Der Wahlkreis Pforzheim (Wahlkreis 42) ist ein Landtagswahlkreis in Baden-Württemberg. Er umfasste bei der letzten Landtagswahl 2021 den Stadtkreis Pforzheim sowie die Gemeinden Birkenfeld, Engelsbrand, Ispringen und Kieselbronn aus dem Enzkreis. Wahlberechtigt waren 91.744 Einwohner.

Die Grenzen der Landtagswahlkreise wurden nach der Kreisgebietsreform von 1973 zur Landtagswahl 1976 grundlegend neu zugeschnitten und seitdem nur punktuell geändert.Wahlkreiseinteilung von 1975 (PDF; 344 kB) Der Wahlkreis Pforzheim gehörte immer zu den nach Bevölkerungszahl kleinsten Wahlkreisen. Sein Gebiet war zunächst identisch mit dem Stadtkreis Pforzheim, bis das im Vergleich zum landesweiten Trend geringe Bevölkerungswachstum zur Landtagswahl 1992 zu einer ersten Änderung des Wahlkreiszuschnitts führte. Dabei wurde die Gemeinde Birkenfeld aus dem benachbarten Wahlkreis Enz dem Wahlkreis Pforzheim zugeordnet. Zur Landtagswahl 2011 wurden auch die Gemeinden Engelsbrand, Ispringen und Kieselbronn an den Wahlkreis Pforzheim angegliedert.Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: (Abgerufen am 3. April 2011)

Wahl 2026 Die Wahl zum Landtag am 8. März 2026 brachte im Wahlkreis folgende Ergebnisse:

Wahl 2021

Die Landtagswahl 2021 hatte folgendes Ergebnis: Direktkandidat Partei Stimmen in % Landtagswahl 2016Stimmen in %Felix HerkensGrüne26,224,1Philipp DörflingerCDU20,122,4Bernd GrimmerAfD15,824,2Annkathrin WulffSPD10,111,4Hans-Ulrich RülkeFDP16,110,6Hüseyin OkurDIE LINKE3,33,4Matthias Dietrichödp0,60,6Michael SchwarzFreie Wähler4,4–Yanic LeipzigKlimalisteBW0,8–Elvira KalteisWiR20201,3–Markus WiedermannVolt0,9–Julia HilberEinzelbewerberin0,3––Sonstige–3,5

Wahl 2016

Die Landtagswahl 2016 hatte folgendes Ergebnis: DirektkandidatParteiStimmen in %Landtagswahl 2011 Stimmen in %Marianne EngeserCDU22,444,5Katrin LechlerGRÜNE24,119,0Annkathrin WulffSPD11,422,8Hans-Ulrich RülkeFDP10,64,7Günter BuschLINKE3,43,5Stefan KohlruschREP0,31,2Armin SchrottNPD0,51,4Markus RauchÖDP0,60,9Martin EinsiedlerALFA0,9n.k.Bernd GrimmerAfD24,2n.k.Paul WahnsiedlerARMINIUS-Bund0,1n.k.Michael RößnerRECHTE0,1n.k.Patricia KopietzTierschutzpartei1,6n.k. Das Erstmandat wurde von Bernd Grimmer (AfD) gewonnen. Per Zweitmandat zog außerdem noch Hans-Ulrich Rülke (FDP) in den Landtag ein.

Wahl 2011 Die Landtagswahl 2011 hatte folgendes Ergebnis:Statistisches Landesamt Baden-Württemberg: Innenministerium Baden-Württemberg: S. 45. (PDF, 180 kB, abgerufen am 3. April 2011)

Direktkandidat Partei Stimmen in % Landtagswahl 2006Stimmen in %umgerechnet auf die Wahlkreiseinteilung 2011 Stefan Mappus CDU44,545,9 Martin Kunzmann SPD22,824,4 Sibylle Schüßler GRÜNE19,08,8 Monika Descharmes FDP4,711,2 Claus Spohn LINKE3,5 WASG: 5,3 Kai-Uwe Hermann PIRATEN2,1— Emanuel Reitter NPD1,41,0 Dieter Ebert REP1,23,1 Franz Seiler ÖDP0,9– — Sonstige—0,2

