Ilja Grigorjewitsch Tschernoussow [] (; * 7. August 1986 in Nowosibirsk) ist ein ehemaliger Skilangläufer, der erst für Russland und später für die Schweiz startete.
Sportliche Karriere Seinen ersten internationalen Einsatz hatte Tschernoussow im April 2004 beim Continental Cup in Murmansk. Er belegte dort den 16. Platz über 15 Kilometer klassisch. Bei den Juniorenweltmeisterschaften 2005 in Rovaniemi wurde er 19. über 10 Kilometer Freistil. Mit der russischen Staffel gewann er die Goldmedaille. Im darauf folgenden Jahr gewann er bei den Juniorenweltmeisterschaften 2006 in Kranj die Silbermedaille im Skiathlon sowie mit der Staffel. Über 10 Kilometer klassisch wurde er Fünfter. Seinen ersten Einsatz im Skilanglauf-Weltcup hatte Tschernoussow in der Saison 2006/07 in Gällivare, wo er sich als 26. über 15 Kilometer Freistil seine ersten Weltcuppunkte sicherte. Bei der Tour de Ski 2006/07 erkämpfte er sich den 18. Platz. Seine erste Podiumsplatzierung sicherte er sich mit der russischen Staffel, die beim Weltcup in Davos siegte. Bei den U23-Weltmeisterschaften in Tarvisio gewann er die Silbermedaille über 15 Kilometer Freistil. Im Sprint und im Verfolgungswettbewerb belegte er die Plätze fünf und vier. In Mals gewann er erneut die Silbermedaille bei den U23-Weltmeisterschaften 2008 über die Distanz von 30 Kilometer Freistil (Massenstart). In der Saison 2008/09 gewann er in Rybinsk erstmals ein Rennen im Skilanglauf-Eastern-Europe-Cup. Bei den russischen Meisterschaften sicherte er sich die Silbermedaille im Verfolgungswettbewerb.
Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2011 in Oslo wurde er im Verfolgungsrennen Dritter. Ebenfalls im Jahr 2011 gewann er das in drei Etappen über 160 km führende Arctic Circle Race. Nachdem ihm zur Saison 2011/12 nur mittelmäßig Ergebnisse gelangen, ging er für zwei Rennen in den Alpencup und gewann Sprint und Einzel in St. Ulrich am Pillersee.
Zurück im Weltcup beendete Tschernoussow die Tour de Ski 2011/2012 auf dem 10. Platz. Nach Rang acht in Otepää erreichte Tschernoussow in Rybinsk zweimal als Zweiter das Podium. Einen weiteren Podestplatz verpasste er mit Rang vier in Szklarska Poręba nur knapp. In die Saison 2012/13 startete er mit Rang fünf beim Saisonauftakt in Kuusamo. Bei der Tour de Ski 2012/2013 erreichte Tschernoussow erneut den 10. Gesamtrang. Beim Skiathlon in Sotschi stand er als Zweiter erneut auf dem Podium.
Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2013 im Val di Fiemme verpasste Tschernoussow Top-Platzierungen deutlich. Im Skiathlon kam er als 25. ins Ziel. Im Einzel über 15 km erreichte er nur Rang 40. Zum Saisonabschluss in Falun landete er nochmal auf Rang sechs. Als Siebter beendete er zu Beginn der Saison 2013/14 die Tour de Ski 2013/2014.
