Hebstahl ist ein Stadtteil der am 1. Januar 2018 neu gegründeten Stadt Oberzent im südhessischen Odenwaldkreis.
Geographische Lage Hebstahl liegt in enger Tallage im Süden des Talzuges, der von dem Sensbach in allgemeiner Nord-Süd-Richtung durchflossen wird, eingezwängt zwischen dem 507 Meter hohen Schnuppenberg im Nordwesten und dem 480 Meter hohen Sensberg im Südosten. Nach Westen haben kleine kurze Seitentäler die Rodung einer Feldflur ermöglicht. Südlich der Ortslage verengt sich das Tal weiter und wendet sich nach Osten. Von hier an bildet der Sensbach bis zur Einmündung in die Itter die Landesgrenze zwischen Hessen und Baden-Württemberg.
Geschichte Ortsgeschichte Das Bestehen des Ortes ist unter dem Namen Hebestal seit 1366 urkundlich belegt. Hinsichtlich der Pfarrzugehörigkeit gab es um 1829 eine Trennung in Ober-Hebstahl und Unter-Hebstahl.
Hessische Gebietsreformen (1970–1977, 2018)
Am 1. Februar 1971 fusionierte die bis dahin selbständige Gemeinde Hebstahl im Zuge der Gebietsreform in Hessen freiwillig mit den Gemeinden Ober-Sensbach und Unter-Sensbach zur Gemeinde Sensbachtal, die wiederum am 1. Januar 2018 mit weiteren Gemeinden in der Stadt Oberzent aufging. Für die Orte Hebstahl, Unter- und Ober-Sensbach wurde ein gemeinsamer Ortsbezirk mit Ortsbeirat und Ortsvorsteher nach der Hessischen Gemeindeordnung gebildet.
Verwaltungsgeschichte im Überblick Die folgende Liste zeigt die Staaten und deren Verwaltungseinheiten,Bis zur Trennung der Rechtsprechung von der Verwaltung waren die Ämter und frühen Gerichte sowohl Gericht als auch Verwaltungsorgan. denen Hebstahl angehört(e):
vor 1806: Heiliges Römisches Reich, Grafschaft Erbach-Fürstenau, Amt Freienstein ab 1806: Großherzogtum Hessen (Souveränitätslande),Mediatisierung infolge der Rheinbundakte. Fürstentum Starkenburg, Amt Freienstein (zur Standesherrschaft Erbach gehörig) ab 1815: Großherzogtum HessenDas Großherzogtum Hessen war von 1815 bis 1866 Mitglied des Deutschen Bundes. Ein Staatenbund ehemaliger Territorien des Heiligen Römischen Reichs. Er gilt als gescheiterter Versuch einer erneuten Reichsgründung. (Souveränitätslande), Provinz Starkenburg, Amt Freienstein (zur Standesherrschaft Erbach gehörig) ab 1822: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Landratsbezirk ErbachTrennung zwischen Justiz (Landgericht Beerfelden) und Verwaltung. ab 1848: Großherzogtum Hessen, Regierungsbezirk Erbach ab 1852: Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1871: Deutsches Reich,Infolge Bismarcks Politik. Großherzogtum Hessen, Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1918: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen,Infolge des Ersten Weltkriegs. Provinz Starkenburg, Kreis Erbach ab 1938: Deutsches Reich, Volksstaat Hessen, Landkreis ErbachIm Zuge der Gebietsreform 1938 wurde die Provinz Starkenburg aufgelöst. ab 1945: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone,Infolge des Zweiten Weltkriegs. Groß-Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1946: Deutsches Reich, Amerikanische Besatzungszone, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1949: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach ab 1971: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Landkreis Erbach, Gemeinde SensbachtalAm 1. Februar 1971 als Ortsteil zur Gemeinde Sensbachtal. ab 1972: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Gemeinde Sensbachtal ab 2018: Bundesrepublik Deutschland, Hessen, Regierungsbezirk Darmstadt, Odenwaldkreis, Stadt OberzentAm 1. Januar 2018 als Ortsteil zur Stadt Oberzent.
Bevölkerung Einwohnerentwicklung 1829: 94 (Ober-Hebstahl), 171 (Unter-Hebstahl) Einwohner 1961: 280 evangelische (= 95,56 %), 13 katholische (= 4,44 %) Einwohner
Einwohnerstruktur 2011 Nach den Erhebungen des Zensus 2011 lebten am Stichtag dem 9. Mai 2011 in Hebstahl 267 Einwohner. Darunter waren 3 (1,1 %) Ausländer. Nach dem Lebensalter waren 45 Einwohner unter 18 Jahren, 108 zwischen 18 und 49, 57 zwischen 50 und 64 und 57 Einwohner waren älter. Die Einwohner lebten in 111 Haushalten. Davon waren 24 Singlehaushalte, 27 Paare ohne Kinder und 36 Paare mit Kindern, sowie 24 Alleinerziehende und keine Wohngemeinschaften. In 15 Haushalten lebten ausschließlich Senioren und in 72 Haushaltungen lebten keine Senioren.
Kultur Vier Wohnhäuser in Hebstahl stehen unter Denkmalschutz, darunter ein einstöckiges Wohnstallhaus von 1760 in Hanglage mit seitlicher Außentreppe, einem hohen Bruchsteinsockel und einem Wohngeschoß in konstruktivem Fachwerk als guterhaltenes Beispiel eines typischen Bauernhauses des Sensbachtals.denkmalpflege-hessen: Hebstahler Straße 25
Verkehr Für den überörtlichen Verkehr ist Hebstahl durch die Landesstraße L 3120 erschlossen, die von dem benachbarten Unter-Sensbach her kommt und dann, den Sensbach talabwärts begleitend, bei Gaimühle das Ittertal erreicht und in die L 2311 einmündet, die nach Eberbach führt.
Weblinks
Anmerkungen und Einzelnachweise Anmerkungen
Einzelnachweise Einwohnerzahlen aus dem Webarchiv
Kategorie:Ort im Odenwaldkreis Kategorie:Geographie (Oberzent) Kategorie:Ehemalige Gemeinde (Odenwaldkreis) Kategorie:Ersterwähnung 1366 Kategorie:Gemeindeauflösung 1971 Kategorie:Ort im Odenwald