letzten Jahr in der A-Jugend Anderlechts mit 15 Jahren eine Wette mit seinem damaligen Trainer ein. Er sicherte diesem zu, bis Dezember 2008 mindestens 25 Tore zu erzielen, wenn er mehr Spielzeit erhalten würde. Der Jungspieler erreichte sein Ziel bereits im November, zur Saison 2009/10 unterschrieb er dann an seinem sechzehnten Geburtstag einen Profivertrag beim RSC. Elf Tage später lief Lukaku im Rückspiel der Meisterschaftsendspiele gegen Standard Lüttich nach einer Einwechslung erstmals für Anderlechts erste Herrenmannschaft auf, Lüttich holte jedoch am Ende den Titel.

Beim RSC zählte er schnell zur Stammformation, spielte mit dem Team im Europapokal und schoss in seiner Debütsaison 19 Tore in 45 Partien, hinzu kamen elf Assists. Somit hatte er einen entscheidenden Anteil an nur sechs Niederlagen aus 30 Ligaspielen sowie dem Landesmeistertitel. Am 20. Dezember 2009 wurde Lukaku zum größten belgischen Sporttalent des Jahres gewählt; dabei belegte er den ersten Platz vor dem Rennfahrer Bertrand Baguette und der Leichtathletin Anne Zagré.

Zwischen Chelsea und West Bromwich mini|Lukaku beim FC Chelsea (2013)

Im August 2011 wechselte der Stürmer in die englische Premier League zum FC Chelsea und unterschrieb einen Fünfjahresvertrag. In seiner ersten Saison bekam Lukaku nur wenig Spielzeit, da Trainer André Villas-Boas und sein Nachfolger Roberto Di Matteo im Angriffszentrum auf die erfahrenen Fernando Torres und Didier Drogba setzten, und spielte überwiegend für die U23 der Londoner.

Um Spielpraxis auf hohem Niveau zu sammeln, wurde der Belgier für die Saison 2012/13 an den Ligakonkurrenten West Bromwich Albion ausgeliehen. Hier konnte sich Lukaku im Verlauf der Rückrunde gegen den Iren Shane Long durchsetzen und diesen am Saisonende sogar mit 17 Saisontoren als bester Schütze des Teams überflügeln.

Zur Saison 2013/14 kehrte Lukaku zunächst zum FC Chelsea zurück. Er kam unter dem neuen Cheftrainer José Mourinho zu zwei Ligaeinsätzen und verlor mit seiner Mannschaft im UEFA Super Cup gegen den FC Bayern München. Dabei verschoss er im Elfmeterschießen den letzten Elfmeter.

FC Everton mini|Lukaku im Trikot des FC Everton (2015)

Im September 2013 wechselte der Stürmer am letzten Tag der Transferperiode innerhalb der Premier League bis zum Ende der Saison 2013/14 auf Leihbasis zum FC Everton. Lukaku erzielte in 31 Spielen für die Liverpooler 15 Treffer und wurde zur Saison 2014/15 ohne Rückkehr nach London fest verpflichtet. Er unterschrieb einen Fünfjahresvertrag und soll 28 Mio. Pfund Sterling (rund 35,4 Mio. EuroVfL übertrumpft: Everton zahlt Rekordablöse für Lukaku) Ablöse gekostet haben, was ihn zum bis dahin teuersten Einkauf des Vereins machen würde.Siehe diesen Tweet des FC Everton vom 30. Juli 2014, abgerufen am 11. Juli 2018.

Auch in den darauffolgenden Spielzeiten traf Lukaku regelmäßig: Nach zehn Premier-League-Toren in der Saison 2014/15 in 36 Einsätzen folgten in der Saison 2015/16 18 Tore in 37 Spielen und in der Saison 2016/17 25 Treffer in 37 Spielen, mit denen er hinter Harry Kane (29 Tore) den zweiten Platz in der Torschützenliste belegte.

Manchester United Zur Saison 2017/18 wechselte der Belgier zu Manchester United, wo er einen Fünfjahresvertrag erhieltUNITED SIGN ROMELU LUKAKU manutd.com, abgerufen am 11. Juli 2017 und mit einer Ablösesumme von rund 85 Mio. Euro zu einem der teuersten Spieler weltweit wurde. Hier ersetzte er Wayne Rooney, den sieben Jahre älteren Rekordtorschützen des Vereins, der nach Everton ging, und verdrängte Anthony Martial, welcher noch in der Endphase der vorherigen Spielzeit Stammspieler gewesen war. Zlatan Ibrahimović kam gar nach der Rückkehr von einer Verletzung zwischen November 2017 und März 2018 nur viermal zum Zug und verließ schließlich den Klub. Im teaminternen Vergleich war „Big Rom“ mit 36 Scorerpunkten in 51 Partien der mit Abstand leistungsstärkste Angreifer, der hinter ihm rangierende Marcus Rashford brachte es beispielsweise auf 23 Zähler. Sowohl Rashford wie auch Martial wurden Lukaku manches Mal von Trainer José Mourinho als Teil einer Doppelspitze zur Seite gestellt, überwiegend lief der Belgier aber als alleiniger Mittelstürmer auf. 16 seiner 27 Saisontore schoss Lukaku in der Premier League für den späteren Vizemeister, Torschützenkönig Mohamed Salah brachte es zum Vergleich auf die doppelte Anzahl. In fünf siegreichen Ligaspielen (beispielsweise gegen Tottenham, Bournemouth oder Chelsea) war Lukaku jeweils an spielentscheidenden Treffern beteiligt. Im FA Cup schoss der Stürmer beide Tore gegen Huddersfield und leitete Ander Herreras 2:1 gegen Tottenham ein, das Manchester United ins Finale vorstoßen ließ; hier unterlag das Team aber dem FC Chelsea. Auch in der Champions League war Lukaku unangefochtene Stammkraft und sorgte als bester Torschütze des Vereins (viermal in der Gruppenphase erfolgreich) für den Gruppensieg; im Achtelfinale scheiterten die Engländer aber nach einem torlosen Remis im Rückspiel am FC Sevilla mit 1:2, wobei der Belgier hier zum fünften Mal im Wettbewerb erfolgreich war.

