Blandiana (, oder Karna) ist eine rumänische Gemeinde im Kreis Alba in der Region Siebenbürgen.

Lage mini|links|Lage der Gemeinde Blandiana im Kreis Alba Das Dorf Blandiana liegt am rechten Ufer des Flusses Mureș am südlichen Rand des Siebenbürgischen Erzgebirges, einem Teil des Apuseni-Gebirges, im Südwesten des Kreises Alba. Mit seinen vier eingemeindeten Dörfern dehnt sich der Ort auf einer Fläche von 7843 Hektar aus. Die nächste Stadt Sebeș liegt etwa 13 Kilometer Luftlinie östlich entfernt.

Geschichte Auf dem Territorium der Gemeinde befinden sich zahlreiche archäologische Fundstätten, die nach Berichten von G. Téglás, M. Roska, Kurt Horedt u. a. auf eine Besiedlung seit der Bronzezeit hinweisen.Institutul Național al Patrimoniului – Blandiana - Situl arheologic de la Blandiana, abgerufen am 12. Oktober 2022 (rumänisch). Auch wurden Nekropolen aus der La-Tène-Zeit und aus dem 10./11. Jahrhundert n. Chr. sowie Reste einer Siedlung aus dako-römischer Zeit gefunden.Liste historischer Denkmäler des rumänischen Kulturministeriums, 2015 aktualisiert (PDF; 12,7 MB; rumänisch). Die vor- und frühgeschichtlichen Funde befinden sich heute im Muzeul Național al Unirii Alba Iulia.

Urkundlich wurde das Dorf erstmals im Jahre 1733 unter dem Namen Kerna (1854 unter Karna, nachher unter Maroskarna) erwähnt. (rumänisch). Im 19. Jahrhundert gehörte es zum katholischen Domkapitel von Alba Iulia und lag im Unterweißenburger Komitat. Die Bewohner waren fast ausschließlich Rumänen.Ignaz Lenk: Siebenbürgens geographisch-, topographisch, statistisch-, hydrographisch- und orographisches Lexikon. Band 1: A - F. Strauß-Verlag, Wien 1839, S. 212. Nachdem das Dorf bis zum Ende des Ersten Weltkriegs zu Österreich-Ungarn gehört hatte, gelangte es 1918/1920 an Rumänien. In diesem Zusammenhang wurde der bis dahin im Rumänischen gebräuchliche Name Cârna in Blandiana geändert.

Bevölkerung Die Bevölkerung entwickelte sich wie folgt: VolkszählungVarga E. Árpád: Volkszählungen 1850–2002 bei kia.hu, letzte Aktualisierung 30. Oktober 2008 (PDF; 1,1 MB; ungarisch). Ethnie Jahr Bevölkerung Rumänen Ungarn Deutsche andere 1850 1875 1826 6 1 42 1900 2587 2569 15 3 - 1930 2463 2409 2

52 2002 1187 1174 3

10 2011 923 863

60 2021 818 761

57 Im Jahre 2002 lebten im Dorf Blandiana selbst 696 Menschen, in den eingemeindeten Dörfern 491 Personen (Acmariu 444, Ibru 3, Poieni 9 und Răcătău 35). Die höchste Anzahl an Deutschen (11) auf dem Territorium der heutigen Gemeinde wurde 1890 registriert.

Sehenswürdigkeiten Die rumänische-orthodoxe Kirche Sf. Arhangheli, erbaut 1890 anstelle einer Holzkirche. Die neue Kirche unterscheidet sich von der hölzernen u. a. durch den angebauten Glockenturm. Das relativ niedrige Kirchenschiff mit einer halbrunden hölzernen Decke erstreckt sich bis über die Apsis.Angaben zur Kirche bei biserici.org abgerufen am 16. Februar 2016 (rumänisch). Die Holzkirche Sf. Nicolae, 1768 im eingemeindeten Ortsteil Acmariu (Meergrub) errichtet und im 19. Jahrhundert umgestaltet, stand 2004 noch unter Denkmalschutz. Auf der Liste des rumänischen Kulturministeriums von 2010 wird diese nicht mehr weitergeführt. Das Naturreservat Piatra Tomii.

Sonstiges Die Schriftstellerin Ana Blandiana (* 1942) benannte sich nach Blandiana, dem Geburtsort ihrer Mutter.

Weblinks Blandiana bei ghidulprimariilor.ro

Einzelnachweise

Kategorie:Ersterwähnung 1733