Paravauxit ist ein selten vorkommendes Mineral aus der Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“. Es kristallisiert im triklinen Kristallsystem mit der chemischen Zusammensetzung Fe2+Al2[OHPO4]2·8H2O und entwickelt dicktafelige bis kurzprismatische Kristalle, aber auch parallel- bis radialstrahlige Mineral-Aggregate, die entweder farblos oder von grünlichweißer Farbe sind.

Etymologie und Geschichte Benannt wurde das Mineral in Bezug auf seine nahe Verwandtschaft mit Vauxit.

Erstmals entdeckt wurde Paravauxit 1922 in der „Siglo Veinte Mine“ (Llallagua Mine) bei Llallagua in Bolivien und beschrieben durch Samuel George Gordon (1897–1953) der als weitere neue Minerale dieser Fundstätte auch den Vauxit und den Metavauxit beschrieb.

Klassifikation In der veralteten 8. Auflage der Mineralsystematik nach Strunz gehörte der Paravauxit zur Mineralklasse der „Phosphate, Arsenate, Vanadate“ und dort zur Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, Arsenate und Vanadate mit fremden Anionen“, wo er gemeinsam mit Gordonit, Laueit und Sigloit in der „Gordonit-Reihe“ mit der Systemnummer VII/D.04 steht.

In der zuletzt 2018 überarbeiteten Lapis-Systematik nach Stefan Weiß, die formal auf der alten Systematik von Karl Hugo Strunz in der 8. Auflage basiert, erhielt das Mineral die System- und Mineralnummer VII/D.10-030. Dies entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate, mit fremden Anionen“, wo Paravauxit zusammen mit Ferrolaueit, Gordonit, Kummerit, Laueit, Maghrebit, Mangangordonit, Nordgauit, Sigloit und Ushkovit die „Paravauxitgruppe“ mit der Systemnummer VII/D.10 bildet.

Die von der International Mineralogical Association (IMA) zuletzt 2009 aktualisierte 9. Auflage der Strunz’schen Mineralsystematik ordnet den Paravauxit in die Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort in die Abteilung „Phosphate usw. mit zusätzlichen Anionen; mit H2O“ ein. Hier ist das Mineral in der Unterabteilung „Mit ausschließlich mittelgroßen Kationen; (OH usw.) : RO4 = 1 : 1 und < 2 : 1“ zu finden, wo es zusammen mit Ferrolaueit, Gordonit, Maghrebit, Kastningit, Laueit, Mangangordonit, Pseudolaueit, Sigloit, Stewartit und Ushkovit die „Laueitgruppe“ mit der Systemnummer 8.DC.30 bildet.

In der vorwiegend im englischen Sprachraum gebräuchlichen Systematik der Minerale nach Dana hat Paravauxit die System- und Mineralnummer 42.11.14.02. Das entspricht der Klasse der „Phosphate, Arsenate und Vanadate“ und dort der Abteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen“. Hier findet er sich innerhalb der Unterabteilung „Wasserhaltige Phosphate etc., mit Hydroxyl oder Halogen mit (AB)4(XO4)3Zq × x(H2O)“ in der „Vauxitgruppe“, in der auch Vauxit, Sigloit, Gordonit, Mangangordonit, Kastningit und Maghrebit eingeordnet sind.

Kristallstruktur Paravauxit kristallisiert triklin in der mit den Gitterparametern a = 5,23 Å; b = 10,54 Å; c = 6,96 Å; α = 106,9°; β = 110,8° und γ = 72,1° sowie eine Formeleinheit pro Elementarzelle.

Modifikationen und Varietäten Die Verbindung Fe2+Al2[OHPO4]2 · 8 H2O ist dimorph, das heißt, sie kristallisiert neben dem triklinen Paravauxit noch als monokliner Metavauxit.

Bildung und Fundorte Paravauxit bildet sich durch hydrothermale Vorgänge in Zinn-Adern. Dort tritt es in Paragenese mit Vauxit, Metavauxit, Wavellit, Sigloit, Crandallit, Childrenit und Quarz auf.

Außer an seiner Typlokalität, der „Siglo Veinte Mine“ (Llallagua Mine) bei Llallagua in Bolivien, konnte Paravauxit noch bei Waidhaus (Bayern) und Horscha (Sachsen) in Deutschland; Sabugal in Portugal; sowie bei Groton (New Hampshire), Kings Mountain (North Carolina) und Bessemer City (North Carolina) nachgewiesen werden (Stand: 2009).

Siehe auch Liste der Minerale

Literatur

Weblinks

Mineralienatlas: Paravauxit (Wiki) RRUFF Database-of-Raman-spectroscopy – Paravauxite (englisch) American Mineralogist Crystal Structure Database – Paravauxite (englisch)

Einzelnachweise Mindat – Paravauxite (englisch)

Webmineral – Paravauxite (englisch)

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