Admont ist eine österreichische Marktgemeinde im Norden der Obersteiermark, etwa 20 km östlich der Bezirkshauptstadt Liezen. Die Gemeinde liegt im Gerichtsbezirk Liezen.
Geografie Admont liegt in einem Talbecken an der mittleren Enns und im westlichen Teil des Gesäuses. Wichtige Zuflüsse der Enns sind der Lichtmeßbach, Eßlingbach, Hallbach, sowie der Johnsbach. Mitten in den Ennstaler Alpen wird es eingerahmt von den Haller Mauern und dem Admonter Reichenstein; im Gemeindegebiet liegt auch ein Teil der Gesäuseberge, wie etwa der Buchstein, oder das Hochtor als höchste Erhebung im gesamten Gemeindegebiet.
Im Süden liegt das Hochtal der Kaiserau mit seinen Skiliften im Gemeindegebiet von Admont.
Mit der Gemeindefläche von km² ist Admont seit 2015 nach Mariazell die zweitgrößte Gemeinde der Steiermark und die viertgrößte Österreichs.Liste der größten Gemeinden in Österreich nach Fläche
Klima
Gemeindegliederung Per 1. Jänner 1949 erfolgte die freiwillige Eingemeindung der damals selbständigen Gemeinden Aigen und Krumau in die Marktgemeinde Admont.LGBL. Stmk. Nr. 040/1948 Seit 1. Jänner 2015 ist Admont im Rahmen der Gemeindestrukturreform in der Steiermark mit den Gemeinden Hall, Johnsbach und Weng im Gesäuse zusammengeschlossen und führt weiterhin den Namen „Admont“.Kundmachung der Steiermärkischen Landesregierung vom 10. Oktober 2013 über die Vereinigung der Marktgemeinde Admont und der Gemeinden Hall, Johnsbach und Weng im Gesäuse, alle politischer Bezirk Liezen. Steiermärkisches Landesgesetzblatt vom 15. November 2013, Nr. 119, 32. Stück. , S. 631. Die ehemalige Gemeinde Weng wurde per 1. Juni 1951 umbenannt in Weng bei AdmontLGBL. Stmk. Nr. 037/1951 und am 1. April 2003 in Weng im Gesäuse.LGBL. Stmk. Nr. 013/2002
Das Gemeindegebiet gliedert sich in sieben Ortschaften (in Klammern Einwohner Stand ): Admont () samt Oberhofsiedlung Aigen () samt Dörflersiedlung, Frauenberg, Kreuzberg, Lichtmeßberg und Treffner Gstatterboden () Hall () samt Donibas, Ennsviertel, Grabnerhof, Grieshof, Hall-Zerstreute Häuser, Mühlau, Oberhall, Schwarzenbach, Sonnberg, Unterhall und Zirnitz Johnsbach () samt Gstatterboden Krumau () samt Gesäuseeingang, Kematen und Paradies WengNamensänderung der Ortschaft am 1. April 1924 (LGBl. Stmk. Nr. 5/2024) () samt Buchau, Geiergraben, Kletzenberg, Schröckendorf, Schwaighof und Steinfeldsiedlung
Die Gemeinde besteht aus sieben Katastralgemeinden (Fläche Stand ):
Nachbargemeinden Zwei der zehn Nachbargemeinden liegen im Bezirk Leoben (LN), eine im oberösterreichischen Bezirk Kirchdorf (KI).
Geschichte mini|hochkant|Amanduskirche Admont ist eine der ältesten Siedlungen der Steiermark. Die erste Erwähnung findet man aus dem Jahr 859 als Ademundi vallis. Der Name geht auf urslawisch odmot (tiefe Stelle in einem Fluss, Strudel) zurück. Die häufig zu lesende Namensdeutung ad montes – zu den Bergen – erscheint heute unzutreffend. Als Pfarrkirche des Ortes diente die erstmals 859 belegte, im Kern romanische, später barockisierte und nach Brand 1865 erneuerte Amanduskirche mit dem zugehörigen Fiskalhof.
mini|Die Mariensäule im Admonter Marienpark mini|Die Admonter Stiftskirche mini|hochkant|Leopoldinenbrunnen in Admont vor der ehemaligen Villa Gerstle mini|Evangelische Bekennerkirche mini|Kajetanpromenade 1074 wurde das Stift Admont gegründet. Zwischen 1116 und 1120 erfolgte zudem die Gründung eines Frauenklosters, das bis zum Ausgang des Mittelalters bestand. 1292 wurde Admont und sein Stift von den Aufständischen des Landsberger Bundes zwar erobert und geplündert, wurde aber nach der Überwindung dieses Aufstandes durch Herzog Albrecht I. entschädigt.
