Der Salzprinz (Originaltitel: slowakisch Soľ nad zlato, tschechisch Sůl nad zlato)Der Salzprinz bei imdb.com ist ein tschechoslowakisch-deutscher Märchenfilm von Martin Hollý aus dem Jahr 1983.Eberhard Berger, Joachim Giera: 77 Märchenfilme – Ein Filmführer für jung und alt (Hrsg.), daselbst Der Salzprinz, Henschel Verlag GmbH, Berlin, 1990, S. 334–337; ISBN 3-362-00447-4 Der Film entstand nach Motiven des slowakischen Märchens Soľ nad zlato (Salz ist kostbarer als Gold) von Božena Němcová. Sowohl Der Salzprinz als auch Es war einmal ein König (Premiere 1955) sind tschechoslowakische Verfilmungen des Märchens.

Die große Liebe zwischen einer Prinzessin und einem Prinzen aus der Unterwelt vermag einen sonst nicht aufhebbaren Fluch zu besiegen, der nicht nur ihre Liebe zu zerstören drohte, sondern auch ein ganzes Königreich fast zugrunde gerichtet hätte, denn als Strafe für den Frevel des alten Königs hatte der Herrscher der Unterwelt alles Salz in Gold verwandelt.

Handlung Vorgeschichte König Pravoslav eröffnet das Ritterliche Turnier zu Ehren seiner drei Töchter, die er verheiraten möchte, um danach an eine von ihnen seine Krone weiterzureichen. Den ersten Kampf mit Schwert und Schild kann König Norbart III für sich entscheiden. Er möchte um die Hand von Prinzessin Vanda, der ältesten Tochter des Königs, anhalten und wird von ihr ausgezeichnet. Prinz Kazimir, der den zweiten Kampf gewinnt, verneigt sich vor Prinzessin Barbora. Als zwei Ritter um die Gunst der jüngsten Königstochter, Prinzessin Maruška, einen Kampf ausfechten wollen, gibt sie dem Vater zu verstehen, dass sie das nicht wolle, und läuft davon. Im Park sieht sie sich suchend um und auf ihre Bitte hin erscheint ein junger Prinz, der sie zärtlich umarmt. Er schenkt ihr eine Rose aus purem Salz, dem kostbarsten Gestein, das die Erde berge, denn ohne Salz gäbe es kein Leben. Wenn sie die Rose durch ihren Atem erwärme, werde er sofort zu ihr kommen.

Wieder zurück in der unterirdischen Grottenwelt muss sich der Salzprinz vor seinem Vater verantworten, der nicht viel von den Menschen hält. Er meint, die Gesetze der Unterwelt seien zu befolgen, nur dann bliebe ihre Macht ungebrochen und letztendlich auch ihre Unsterblichkeit. Der Salzprinz erzählt ihm von seiner Liebe zur Königstochter Maruška, ohne die er nicht mehr sein könne. Durch sie habe er erkannt, was Liebe sei. Der Vater meint, er irre, denn er wisse, was Menschenliebe wert sei, aber die Menschen würden sie nicht schätzen, sie hielten sie für selbstverständlich, für sie zähle nur vergänglicher Glanz und Reichtum. Sie würden kämpfen und töten und Kriege führen für Gold und Edelsteine. Die Schätze der Erde würden von ihnen aus Habgier geplündert und nicht, weil sie Freude daran hätten. Jeder von ihnen wolle reicher sein als der andere. Auch er werde ihren wahren Charakter schon noch kennenlernen, prophezeit er dem Prinzen. Sie würden seine Liebe verschmähen und sich über ihn lustig machen, über den Prinzen der Unterwelt. Aber dafür würden sie ihre Strafe bekommen und auch er, sein Sohn, werde seiner Strafe dann nicht entgehen. Die Mutter des Salzprinzen kann ihren Sohn ebenso wenig umstimmen wie sein Vertrauter Argonit, der ihn warnt, dass er seine Unsterblichkeit verliere und verwundbar werde. Nicht nur Liebe, Freude und Glück hätten die Menschen in ihren Herzen, sondern sie würden auch Trauer, Leid und Hass, ja sogar Krankheit und Tod kennen.

