Lokalismus bezeichnet in der Medizingeschichte eine Phase zu Beginn des 19. Jahrhunderts, als sich die Forschung auf lokale Veränderungen in bestimmten Organen als Krankheitsursache konzentrierte.Ilsemarie Walter: Zur Entwicklung der medizinischen Spezialisierung im Frankreich des 19. Jahrhunderts. (Seminararbeit 1999). Besonders die Entwicklung der Zellularpathologie gilt als Durchbruch des pathologisch-anatomischen Gedankens, der die wissenschaftlich begründete Medizin und insbesondere die Chirurgie beförderte.

Eine andere Bedeutung hat der Begriff in der Epidemiologie: Als Lokalisten wurden hier Epidemiologen bezeichnet, die der Bodenbeschaffenheit besondere Bedeutung für die Verbreitung von Infektionskrankheiten beilegten.Otto Dornblüth: Klinisches Wörterbuch. 13./14. Auflage 1927. Ein prominenter Vertreter war Max von Pettenkofer.Gregor Raschke: Die Choleratheorie Max von Pettenkofers im Kreuzfeuer der Kritik – Die Choleradiskussion und ihre Teilnehmer. Medizin. Diss. München 2007.

Einzelnachweise

Kategorie:Medizin (Frühe Neuzeit)