Bei den Olympischen Winterspielen 2014 verpasste Tschernoussow im Skiathlon als Fünfter knapp seine erste Olympiamedaille. Im Rennen über 50 km gewann er die Bronzemedaille. Zu Beginn der Saison 2014/15 belegte er den 30. Platz bei der Nordic Opening in Lillehammer. Im weiteren Saisonverlauf siegte er beim Engadin Skimarathon, beim russischen Avacha Ski MarathonErgebnis Avacha Ski Marathon 2015 und beim isländischen Fossavatnsgangan über 50 km in der klassischen TechnikErgebnis Fossavatn Ski Marathon 2015. Bei den Nordischen Skiweltmeisterschaften 2015 in Falun kam er im Skiathlon auf den 15. Platz. In der Saison 2016/17 siegte er beim La Diagonela und belegte beim La Sgambeda den zweiten Platz und erreichte damit den achten Platz in der Gesamtwertung der Ski Classics. In der folgenden Saison errang er mit Platz drei beim Kaiser-Maximilian-Lauf, Platz zwei beim La Diagonela und Platz eins beim Marcialonga den achten Platz in der Ski Classic-Gesamtwertung. Ende April 2018 siegte er erneut beim Fossavatnsgangan.Ergebnis Fossavatn Ski Marathon 2018
Seit November 2020 ist Tschernoussow, der seit langem seinen Lebensmittelpunkt in der Schweiz hat, im Besitz des Schweizer Passes und startet seitdem für die Schweiz. Am 6. Dezember 2020 war er am Alpencup in Ulrichen zum ersten Mal unter Schweizer Flagge am Start (Rang 51).
Persönliches Tschernoussow ist seit Oktober 2011 mit der Schweizer Biathletin Selina Gasparin liiert und seit Anfang Juni 2014 mit ihr verheiratet. Die standesamtliche Trauung fand in seiner Heimatstadt Nowosibirsk statt. Beide behielten ihren Familiennamen. Im Februar 2015 wurden sie Eltern einer Tochter. suedostschweiz.ch, Artikel vom 8. März 2015Engadin Skimarathon NZZ, Artikel vom 8. März 2015 Im Oktober 2018 wurde ihre zweite Tochter geboren.
Erfolge Siege bei Weltcuprennen Weltcupsiege im Einzel Nr. Datum Ort Disziplin 1. 4. Februar 2011 2 × 10 km Skiathlon
Etappensiege bei Weltcuprennen Nr. Datum Ort Disziplin 1. 18. März 2011 3,3 km klassisch Prolog
Weltcupsiege im Team Nr. Datum Ort Disziplin 1. 4. Februar 2007 4 × 10 km Staffel
Siege bei Continental-Cup-Rennen Nr. Datum Ort Disziplin Serie 1. 17. Februar 2009 2 × 15 km Skiathlon Eastern Europe Cup 2. 11. Dezember 2010 15 km klassisch Individualstart Alpencup 3. 16. Dezember 2011 Sprint Freistil Alpencup 4. 17. Dezember 2011 10 km klassisch Individualstart Alpencup 5. 21. Dezember 2014 10 km Freistil Individualstart Alpencup
Siege bei Worldloppet-Cup-Rennen Anmerkung: Vor der Saison 2015/16 hieß der Worldloppet Cup noch Marathon Cup. Nr. Datum Ort Rennen Disziplin 1. 8. März 2015 Maloja–S-chanf Engadin Skimarathon 42 km Freistil Massenstart Siege bei Ski-Classics-Rennen Nr. Datum Ort Rennen Disziplin 1. 21. Januar 2017 La Diagonela 50 km klassisch Massenstart 2. 28. Januar 2018 / Val di Fassa Marcialonga 70 km klassisch Massenstart
Platzierungen im Weltcup Weltcup-Statistik
Weltcup-Gesamtplatzierungen Saison Gesamt Distanz Sprint Punkte Platz Punkte Platz Punkte Platz 2006/07 57 66. 5 98. - - 2007/08 33 88. 33 55. - - 2008/09 19 124. 19 74. - - 2009/10 260 29 209 16. 1 117. 2010/11 503 12. 342 9. 23 67. 2011/12 750 9. 567 6. 51 41. 2012/13 845 6. 508 6. 63 30. 2013/14 409 13. 189 14. 40 49. 2014/15 176 38. 137 33. 37 47. 2015/16 56 76. 56 46. - -
Weblinks
Ilja Grigorjewitsch Tschernoussow auf Sochi2014.com
Einzelnachweise
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