König Pravoslav überlegt derweil hin und her und weiß sich nicht zu entscheiden, welche seiner Töchter seine Nachfolgerin werden soll. Am liebsten würde er seine jüngste Tochter Maruška auf dem Thron sehen, sie sei ihm die liebste, denn sie ähnele ihrer Mutter. Der Hofnarr des Königs schlägt vor, er solle seine Töchter einfach fragen, wie sehr sie ihn lieben würden, und derjenigen, die ihn am meisten liebe, solle er sein Königreich anvertrauen. Zur selben Zeit prüft Prinzessin Vanda die Einnahmen des Königreichs und ist trotz der reich gefüllten Schatztruhen nicht zufrieden. Sie brauche das Gold schließlich, denn Gold sei der Schlüssel zu allem, zur Macht und zur Gehorsamkeit der Untertanen, selbst zur Liebe und zur Gerechtigkeit, deshalb brauche sie sehr viel davon. Auch Prinzessin Barbora gibt sich ihrer Leidenschaft hin, den Diamanten und schönen Kleidern, von denen sie nie genug bekommen kann. Die jüngste Königstochter wiederum lässt alle Räume des Schlosses mit Blumen schmücken, denn morgen sei ja der Tag der Rosen. Als sie allein ist, haucht sie auf ihre Salzrose und augenblicklich erscheint ihr Prinz. Von morgen an werde sie nun nichts mehr trennen, lässt sie ihn glücklich wissen. Er werde da sein, erwidert der Prinz.

Die Vertreibung Anderntags hält König Pravoslav im Thronsaal eine Ansprache. Da das Schicksal ihm keinen Sohn geschenkt habe, habe er sich entschlossen, derjenigen seiner Töchter den Thron zu überlassen, die sich den klügsten Bräutigam erwählt habe und die ihm die meiste Liebe erweisen würde. Vanda tritt als erste mit ihrem Bräutigam, König Norbart, vor den Vater. Norbart zeigt auf seinen kostbaren Schild, der schon seinem Vater und seinen Urahnen gehört habe und Gewähr dafür sei, dass das ihm anvertraute Königreich von niemandem erobert werde. Er werde es bis zum letzten Blutstropfen verteidigen. Vanda wendet sich an den Vater und meint, dass er ihr wertvoller und teurer sei als alles Gold der Erde. Der als zweites befragte Prinz Kazimir zückt sein Schwert, mit dem er jedes andere Königreich bezwingen werde, ja, er wolle das Land des Königs nicht nur verteidigen, sondern auch vergrößern. Barbora spricht von ihrer Liebe zu Diamanten und Geschmeide allgemein und versichert dem Vater, dass alle Reichtümer dieser Erde im Vergleich mit ihrer Liebe zu ihm doch nur Sandkörner im Meer wären. Dann verneigt sich der Salzprinz vor dem König. Er habe weder Schild noch Schwert, die Liebe habe ihn hierhergeführt, er verspreche dem König weder Gold noch Edelsteine, sondern blühende Gärten, grüne Wiesen, Wälder voll Wild, Glück und Frieden für sein Königreich und Frieden für sein Volk. Nun ist Maruška an der Reihe. Sie beginnt, dass sie wisse, dass Gold etwas sehr Wertvolles sei und Edelstein etwas sehr Kostbares. Doch das Kostbarste von allem sei Salz. Ohne Salz gäbe es kein Leben. Deshalb liebe sie den Vater so sehr wie das Salz. Allgemeines Gelächter setzt ein und der König bittet seine jüngste Tochter, noch einmal nachzudenken und sich zu berichtigen. Maruška bleibt jedoch bei ihrer Aussage. Empört springt der König auf, Salz gebe es schließlich wie Sand am Meer, das liege überall herum, selbst jeder Bettler könne davon so viel haben, wie er wolle, denn was koste es schon, nichts! Ein Donnerhall, ein greller Blitz und der König der Unterwelt erscheint. „Ihr habt meinen Sohn gedemütigt und dadurch auch mich, seinen Vater, beleidigt. So wie ihr die wahren und echten Gefühle verachtet, könnt ihr auch nicht die wirklichen Werte und herrlichen Gaben von Mutter Erde erkennen. Ich verfluche dieses Land. Ich verfluche dieses Königreich. Es wird euch die Strafe treffen, die ihr alle verdient habt.“

