Rapidshare (Eigenschreibweise: RapidShare) war ein Anbieter von Online-Diensten mit Sitz im schweizerischen Baar, der sich auf die Speicherung, die Verwaltung und den einfachen Austausch von insbesondere grösseren Dateien spezialisiert hatte (sogenannter Sharehoster). Er finanzierte sich durch kostenpflichtige Premium-Zugänge. Nach eigenen Angaben (Februar 2010) war Rapidshare mit über 160 Millionen hochgeladenen Dateien und täglich 42 Millionen Besuchern der weltweit grösste Filehoster. Die Gesamt-Festplattenkapazität der Rapidshare-Server betrug 2011 nach eigenen Angaben ca. 10 Petabyte (10.000 Terabyte), angebunden waren die Server mit einer Datenübertragungsrate von ca. 920 Gigabit pro Sekunde.
Wegen urheberrechtlicher Probleme in Bezug auf die gespeicherten Dateien war das Unternehmen immer wieder in die Schlagzeilen geraten.
Unternehmen mini|Der Unternehmenssitz in Baar ZG. Das Unternehmen mit seinen rund 60 Mitarbeitern (Stand 15. September 2010) erzielte einen geschätzten Umsatz von fünf Millionen Euro im Monat. Gründer und Geschäftsführer von Rapidshare war Christian Schmid. Laut dem Datenauswertungsunternehmen Alexa Internet lag Rapidshare im Oktober 2011 im Dreimonatsdurchschnitt auf Platz 180 der am meisten aufgerufenen Webseiten der Welt., Alexa Internet, 3. April 2011 Zuvor lag die Website über Monate hinweg unter den ersten 20 mit Platz 10 Mitte 2008 als bisherige Höchstplatzierung. Am 20. April 2010 wurde bekannt gegeben, dass sich Rapidshare von seinem Geschäftsführer Bobby Chang getrennt habe. Am 17. Mai 2013 wurde bekannt, dass 45 der 60 Mitarbeiter entlassen werden.
Anfang 2014 verliessen 23 der restlichen 24 Mitarbeiter das Unternehmen, da sie vor die Wahl gestellt wurden, entweder selbst zu kündigen oder von Rapidshare gekündigt zu werden. Ersteres haben mindestens 20 Mitarbeiter getan.http://www.pctipp.ch/news/firmen/artikel/rapidshare-ohne-fuehrung-und-angestellte-70690/
Geschichte Rapidshare.de wurde von Christian Schmid entwickelt und ging im August 2004 online. Der Dienst war ursprünglich als Ergänzung zu dem ebenfalls von Schmid betriebenen Webforen-Hostingdienst RapidForum konzipiert worden.Dirk von Gehlen auf Jetzt.de: "Wieso geht das nicht alles viel einfacher?", 13. März 2011 Hier nahm das One Click-Filehosting seinen Anfang. Vor diesem Datum sind keine anderen One Click-Filehoster bekannt. Schon kurz darauf erstellten zahlreiche Nachahmer teilweise sehr genaue Kopien des immer beliebter werdenden Serviceangebots. Nachdem Rapidshare.com gegründet wurde und den internationalen Markt weitaus besser bedienen konnte als Rapidshare.de, wurde Rapidshare.de mit einer Weiterleitung zu Rapidshare.com am 1. März 2010 eingestellt., gulli.com/news, 20. Februar 2010
Im Oktober 2006 wurde die Firma Rapidshare AG mit Sitz im schweizerischen Cham gegründet. Teilhaber sind der Gründer und Verwaltungsratsvorsitzende von Rapidshare Christian Schmid sowie unbekannte Investoren. Die Bücher wurden von der Revisionsgesellschaft Examina AG geprüft., 10. Oktober 2006 Kurz nach der Gründung erschien auf der deutschen Seite die Meldung „Leider sind alle Festplatten von RapidShare.de derzeit voll“, wodurch für normale Benutzer keine Uploads mehr möglich waren. Zwischenzeitlich bot die deutsche Firma nur Uploads von Bezahlkunden an. Die Server von Rapidshare standen in verschiedenen Ländern, u. a. in Deutschland., Gulli.com, 30. Juli 2007
Im März 2013 wurden alle Free-User dazu aufgefordert, alle Daten, die über eine Gesamtgröße von 5 GB hinausgehen, zu löschen.Keine Entwickler mehr bei Rapidshare, Golem.de, 21. September 2014
Am 1. Juli 2014 wurden alle kostenlosen Benutzerkonten deaktiviert und somit ein Angebot ähnlich vieler Online-Datensicherungsdienstleister geschaffen. Der Upload war damit nur noch mit einem im Vergleich zu anderen Anbietern preislich gehobenen kostenpflichtigen Benutzerkonto möglich (300 GB für 49 EUR).
