rechts|150px|Olympische Ringe rechts|150px|klasse=skin-invert-image|Eishockey Die Kader des olympischen Eishockeyturniers der Herren 2010 bestanden aus insgesamt 276 Spielern in zwölf Mannschaften. Das Turnier fand zwischen dem 16. und 28. Februar im Rahmen der XXI. Olympischen Winterspiele im kanadischen Vancouver statt. Zum vierten Mal nach Nagano 1998, Salt Lake City 2002 und Turin 2006 war es auch Spielern der nordamerikanischen Profiliga National Hockey League erlaubt, am Wettbewerb teilzunehmen. __NOTOC__ Nominierungsverfahren   Kaderlisten Belarus Deutschland Finnland Kanada Lettland Norwegen Russland Schweden Schweiz Slowakei Tschechien Vereinigte Staaten Weblinks Einzelnachweise

Nominierungsverfahren Vor dem Start des olympischen Eishockeyturniers musste jede teilnehmende Nation einen Kader benennen, der 20 Feldspieler und drei Torhüter für eine Maximalanzahl von 23 Akteuren umfasste. Dieser musste bis spätestens zum 15. Februar 2010, einen Tag vor dem Turnierstart, benannt werden. Zuvor gaben die zwölf teilnehmenden Nationen zwischen dem 23. Dezember 2009 und dem 1. Januar 2010 einen provisorischen Kader bekannt. Der bindende Kader des 15. Februar konnte jedoch vom provisorischen abweichen. Erst nach der Bestätigung der Maximalanzahl von 23 Spielern durch die Internationale Eishockey-Föderation IIHF durften keine weiteren Spieler nachnominiert werden. Die Verbände entschieden sich bei den Feldspielern entweder für die offensive Variante mit 13 Stürmern und sieben Verteidigern oder die defensivere Ausrichtung mit nur zwölf Angreifern und dafür acht Abwehrspielern.

Nation Bekanntgabedatum Angreifer Verteidiger Torhüter 12 8 3 12 8 3 13 7 3 13 7 3 12 8 3 13 7 3 12 8 3 12 8 3 12 8 3 13 7 3 12 8 3 13 7 3

Um nach den Regeln des Eishockey-Weltverbandes für ein Nationalteam spielberechtigt zu sein, musste er diverse Kriterien erfüllen. Zum einen musste er Staatsbürger der Nation sein und der Zuständigkeit des nationalen Verbandes unterliegen.Sollte ein Spieler nach dem Erwerb der Staatsbürgerschaft für sein Land erstmals bei einem von der IIHF ausgetragenen Wettbewerb teilnehmen, trat die sogenannte Zwei-Jahre-Regel in Kraft. Diese beinhaltete, dass der Spieler die generellen Kriterien des Weltverbandes erfüllen musste. Zudem musste nachgewiesen werden, dass er mindestens zwei Jahre lang ohne Unterbrechung in den nationalen Wettbewerben seines neuen Heimatlandes aktiv gewesen war und währenddessen nicht in ein anderes Land transferiert wurde oder dort gespielt hatte. Das zweite zusätzliche Kriterium besagte, dass der Spieler im Besitz einer Internationalen Transfer-Karte (ITC) sein musste, die den Wechsel in sein neues Heimatland bestätigte und von der IIHF mindestens zwei Jahre vor dem Beginn des Wettbewerbs, an dem er teilnehmen möchte, datiert war.Hatte ein Spieler die Staatsbürgerschaft gewechselt, war aber schon zuvor in einem IIHF-Wettbewerb aktiv gewesen, so galt die sogenannte Vier-Jahre-Regel. Dabei traten sämtliche vorangegangenen Kriterien in Kraft, allerdings betrug die Sperrfrist vier statt zwei Jahre.

Legende Allgemein Nr. Trikotnummer des Spielers Pos Sturmposition des Spielers F Allrounder C Center LW Linker Flügel RW Rechter Flügel Team Vereinsmannschaft (und Liga) zu Beginn des Turniers Statistiken Sp Spiele S Siege T Tore N Niederlagen V Vorlagen Min gespielte Minuten Pkt Scorerpunkte GT Gegentore SM Strafminuten SO Shutouts +/− Plus/Minus Sv% gehaltene Schüsse (in Prozent) GTS Gegentorschnitt

Belarus Belarus nominierte den provisorischen Kader, der zwölf Stürmer, acht Verteidiger und drei Torhüter umfasste, als erstes der zwölf Teams am 23. Dezember 2009. Mit Aleh Antonenka stammte der belarussische Fahnenträger bei der Eröffnungsfeier aus den Reihen des Aufgebots. mini|Torwart Andrej Mesin war einer der erfahrensten Spieler in Belarus’ Kader