Wahlen und Abgeordnete seit 1976 Seit der Landtagswahl 2026 wird ein Direktmandat durch die relative Mehrheit der Erststimmen bestimmt. Bis zur Wahl 2021 hatte jeder Wähler bei den Landtagswahlen in Baden-Württemberg nur eine Stimme, mit der sowohl der Direktkandidat als auch die Gesamtzahl der Sitze einer Partei im Landtag ermittelt werden.Landtag Baden-Württemberg: Erläuterung des Wahlrechts Dabei gab es keine Landes- oder Bezirkslisten, stattdessen wurden zur Herstellung des Verhältnisausgleichs unterlegenen Wahlkreisbewerbern Zweitmandate zugeteilt. Bis zur Wahl 2006 wurden diese Mandate nach absoluter Stimmenzahl auf Ebene der Regierungsbezirke zugeteilt; bei den Wahlen 2011 bis 2021 erfolgte die Zuteilung nach den relativen Stimmenanteilen.

Bei der Landtagswahl 2001 trat die Bundestagsabgeordnete, Landesvorsitzende und Spitzenkandidatin der SPD Baden-Württemberg für das Amt des Ministerpräsidenten Ute Vogt in diesem Wahlkreis gegen Stefan Mappus (CDU) an. Die SPD legte zwar in dieser Wahl landesweit um 8,2 Prozentpunkte zu und Ute Vogt erreichte im Wahlkreis sogar einen Stimmenzuwachs von 13,5 Prozentpunkten. Dies reichte aber nicht aus, das Direktmandat oder ein Zweitmandat zu erringen.Die Landtagswahlen 2001 in Baden-Württemberg und Rheinland-Pfalz und die Kommunalwahlen in Hessen. cosmopolis.ch Nr. 25/2001 vom 3. April 2001 Vogt, die bei der Bundestagswahl 1998 im Bundestagswahlkreis Pforzheim das Direktmandat erlangt hatte, zog deshalb 2001 nicht in den Landtag ein und blieb bis 2005 Mitglied des Bundestags. Ihr wurde in diesem Zusammenhang vorgeworfen, ein Landtagsmandat gar nicht ernsthaft anzustreben, zumal eine Kandidatur in einem größeren Wahlkreis problemlos möglich gewesen wäre.

Der ebenfalls in Pforzheim wohnende aktuelle Fraktionsvorsitzende der FDP, Hans-Ulrich Rülke, kandidierte hingegen bisher im benachbarten Wahlkreis Enz. Zur Landtagswahl 2016 kandidierte Rülke sowohl im Wahlkreis Enz, als auch im Wahlkreis Pforzheim. Er errang in beiden Wahlkreisen ein Mandat, weshalb sein Ersatzbewerber Erik Schweickert für den Wahlkreis Enz nachrückte.

Den Wahlkreis Pforzheim vertraten seit 1976 folgende Abgeordnete im Landtag:

Partei Art des Mandats Gewählte CDU Direktmandat Hugo Leicht 1976, 1980, 1984, 1988, 1992Stefan Mappus 1996, 2001, 2006, 2011, Mandat niedergelegt im August 2011Marianne Engeser 2011 nachgerücktAndreas Renner 2026 AfDDirektmandatBernd Grimmer 2016 Zweit-/Listenmandat Bernd Grimmer 2021, verstorben am 18. Dezember 2021Alfred Bamberger nachgerückt am 5. Januar 2022Alexsei Zimmer 2026 Grüne Direktmandat Felix Herkens 2021FDPZweitmandatHans-Ulrich Rülke 2016, 2021SPDListenmandatAnnkathrin Wulff 2026 REPZweitmandat Willi Auer 1992, Mandat niedergelegt im September 1993

Einzelnachweise

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