Am 31. März 2015 hat Rapidshare seinen Dienst eingestellt.Sharehoster Rapidshare wird alle Nutzerdaten löschen, Golem.de, 10. Februar 2015
Hauptfunktionalität von Rapidshare
Anbieten von Dateien Bis zum Juli 2014 konnten Nutzer beliebig große Dateien hochladen, egal ob sie einen kostenpflichtigen RapidPro-Account hatten oder nicht. Während des Uploadvorgangs wurde u. a. ein Fortschrittsbalken, die Upload-Geschwindigkeit sowie die voraussichtlich noch benötigte Zeit angezeigt. Über die kostenlose und offizielle Upload-Anwendung Rapidshare Manager 2 konnten nacheinander mehrere Dateien automatisch hochgeladen werden.
Um eine Datei herunterzuladen, war ein direkter Link darauf erforderlich. Diese verteilte der Uploader nach dem Hochladen selbst. Die Seiten von Rapidshare enthielten keine Download-Links oder eine Funktion, mit der die Infrastruktur durchsucht werden konnte. Über einen geheimzuhaltenden Link oder das Interface RapidshareManager (ein Tool, um sein Collector’s oder Premium-Konto zu organisieren und ordnen) konnten die Dateien auch wieder gelöscht werden. Dateien von RapidPro-Usern wurden erst dann gelöscht, wenn auch kein Rapid-Pro mehr vorhanden war. Dateien von Usern mit kostenlosem Account wurden 30 Tage nach ihrem letzten Download automatisch gelöscht. Um Dateien hochladen zu können, war seit Juli 2014 ein kostenpflichtiges Nutzerkonto erforderlich. Warez-Webseiten nutzten Rapidshare für das Anbieten von Direct Downloads.
Kostenlose Nutzung Die kostenlose Nutzung unterlag verschiedenen Einschränkungen, die im Laufe der Zeit mehrmals geändert wurden: Ein „Free-User“ musste zunächst einige Minuten lang warten, bevor er die gewünschte Datei herunterladen konnte, anschliessend ein Captcha eingeben und nach dem Download erneut eine gewisse Zeit abwarten, die sich nach der Größe der vorangegangenen Datei richtete (bis zu zwei Stunden), um weitere Inhalte herunterladen zu können. Da diese Beschränkung allerdings durch Trennung der Internetverbindung leicht umgangen werden konnte (neue IP-Adresse), wurde die Übertragungsgeschwindigkeit für nicht zahlende Kunden auf bis zu 0,2 MBit/s gedrosselt. Zudem wurde das Captcha abgeschafft und die Wartezeit vor einem Folgedownload von maximal zwei Stunden auf minimal 15 Minuten verkürzt. In „Spitzenzeiten“, die meist am Nachmittag begannen und bis tief in die Nacht dauerten, war der kostenlose Download von Dateien mit Hinweis auf „überlastete Server“ komplett ausgeschlossen. Ein Download war dann erst wieder möglich, wenn „genug Serverkapazitäten“ verfügbar seien, was von vielen Nutzern als aggressive Marketingmaßnahme zum Verkauf von „Premium“-Verträgen gewertet wurde.
Ab April 2011 war die kostenlose Nutzung mit beinahe unbeschränkter Geschwindigkeit möglich, lange Wartezeiten vor und zwischen mehreren Downloads fielen ebenfalls weg. Mehrere Downloads zur gleichen Zeit waren aber nach wie vor nicht möglich. Seit Beginn 2012 wurden jedoch für kostenlose Downloads zunächst wieder kurze Wartezeiten eingeführt, kurz darauf die Wartezeiten durch Drosselung der Übertragungsgeschwindigkeit auf 30 kByte/s ersetzt; auch konnten abgebrochene Downloads nicht mehr fortgesetzt werden. Seit Oktober 2012 waren Downloads wieder in voller Geschwindigkeit möglich, Wartezeiten gab es keine mehr.
Im November 2012 kündigte das Unternehmen an, das Downloadlimit für den Download der Dateien nicht-zahlender Benutzer ab dem 27. November auf 1 Gigabyte pro Tag, für die von nicht-zahlenden Kunden auf 30 Gigabyte pro Tag zu setzen. Damit war das Filesharing auf Rapidshare beendet, da Dateien faktisch nicht mehr von mehreren fremden Benutzern heruntergeladen werden konnten.
Ab April 2013 gab es auf Rapidshare den „Freedom“ Account-Typ. Dieser bot keine Traffic- und Speicher-Begrenzungen, war aber dennoch kostenlos. Beschränkt war der Account dadurch, dass Dateien nach 7 Tagen Inaktivität gelöscht wurden sowie RapidDrive nicht verfügbar ist. Die Vorhaltezeit wurde jedoch bald darauf auf 30 Tage angehoben. Mitte Mai 2014 wurde bekannt, dass der kostenlose Service von Rapidshare zum 1. Juli 2014 eingestellt werden sollte. Dies wurde dann aber doch nicht vollzogen, der kostenlose Download war weiterhin möglich.