Der König befiehlt Maruška, ihm aus den Augen zu gehen. Von seinen Töchtern habe er sie am liebsten gehabt, aber wo die größte Liebe sei, sei wohl auch der größte Schmerz. Der Hofnarr versucht, auf den König einzuwirken, sein Zorn verdunkele seinen Verstand. Der König weist ihn jedoch kühl in seine Grenzen. Maruška wird von der Hofwache aus dem Schloss geführt. Sarkastisch ruft der König ihr nach, sie werde erst dann zurückkehren, wenn Salz kostbarer sei als Gold, dann werde sie Königin. Als die Prinzessin den Hofnarren, der mit bis zum Schlosstor gekommen ist, fragt, wo ihr Prinz geblieben sei, kann er ihr nur sagen, dass er verschwunden sei und niemand wisse, wohin.

Maruškas Suche Im Königreich geschehen unterdessen seltsame Dinge. Egal wohin man schaut, alles Salz hat sich in Gold verwandelt. Auch im Keller des Schlosses sind die enormen Salzvorräte zu großen Goldklumpen geworden. Nachdem erst allgemeine Freude über dieses Wunder herrscht und vor allem die Prinzessinnen und ihre Gatten von dem Reichtum ganz geblendet sind, stellt sich nach und nach Ernüchterung ein, denn ohne Salz machen sich Krankheit und Tod breit, die Kräfte der Menschen schwinden, das Vieh verendet auf den Weiden, Hunger und Elend sind die Folge. Auch eine Handelsdelegation, die mit Wagen voller Gold aufbricht, um im Nachbarreich Salz zu erstehen, kommt ohne das kostbare Gut zurück. Sobald man die Grenze in ein anderes Reich überschreitet, wird das Gold zu Salz, überquert man wieder die eigene Grenze, verwandelt sich das Salz zurück in Gold. Die Schwiegersöhne des Königs jedoch kümmert das alles nicht, am liebsten würden sie das Königreich unter sich aufteilen und König Pravoslav davonjagen.

Zur selben Zeit wandert Prinzessin Maruška allein durch den Wald, ihre flehentliche Bitte an ihre Salzrose bleibt ohne Antwort. Als sie beim Erwachen feenhafte Wesen erblickt und ihnen von ihrem Unglück erzählt, weisen ihr die Nymphen den Weg zur Unterwelt. In der lichtlosen Schattenwelt sucht sie nach ihrem Prinzen und wird alsbald vor den wütenden König der Unterwelt geführt. Nachdem er ihr seine Verachtung gezeigt hat, führt er sie zum Prinzen. Fassungslos starrt Maruška ihren Bräutigam an. Er ist zur Salzsäule geworden. Das sei allein ihr Verschulden, raunzt der König, ihretwegen habe er die Liebe kennenlernen wollen, kaum jedoch sei er bei den Menschen gewesen, hätten sich seine warnenden Worte erfüllt. Ohne auf ihre Bitte um Erbarmen zu reagieren, lässt der König Maruška von seinen Wachen in die labyrinthartige Unterwelt stoßen. Als sie dort hilflos umherirrt, trifft sie einen Mann, der sich ihr als Argonit vorstellt. Sie brauche keine Angst zu haben, er habe den Salzprinzen aufwachsen sehen, für ihn sei er wie ein eigener Sohn. Maruška will wissen, wie man den Zauberbann brechen könne. Das wisse er auch nicht, aber er wisse, dass den Prinzen nur ein edles Menschenwesen befreien könne. Vielleicht sei sie das ja. Auf der Erde lebe eine weise Frau, zu der solle sie gehen. Dann zeigt er ihr den Weg.