Aufgebot Den größten Teil des Kaders der Belarussen bildeten Spieler, die bereits bei den Weltmeisterschaften der Jahre 2008 und 2009 nominiert waren. Der Kern des belarussischen Teams bestand aus den vier Spieler aus der National Hockey League – Verteidiger Ruslan Salej von der Colorado Avalanche, Stürmer Michail Hrabouski von den Toronto Maple Leafs sowie dem Brüderpaar Andrei und Sjarhej Kaszizyn von den Canadiens de Montréal. Hinzu kamen mit Torwart Andrej Mesin, der bei der Weltmeisterschaft 2009 zum besten Schlussmann des Turniers gewählt wurde, Aleh Antonenka und Aljaksej Kaljuschny drei weitere, international erfahrene Spieler. Neben den vier in Nordamerika tätigen Spielern waren 14 weitere in der Kontinentalen Hockey-Liga aktiv. Die meisten davon spielten beim Hauptstadtklub HK Dinamo Minsk, der auch gleichzeitig der einzige KHL-Vertreter des Landes ist. Fünf Spieler waren ausschließlich in der nationalen Liga aktiv, davon spielen jedoch vier im Farmteam von Dinamo Minsk, dem HK Schachzjor Salihorsk.

Teilnehmer mit Olympiaerfahrung Nachdem Belarus die Qualifikation für die Olympischen Winterspiele 2006 in Turin verpasst hatte, standen lediglich fünf Spieler mit Olympiaerfahrung im Kader. Diese waren Andrej Mesin, Ruslan Salej, Aleh Antonenka, Aljaksei Kaljuschny und Kanstanzin Kalzou, die bereits bei den Olympischen Winterspielen 2002 in Salt Lake City und mit Ausnahme von Kalzou auch bei den Olympischen Winterspielen 1998 in Nagano dabei waren.

Absagen und Nicht-Berücksichtigungen Vorerst keine Berücksichtigung fand Sjarhej Kolassau von den Grand Rapids Griffins aus der American Hockey League.

Nachnominierungen Insgesamt sechs Änderungen gab es im belarussischen Kader bei der endgültigen Nominierung am 15. Februar. Am schwersten wogen dabei die verletzungsbedingten Ausfälle der beiden NHL-Stürmer Andrej Kaszizyn und Michail Hrabouski, die durch Dsmitryj Mjaleschka und Kanstanzin Sacharau ersetzt wurden. In der Abwehr rutschten Sjarhej Kolassau, Aljaksandr Makryzki, Andrej Karau und Aljaksandr Radsinski für Andrej Antonau, Andrej Baschko, Wadsim Suschko und Aljaksandr Syrej in den Kader.

Offizielle Betreut wurde die belarussische Olympiaauswahl vom gebürtigen Kasachen Michail Sacharau, der auch gleichzeitig Nationaltrainer der ukrainischen Landesauswahl war. Sacharau war erst seit Ende November 2009 im Amt, nachdem der Kanadier Glen Hanlon von seinem Posten zurückgetreten war. Als Assistenten standen Sacharau der russische Olympiasieger und Weltmeister Andrei Chomutow sowie der Kanadier Dave Lewis, der in der NHL schon die Detroit Red Wings und Boston Bruins als Cheftrainer betreut hatte, zur Seite.

Angreifer Nr. Name Pos Geburtsdatum Sp T V Pkt SM +/− Team 10 Aleh Antonenka – A LW 4 0 0 0 0 –1 HK Dinamo Minsk (KHL) 59 Sjarhej Dsjamahin F 4 0 1 1 2 –1 Neftechimik Nischnekamsk (KHL) – Michail Hrabouski C verletzungsbedingte Streichung am 15. Februar Toronto Maple Leafs (NHL) 71 Aljaksej Kaljuschny F 4 3 1 4 2 +3 HK Dynamo Moskau (KHL) 28 Kanstanzin Kalzou – A RW 4 0 2 2 0 +4 Salawat Julajew Ufa (KHL) – Andrej Kaszizyn LW verletzungsbedingte Streichung am 15. Februar Canadiens de Montréal (NHL) 74 Sjarhej Kaszizyn LW 4 2 3 5 0 +2 Canadiens de Montréal (NHL) 11 Aljaksandr Kulakou F 4 0 1 1 0 ±0 HK Dinamo Minsk (KHL) 8 Andrej Michaljou F 4 0 0 0 2 –2 HK Dinamo Minsk (KHL) 19 Dsmitryj Mjaleschka F 4 2 0 2 2 –1 HK Dinamo Minsk (KHL) 21 Kanstanzin Sacharau F 4 1 0 1 4 –1 HK Dinamo Minsk (KHL) 22 Sjarhej Sadseljonau C 4 0 0 0 0 ±0 HK Dinamo Minsk (KHL) 26 Andrej Stas C 4 0 0 0 2 –3 HK Dinamo Minsk (KHL) 18 Aljaksej Uharau F 4 1 1 2 4 –3 HK MWD Balaschicha (KHL) Verteidiger Nr.Name Geburtsdatum Sp T V Pkt SM +/− Team – Andrej Antonau Streichung am 15. Februar HK Schachzjor Salihorsk (Belaruss. Extraliga) – Andrej Baschko Streichung am 15. Februar HK Schachzjor Salihorsk (Belaruss. Extraliga) 7 Uladsimir Dsjanissau 4 0 0 0 0 –3 HK Dinamo Minsk (KHL) 33 Andrej Karau 4 0 0 0 2 ±0 HK Dinamo Minsk (KHL) 25 Sjarhej Kolassau 4 0 0 0 0 –2 Grand Rapids Griffins (AHL) 43 Wiktar Kaszjutschonak 4 0 1 1 2 +1 HK Spartak Moskau (KHL) 4 Aljaksandr Makryzki 4 0 0 0 4 –1 HK Dinamo Minsk (KHL) 52 Aljaksandr Radsinski 4 0 1 1 2 ±0 HK Dinamo Minsk (KHL) 24 Ruslan Salej – C 4 1 0 1 0 +2 Colorado Avalanche (NHL) 5 Mikalaj Stassenka 4 0 3 3 2 +1 Amur Chabarowsk (KHL) – Wadsim Suschko Streichung am 15. Februar HK Schachzjor Salihorsk (Belaruss. Extraliga) – Aljaksandr Syrej Streichung am 15. Februar HK Schachzjor Salihorsk (Belaruss. Extraliga)