Premium-Zugänge Um die Wartezeit zu umgehen, konnte ein kostenpflichtiger Zugang gekauft werden. Bei diesem System konnte der Nutzer ähnlich einem Prepaid-Handy im Voraus Guthaben (genannt Rapids) erwerben. Als Grundpreis mussten 990 Rapids (seit 18. Mai 2011, vorher 495 Rapids) aufgewendet werden, um einen 30 Tage gültigen Premium-Account (genannt RapidPro) zu erlangen. Ebenfalls gab es die Möglichkeit, sich einen 150-Tage-Zugang für 2.990 Rapids bzw. einen 2-Jahres-Account für 9.990 Rapids zu kaufen. Ein Premium-Zugang umfasste unlimitierten Traffic und einen unlimitierten gesicherten Speicherplatz, in dem hochgeladene Dateien nicht gelöscht wurden, auch wenn sie 30 Tage lang nicht geladen wurden.
Rapids ließen sich in drei Paketen zwischen 990 und 9990 Einheiten zu Preisen zwischen 9,90 € und 99,90 € erwerben. Daraus ergab sich ein Preis pro Rapid von einem Cent. Die Bezahlung erfolgte entweder über PayPal, Paysafecard, Moneybookers, Sofortüberweisung, Onlineüberweisung, Banküberweisung in die Schweiz – die seit 2008 Mitglied im kostengünstigen Europäischen Zahlungsraum (SEPA) ist –, VISA, MasterCard, American Express, Telefonzahlung (nur beim 30-Tage-Paket/990 Rapids), oder über zertifizierte nationale Reseller. Ausserdem konnte man Gratis-Rapids bekommen, wenn man die Angebote von Deal United, Sponsorpay oder Trialpay nutzte. Dazu musste man meist in bestimmten Online-Shops einkaufen, Umfragen ausfüllen oder an Gewinnspielen teilnehmen.
Ein besonderes Merkmal stellte der so genannte Remote-Upload dar. Über ihn konnten Dateien ohne den Umweg über die Festplatte des Benutzers direkt von einem anderen Server zu Rapidshare gespiegelt werden. Über den Filemanager war eine Verwaltung der hochgeladenen Dateien möglich. Weitere unbegrenzte Features von „Rapid Pro“ waren: Downloadvolumen, Datentransfers (256-Bit-SSL-Verschlüsselung auch beim Download) und Parallel-Transfers inkl. Wiederaufnahme von abgebrochenen Downloads.Vergleich von kostenloser und kostenpflichtiger Nutzung (JPG-Grafik) Ab dem 27. November 2012 wurde das tägliche Downloadlimit für von Premium-Zugängen aus hochgeladenen Dateien auf 30 Gigabyte festgelegt; der Download von Dateien anderer Nutzer unterlag denselben Beschränkungen wie bei Benutzern ohne Account.
Download-Vergütungssystem Vom 27. August 2005 an gab es ein Vergütungssystem für hochgeladene Dateien, das ab einer Dateigrösse von 5 MByte wirksam wurde, sofern innerhalb der letzten Stunde nicht mehr als drei „RapidPoints“ vom Downloader generiert wurden. Bei jedem Download der Datei erhielt der Besitzer des dazugehörigen Collectors- bzw. Premium-Accounts einen „RapidPoint“ gutgeschrieben. Mit 10.000 dieser Punkte konnte ein neuer Account mit einer Laufzeit von einem Monat erstellt oder ein bereits bestehender Premium-Account um einen weiteren Monat verlängert werden. Es war auch möglich, sich mit Punkten über das Rewards-Programm Amazon-Gutscheine (50 € für 55.000 Free-Points + 20.000 Premium-Points) oder sonstige Gegenstände zu beschaffen., Rapidshare.com Seit 2. Juli 2008 wurden auch „RapidPoints“ gutgeschrieben, wenn der Downloader ein Premium-User ist. Zuvor konnten nur Free-User solche Punkte generieren.
Am 22. August 2009 wurde das Vergütungssystem wegen vermehrter Betrugsfälle geändert. Von nun an konnte man Premium-RapidPoints nur noch durch Erzeugen von Traffic erhalten. Für 100 MByte Traffic, den Premium-User durch Herunterladen anderer Dateien erzeugen, bekam der Premium-User, welcher die Datei hochgeladen hatte, einen Premium-RapidPoint. Free-RapidPoints wurden durch das Herunterladen einer Datei mit mindestens 5 MB erzeugt (von einem User ohne Premium-Zugang). Es konnten jedoch nur drei Free-RapidPoints pro Stunde von einem Nutzer generiert werden, wobei Premium-RapidPoints unbegrenzt sammelbar waren.