Minuskel 69 (in der Nummerierung nach Gregory-Aland), δ 505 (von Soden) ist eine griechische Minuskelhandschrift des Neuen Testaments. Die Handschrift besteht aus 122 Papier- und 91 Pergamentblättern (37,8 × 27 cm). Mittels Paläographie wurde das Manuskript auf das 15. Jahrhundert datiert. Es wurde mit einer Spalte je Seite mit je 37–38 Zeilen geschrieben.K. Aland, M. Welte, B. Köster, K. Junack: Kurzgefasste Liste der griechischen Handschriften des Neues Testaments, Walter de Gruyter, Berlin, New York 1994, S. 50.
Beschreibung Der Kodex enthält das vollständige Neue Testament mit Lücken (Matt 1,1-18,15; Apostelgeschichte 10,45-14,17; Judas 7-25; Offenbarung 19,10-22,21). Die Reihenfolge der Bücher ist Paulusbriefe, Apostelgeschichte, Katholische Briefe, Offenbarung des Johannes und Evangelien. Sie enthält Listen der κεφαλαια, lateinische κεφαλαια, Unterschriften, und ein nichtbiblisches zusätzliches Material wie: Eine Erklärung der Prinzipien und der Sieben Konzile, das Leben der Apostel, Grenzen der fünf Patriarchen (wie Kodex 211 und 543).J. Rendel Harris, The Origin of the Leicester Codex of the New Testament (London, 1887), SS. 62–65.
Text des Kodex Der griechische Text der Evangelien repräsentiert den Cäsareanischen Texttyp. Aland ordnete ihn in Kategorie III ein. Die restlichen Bücher des Neuen Testaments in diesem Kodex repräsentieren den Byzantinischen Texttyp. Aland ordnet ihn in Kategorie V ein.Kurt und Barbara Aland: Der Text des Neuen Testaments. Einführung in die wissenschaftlichen Ausgaben sowie in Theorie und Praxis der modernen Textkritik. Deutsche Bibelgesellschaft, Stuttgart 1989, ISBN 3-438-06011-6, S. 141. Er gehört zusammen mit den Handschriften 13, 124, 174, 230, 543, und anderen zur Textfamilie f13.Bruce M. Metzger, Bart D. Ehrman, "The Text Of The New Testament: Its Transmission, Corruption and Restoration", Oxford University Press, 2005, S. 87.
Geschichte des Kodex Die Handschrift wurde zu George Neville, Erzbischof York (1465–1472) präsentiert.Bruce M. Metzger, "Manuscripts of the Greek Bible: An Introduction to Palaeography", Oxford University Press, Oxford 1981, S. 138. Sie gehörte William Chark (oder Charc), und dann Thomas Hayne. Die Handschrift wurde durch John Mill kollationiert, und durch Johann Jakob Wettstein,Novum Testamentum Graecum (Amsterdam 1751), S. 53 Samuel P. Tregelles, Frederick Henry Ambrose Scrivener, Abbott, und Rendel Harris untersucht.
Der Kodex befindet sich an der Leicestershire Record Office (Cod. 6 D 32/1) in Leicester.
Siehe auch Liste der Minuskelhandschriften des Neuen Testaments Novum Instrumentum omne Textkritik
Einzelnachweise
Literaturverzeichnis W. H. Ferrar und T. K Abbott, „A Collation of Four Important Manuscripts of the Gospels by the late William Hugh Ferrar“ (Dublin, 1877), collates 13, 69, 124, and 346 in the Gospels. James Rendel Harris, The Origin of the Leicester Codex of the New Testament (London 1887). F. H. A. Scrivener, „An Exact Transcipt of the Codex Augiensis“ (Cambridge and London, 1859), pp. 40-47. M. R. James, „The Scribe of the Leicester Codex“, JTS V (1904), pp. 445–447.
Weblinks Bilden und Beschreibung der Codex Leicestrensis in der CSNTM Codex Leicestrensis in der Encyclopedia of Textual Criticism
Kategorie:Minuskelhandschrift des Neuen Testaments Kategorie:Handschrift (15. Jahrhundert)