Im Jahre 1443, unter Kaiser Friedrich III., erhielt das Stift als damaliger Sitz des Hofgerichts das Marktrecht.Adalbert Krause: Der Blasiusmarkt in Admont. In: Zeitschrift des Historischen Vereines für Steiermark 58, 1967, S. 23–32 (Digitalisat). Die wirtschaftliche Bedeutung Admonts im 15. und frühen 16. Jahrhundert äußerte sich vor allem in der Organisation der Admonter Bauhütte, einer Steinmetzbruderschaft, deren Mitglieder zahlreiche spätgotische Kirchen- und Profanbauten der Region errichteten. Von der Eisenverarbeitung zeugt das ehemalige Hammerherrenhaus Himmelstoß aus dem 16. Jahrhundert; auch das Haus der Weberzunft wurde bereits 1513 urkundlich erwähnt. Der barocke Ausbau des Stiftes in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts hatte auch eine bauliche Erneuerung der Marktgemeinde zur Folge, deren sichtbares Denkmal die 1712 von Abt Anselm Luerzer gestiftete Mariensäule des Bildhauers Georg Christoph Winkler ist.
Mit dem Erlass des Provisorischen Gemeindegesetzes von 1849 wurde die Voraussetzung für die Errichtung eigenständiger Gemeinden geschaffen und 1850 in Admont ein erster Bürgermeister gewählt.Martin Petritsch: 150 Jahre selbständige Gemeindeverwaltung im Spiegel der Gemeinderatsprotokolle. In: Günther Posch (Hrsg.): Admont auf dem Weg in ein neues Jahrtausend. 150 Jahre Gemeindeverwaltung 1850–2000. Marktgemeinde Admont 1999, S. 38–196. 1859 wurde das 1736 errichtete bisherige Weißgerberhaus seitens der Gemeinde (mit finanzieller Unterstützung des Stifts) erworben und als Rathaus adaptiert und nach Brandzerstörung 1865 mit einer romanischen Fassade neugestaltet.
Am 27. April 1865 zerstörte ein Großbrand 22 Häuser des Marktes und forderte sieben Menschenleben. Ebenso betroffen war das barocke Stift Admont, von dem nur die Bibliothek erhalten blieb. Das Stift wurde in den folgenden Jahren durch den Architekten Wilhelm Bücher wieder aufgebaut – das heutige Münster ist der erste große neugotische Sakralbau Österreichs. aufgerufen am 20. Juni 2011 aufgerufen am 20. Juni 2011
Ein entscheidender Anstoß für die wirtschaftliche Entwicklung Admonts erfolgte 1873 durch den Anschluss an die Rudolfsbahn, durch die erst die Gründung der „Dampfsäge“ durch Max Gerstle, dem Stifter des Leopoldinenbrunnens, ermöglicht wurde. Ebenfalls wurde durch Gerstle im Jahr 1900 die erste elektrische Beleuchtung in Admont eingeführt. Unter Carl Pongratz, von 1884 bis zu seinem Tod 1914 Bürgermeister der Marktgemeinde, wurde ab 1889 aus Gründen des Hochwasserschutzes der bis dahin durch den Ort fließende Lichtmessbach mit nun ausgemauertem Bachbett an den Westrand des Ortskerns verlegt. Zusammen mit dem Wiener Alpinisten Heinrich Heß (dem Begründer der Heßhütte), dem Kartografen Gustav Freytag, dem Hotelier Franz Sulzer und dem Fotografen Franz Frankhauser gründete Pongratz 1893 die Sektion Ennsthal-Admont im Deutschen und Österreichischen Alpenverein, initiierte den Bau des Admonter Hausesalpenverein-admont.at. Zusammen mit Medizinalrat Josef Genger und Franz Sulzer, die ihm 1914–1919 bzw. 1920–1927 jeweils als Bürgermeister nachfolgten, organisierte er die alpine Rettungsstelle Admont.alpenverein.at Seitens des Stifts wurde 1898 unter dessen Abt Kajetan Hoffmann, nach dem auch die Kajetanpromenade östlich des Stifts benannt ist, die Admonter Mariensäule im neu angelegten Marienpark restauriert.
Bereits um 1900 hatte eine evangelische Predigtstation im Rathaus der Marktgemeinde bestanden, doch kam ein für 1908 geplanter erster Kirchenbau vorerst nicht zustande. Die 1929/30 erbaute Bekennerkirche wurde 1947 zur Pfarrkirche erhoben. Erster, und bisher einziger in Admont residierender evangelischer Pfarrer war Erich Schuster, bevor 1972 der Amtssitz an die Auferstehungskirche in Liezen verlegt wurde.
1928 erfolgte der Kauf des Geländes des fürstlich Schwarzenbergschen Dampfsägewerks, um hier wegen der steigenden Einwohnerzahl ein neues Siedlungsgebiet zu erschließen. Zur Behebung der hohen Arbeitslosigkeit wurde in den Jahren 1929 bis 1936 die Gesäusestraße nach Hieflau erbaut. Während des Juliputsches wurde am 25. Juli 1934 das Rathaus von nationalsozialistischen Anhängern besetzt und der Bürgermeister Heinrich Fournier inhaftiert.Martin Petritsch, Johann Tomaschek: Admont. Ein heimatgeschichtliches Lesebuch. Admont 1993, S. 128f. Zum Gedenken an den während des Putsches ermordeten Engelbert Dollfuß wurde an der Gesäusestraße eine Statue des (1225 ermordeten) Hl. Engelbert aufgestellt.
