mini|Carl-Henning Wijkmark Carl-Henning Wijkmark (* 21. November 1934 in Stockholm; † 4. September 2020) war ein schwedischer Schriftsteller, Übersetzer, Literaturhistoriker und Literaturkritiker. Er war einer der wichtigsten Autoren der schwedischen Gegenwartsliteratur, beschäftigte sich in seinen Werken auf vielfältige Weise mit Fragen der Humanität, mit politischen und sozialen Themen.Biografie Wijkmark, Internationales Künstlerhaus Villa Concordia
Leben Wijkmark wuchs in einer Akademikerfamilie auf. Sein Vater war Doktor der Theologie und seine Mutter Lehrerin. In Lund legte Wijkmark 1957 das Bachelorexamen in Philosophie ab und er beendete seine Philosophiedissertation 1967 in Stockholm. Außerdem studierte er Literaturwissenschaft und Philosophie an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Anschließend arbeitete er als Dozent an der Universität Stockholm und der Staatlichen Bibliotheksschule von 1968 bis 1970.Carl-Henning Wijkmark, auf www.norstedts.se
Lange Zeit lebte Wijkmark in Deutschland und Frankreich und arbeitete als Literaturkritiker und Rundfunkessayist, bevor er sich in den 70er Jahren ausschließlich der Prosa widmete.
Arbeit 1972 gab Wijkmark sein schöngeistiges Literaturdebüt mit Jägarna på Karinhall. Es handelt vom Privatleben des nationalsozialistischen Politikers Hermann Göring. Auch in seiner weiteren schriftstellerischen Tätigkeit bearbeitet Wijkmark europäische Themen. In Letzte Tage schreibt er über ein Attentat auf Präsident de Gaulle Anfang der 1960er Jahre oder in dem Roman Dacapo über die Umwälzungen in Europa des Jahres 1989. Das in der Ich-Form geschriebene Buch Nahende Nacht beschreibt die Gefühle eines Todgeweihten und sind ein Appell für ein menschenwürdiges Sterben.Holger Doetsch, Buchrezension Nahende Nacht
Wijkmark wurde in Schweden Kosmopolit und literarischer Außenseiter genannt, vielleicht da er mehr außerhalb Schwedens anerkannt wurde. Er war der erste schwedische Schriftsteller, der in dem populären französischen TV-Literaturprogram Apostrophes vorgestellt wurde. Er zeigte außerdem bedeutenden Einsatz als Übersetzer deutscher und französischer Nachkriegsliteratur, übertrug Schriften Nietzsches und Walter Benjamins ins Schwedische und publizierte mehrere Essaysammlungen.
Werke Tyska romaner, 1965 Fransk roman efter 1945, 1968 Jägarna på Karinhall (Die Jäger auf Karinhall), 1972, ISBN 978-3-88221-896-1 Rött och svart, 1976 På flykt undan mina landsmän, 1976 Den moderna döden (Der moderne Tod), 1978, ISBN 3-935978-02-2 Dressinen (La draisine), 1983, ISBN 978-2-86869-072-2 Sista dagar (Letzte Tage), 1986, ISBN 978-3-935978-09-5 Litteratur och människovärde, 1988 Sveaborg 1990 Omsvängningarnas år, 1991 Dacapo, 1994 Du som ej finns (Der du nicht bist), 1997, ISBN 978-3-935978-01-9 Den svarta väggen (Die schwarze Wand), 2002, ISBN 978-3-935978-13-2 Tal på Övralid 6 juli 2003, 2003 Samtiden bakom oss. Essäer och kommentarer 1992–2004, 2005 Stundande natten (Nahende Nacht), 2007: Matthes & Seitz Verlag, Berlin 2009, ISBN 978-3-88221-649-3
Preise und Auszeichnungen Dobloug-Preis 1986 Sherlock-Preis 1986 für Sista dagar Samfundet De Nios außergewöhnlicher Preis 2001 Övralids-Preis 2003 Gerard-Bonnier-Preis 2007 Lotten-von-Kræmer-Preis 2007 August-Preis 2007 für Stundande natten Stipendium des Internationalen Künstlerhauses Villa Concordia, Bamberg 2009/2010 Signe Ekblad-Eldhs Preis 2012
Sonstiges Der junge deutsche Komponist Johannes X. Schachtner bezieht sich in zwei Instrumentalwerken auf Bücher von Carl-Henning Wijkmark: Zum einen in seiner Elegie „Stundande natten“ für zwei Oboen und Englischhorn (alternativ für zwei Flöten und Altflöte), zum anderen in der Burleske für Wagnertuba Solo auf „Jägarna på Karinhall“.
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Einzelnachweise
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