Aufgrund dieser Leistungen erfolgte für den 25-Jährigen die bereits zweite Berufung in ein belgisches Weltmeisterschaftsaufgebot.WM 2018: Vor Belgien gegen Frankreich – dieser Stürmer ist Belgiens Trumpf, derwesten.de, abgerufen am 3. Januar 2022

Das vereinsnahe Fanmagazin Reddevilarmada machte Lukaku, der als bis dahin erst 28. Premier-League-Spieler 100 Ligatore geschossen hatte, als den treffsichersten Spieler der Red Devils aus. Es beobachtete häufig den direkten Einfluss des Angreifers auf das Spielsystem seiner Mannschaft, hauptsächlich wegen dessen Geschwindigkeit, Treffsicherheit und Zweikampfstärke. Aufgrund seiner physischen Präsenz konnte Lukaku sich einerseits häufig gegen gegnerische Verteidiger durchsetzen, jedoch auch mithilfe seiner Schnelligkeit und Stärken in der Ballbeherrschung lange Bälle gefühlvoll und präzise verwandeln.Season performance review: Romelu Lukaku, reddevilarmada.com, abgerufen am 3. Januar 2022 (englisch)

Die Spielzeit 2018/19 begann für United und seinen Spieler eher mäßig, von den ersten fünf Ligaspielen verlor man bereits zwei, jedoch war Lukaku bei den Siegen gegen Burnley (beide Tore) sowie gegen Watford (Führungstreffer, Endstand 2:1) wieder ein spielentscheidender Akteur. Es folgte eine 12 Partien andauernde Torlosserie für den Stürmer, welche auch die Champions League einschloss. Im vorletzten Gruppenspiel dieses Wettbewerbs assistierte der Belgier seinem Teamkollegen Marouane Fellaini beim 1:0 über den BSC Young Boys, woraufhin das Team trotz einer Niederlage im Abschlussspiel noch als Zweiter ins Achtelfinale vorstoßen konnte. In diesem war Lukaku gegen Paris Saint-Germain im Rückspiel zweimal vor dem Tor erfolgreich (wohingegen man das Hinspiel noch mit 0:2 verloren hatte), im anschließenden Viertelfinale scheiterte man letztlich torlos am FC Barcelona. Im Herbst zog der Spieler den Unmut des Vereinsumfelds auf sich, als er in einem Interview bezüglich eines Wechsels nach Italien in der näheren Zukunft mit „Wieso nicht? Ich hoffe, es klappt.“ antwortete.Questioning Everton's ambition, talking up a move to Italy while at Man United, and claiming he was a scapegoat for 's**t going bad'... Romelu Lukaku's history of public criticism after latest bombshell interview, dailymail.co.uk, abgerufen am 4. Januar 2022 (englisch) Nach einem Trainerwechsel von Mourinho zu Ole Gunnar Solskjær im Dezember 2018 wurde Lukaku vier Spiele in Folge zu Gunsten von Rashford, der in diesen Partien jeweils einmal traf, auf die Bank gesetzt und kam nur zu Kurzeinsätzen. Ab Februar 2019 war der Angreifer wieder Stammkraft und gegen Crystal Palace und Southampton gelangen ihm jeweils „Doppelpacks“. In den letzten neun Ligaspielen traf der Belgier wieder kein einziges Mal, dreimal stand er hierbei aus leistungstechnischen Gründen sowie verletzungsbedingt gar nicht auf dem Feld. Da scheinbar auch die anderen Offensivspieler an Effektivität eingebüßt hatten, holte die Mannschaft aus diesen neun Spielen lediglich fünf Zähler und profitierte vom Pokalsieg des späteren Meisters Manchester City, da man so als Tabellensechster trotzdem noch an der Gruppenphase der Europa League teilnehmen durfte. Marcus Rashford (23 Punkte) überflügelte Lukaku (19 Scorer) diesmal statistisch, wohingegen der zentrale Mittelfeldspieler und Topscorer Paul Pogba mit 27 Zählern den größten Anteil am saisonalen Abschneiden Manchesters hatte. Um Kritiken an seiner Geschwindigkeit entgegenzuwirken, veröffentlichte Lukaku noch im Juli 2019 teaminterne Statistikwerte auf Twitter, welche ihn als den zweitschnellsten Akteur auswiesen.Romelu Lukaku leaked Man United players’ speed data in 2019 to prove he wasn’t slow, givemesport.com, abgerufen am 4. Januar 2022 (englisch) Der Belgier äußerte sich später über seinen Stand innerhalb des Vereins, als er sich als Sündenbock für zwei Jahre ohne Titel ausmachte, jedoch auch aussagte, dass Solskjær ihn hatte zum Bleiben bewegen wollen und er Manchester freiwillig verließ.

Inter Mailand