Im Zweiten Weltkrieg war der Verband 802 der Spezialeinheit 800 „Brandenburg“ im Ort stationiert. Unter dem ersten Kommandeur des in Admont stationierten III. Bataillons des Gebirgsjäger-Regiments 138, Oberst Rudolf Klinke, wurde 1938 mit dem Bau der Oberst-Klinke-Hütte als alpiner Ausbildungsstützpunkt unterhalb der Reichensteingruppe begonnen. Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs gehörte Admont zur britischen Besatzungszone im besetzten Nachkriegsösterreich. Von der britischen Militärverwaltung wurde auf dem Gebiet eines ehemaligen Militärlagers ein DP-Lager für bis zu 2.000 jüdische „Displaced Persons“ eingerichtet.Heribert Marcher-Kroisenbrunner: We hope to go to Palestine. Das jüdische DP-Lager Admont 1946–1949. Clio, Graz 2018, ISBN 978-3-902542-63-2.
Um die Mitte des 20. Jahrhunderts lebten und wirkten mehrere Künstler in Admont, wie etwa der Grafiker P. Erwin Ehweiner, die Maler Toni Hafner, Bruno Hess, Ernst (Reno) Jungel, Emmerich Millim, Hans Nödl, Anton Prazak, Karl Sellner, Anatol Solotarev, die Malerin und Pianistin, Emy Sommerhuber sowie der Bildhauer Hans Steger.Karl Steininger: Johann Steger, ein Bildhauer in Admont. In: Da schau her. Die Kulturzeitschrift in Österreichs Mitte 2016, Heft 4, S. 7–9; ders.: Anatol Solotarev & Anton Prazak. Zwei Künstlerleben in Admont. In: Da schau her. Die Kulturzeitschrift in Österreichs Mitte 2019, Heft 1, S. 8–11.
Seit dem 26. Oktober 2003 ist Admont eine der Nationalparkgemeinden des Nationalparks Gesäuse.
Historische Ansichten
Bevölkerungsentwicklung
Kultur und Sehenswürdigkeiten mini|Schloss Röthelstein mini|Stift Admont mini|Pfarrkirche Hall bei Admont
Stift Admont: 1074 erbaut, neogotisches Münster, Bibliothek und Museum Rathaus: aus dem Jahr 1736, seit 1859 im Besitz der Gemeinde Alte Pfarrkirche (Amanduskirche): um 850 erstmals urkundlich erwähnt Evangelische Bekennerkirche: erbaut 1929/1930 Katholische Pfarrkirche Hall bei Admont zum Hl. Kreuz im Ortsteil Hall Pfarrkirche Hl. Ägydius und Bergsteigerfriedhof im Ortsteil Johnsbach Katholische Pfarrkirche Weng im Gesäuse Hl. Cosmas und Damian und Sebastianikapelle im Ortsteil Weng Markt Admont: einige sehenswerte alte Häuser – Hühnerspital, Lürzerhaus, Hofrichterhaus Marienpark: mit der 1712 errichteten Mariensäule Schloss Röthelstein: 1655–1657 errichtet, ein frühbarockes Schloss südlich des Ortes, Sommer- und Jagdresidenz der Admonter Äbte, heute ein Jugend & Familiengästehaus JUFA. Schloss Kaiserau: 1778 errichtet, von den Admonter Benediktinermönchen, beherbergt heute eine Zimmervermietung. Es werden Appartements und Gruppenzimmer (wie in Jugendherberge) angeboten. In weniger als 100 m Entfernung befindet sich ein kleines Skigebiet, welches sich in Besitz des Stifts Admont befindet. Ennskatarakt Gesäuse-Eingang: Naturdenkmal (Listeneintrag) Leopoldinen-Brunnen: 1892 errichtet, Brunnenanlage am Dr.-Genger-Platz im Ortskern.
Regelmäßige Veranstaltungen Admonter AdventmarktAdvent im Stift Admont (3. Advent-Wochenende) Admonter Faschingsumzug, jeweils am Faschingsdienstag Admonter Gemeindeskitag auf der Kaiserau bzw. in Johnsbach (Februar) Admonter Glöcklerlauf (5. Jänner) Admonter Lautenherbst Admonter KlostermarkttageAdmonter Veranstaltungen „Klostermarkttage“ (August) Admonter Kirtag (1. Samstag im Oktober) Admonter Krampustreiben (November/Dezember) Admonter Volksrodeln der Naturfreunde (Jänner/Februar) ARBÖ Classic (Juni) ARBÖ Rallye Steiermark (September) Gesäuse Meisterschaften Skilanglauf in Hall (Februar) Haller Faschingsumzug (jedes ungerade Jahr am Samstag vor Rosenmontag) Haller Salzteufellauf (jedes gerade Jahr an einem Samstag im November): Krampusspiel ohne Ruten Johnsbacher Musikwoche Krampusspiel & Krampuskränzchen Weng (Ende November / Anfang Dezember) Theaterrunde der Naturfreunde (3 Vorstellungen) Wenger Dorfrallye (26. Oktober)