Torhüter Nr. Name Geburtsdatum Sp S N Min GT SO Sv% GTS Team 1 Wital Kowal 2 1 1 120:00 8 0 90,59 4,00 HK Dinamo Minsk (KHL) 37 Maksim Maljuzin – – – – – – – – HK Wizebsk (Belaruss. Extraliga) 31 Andrej Mesin 2 0 2 130:00 7 0 91,36 3,23 HK Dinamo Minsk (KHL)

Offizielle Position Name Geburtsdatum Cheftrainer Michail Sacharau Assistenztrainer Andrei Chomutow Assistenztrainer Dave Lewis Mannschaftsführer Sergei Gontscharow

Deutschland Der Kader des deutschen Teams wurde am 30. Dezember 2009 bekannt gegeben. Der Bundestrainer Uwe Krupp berief dabei – neben drei Torhütern – acht Verteidiger und zwölf Angreifer in das Aufgebot. Allerdings wurde am 21. Januar 2010 bekanntgegeben, dass das Team mit 26 Akteuren nach Vancouver anreisen werde, um mögliche Verletzungen kurzfristig kompensieren zu können. mini|hochkant|Marco Sturm führte das deutsche Aufgebot an

Aufgebot Nach dem schwachen Abschneiden Deutschlands bei der Weltmeisterschaft 2009 schickte der Deutsche Eishockey-Bund einen in großen Teilen veränderten Kader in die Olympischen Winterspiele. So gehörten lediglich zehn Spieler dem Kader an, die im April 2009 bei der Weltmeisterschaft aufliefen, und nur sieben, die an den Olympischen Winterspielen 2006 teilnahmen. Die prominentesten Spieler im Kader waren die NHL-Akteure Marco Sturm von den Boston Bruins, Jochen Hecht von den Buffalo Sabres und Christian Ehrhoff von den Vancouver Canucks. Sie bildeten auf ihrer jeweiligen Position das Herzstück des Teams. Des Weiteren kamen mit Dennis Seidenberg, Marcel Goc, Alexander Sulzer und Thomas Greiss weitere NHL-Spieler hinzu sowie zunächst auch Philip Gogulla von den Portland Pirates aus der American Hockey League. Den größten Teil des Aufgebots machten allerdings Spieler aus der Deutschen Eishockey Liga aus. Allein ein Viertel der 16 DEL-Spieler standen beim ERC Ingolstadt unter Vertrag, der damit das größte Kontingent stellte. Dennoch verfügten auch diese über ausreichend Erfahrung. Dimitri Pätzold, Jason Holland, Chris Schmidt und John Tripp waren ebenfalls schon in der NHL aktiv und die Stürmer Thomas Greilinger, Michael Wolf und Marcel Müller gehörten zu den Topscorern der DEL. Der jüngste Spieler im Kader war Verteidiger Korbinian Holzer. mini|links|hochkant|Thomas Greiss war einer von drei Torhütern im Kader

Teilnehmer mit Olympiaerfahrung Acht Deutsche hatten bereits an Olympischen Winterspielen teilgenommen – Thomas Greiss, Christian Ehrhoff, Dennis Seidenberg, Marco Sturm, Alexander Sulzer, Marcel Goc, Jochen Hecht und Sven Felski. Ehrhoff und Seidenberg waren, ebenso wie Sturm und Hecht, schon bei zwei olympischen Eishockeyturnieren vertreten. Während die ersten beiden 2002 und 2006 im Kader standen, spielten Sturm und Hecht 2002 und als einzige Deutsche auch schon 1998 in Nagano. Auch für die Olympischen Winterspiele 2006 waren beide nominiert, mussten ihre Teilnahme aber wegen einer Verletzung absagen.

Absagen und Nicht-Berücksichtigungen