Opatov v Čechách (deutsch Abtsdorf bei Zwittau) ist ein Flecken mit 1100 Einwohnern in Tschechien. Er liegt am Oberlauf der Třebovka und gehört zum Okres Svitavy (Zwittau) im Pardubický kraj.

Geographie Opatov liegt auf einer Höhe von ~450m. Die höchste Erhebung beträgt 525 m. Die umliegenden Teiche dienen der Fischzucht. Der größte Teich ist der am nördlichen Ortsausgang befindliche Hvězda (Sternteich), den die Třebovka und der aus dem kleineren Nový rybník (Neuteich) zufließende Nový potok speisen. Am südlichen Dorfende zwischen dem Nachbarort Opatovec liegt der Vidlák (Gabelteich), in den der Černý potok und der Mikulečský potok fließen.

Nachbarorte mit direkten Gemarkungsgrenzen sind Třebovice (Triebitz) im Norden, Anenská Studánka (Königsfeld und Kleinhermingsdorf) im Osten, Dětřichov u Svitav (Dittersdorf) im Südosten, Opatovec (Überdörfel) im Südwesten, Mikuleč (Nikl) und Janov u Litomyšle (Jansdorf) im Westen, sowie Semanin (Schirmdorf) im Nordwesten.

Gemeindegliederung Zur Gemeinde gehören die Ortsteile Nový Rybník (Neuteich) und Hvězda (Sternteich). Der frühere Ortsteil Královec (Königsberg) existiert nicht mehr. In Nový Rybník gibt es noch wenige Häuser und die ehemalige zerstörte Kapelle, heute eine Galerie. In Hvězda gab es ein kleines zweistöckiges Barock-Schloss, das in den 1930er Jahren zerstört wurde.

Geschichte mini| Pfarrkirche St. Antonius Opatov/Abtsdorf Herrmann (1245–1260), Abt des Prämonstratenserklosters Leitomischl, erhielt vom König Ottokar II. den Auftrag, im Schönhengstgau ein Dorf zu gründen und zu besiedeln. Es wurde Abbatis Villa „Abtsdorf“ benannt. Als Gründungsjahr wird 1248 angenommen. Die Kirche des Hl. Antonius wurde erstmals 1358 erwähnt.

In den Hussitenkriegen bekannte sich die Bevölkerung zum Utraquismus. Für 1585 ist eine Schule nachgewiesen. Im Zuge der Gegenreformation wurde Abtsdorf 1624 rekatholisiert. 1760 erhielt es das Marktrecht. 1841 vernichtete ein Feuer weite Teile der Markt-Gemeinde. 1846 wurde Abtsdorf an die Eisenbahnlinie Prag – Brünn – Wien angeschlossen. Am 25. April 1879 gründete sich die Freiwillige Feuerwehr. Im Februar 1900 wurde die Molkereigenossenschaft in der vormaligen Brauerei gegründet.

Nach dem Münchner Abkommen wurde der Ort dem Deutschen Reich zugeschlagen und gehörte bis 1945 zum Landkreis Zwittau.Karl Mittner, Damals in Abtsdorf

Abtsdorf war von seiner Gründung bis 1945 eine überwiegend von Deutschen bewohnte Gemeinde. Als Ergebnis des Zweiten Weltkriegs wurden die Bewohner gezwungen, im Juni 1945 beginnend bis 1946 ihre Heimat zu verlassen. Danach wurde Opatov durch Tschechen aus anderen Regionen der Tschechoslowakei wieder besiedelt.Karl Mittner, Damals in Abtsdorf S. 259 Vertreibung, mini| Kapelle St. Johannes Nepomuk Bürgermeister mini|Pfarrhaus Opatov/Abtsdorf seit 1850

1850–1862 Josef Peschka / Erbrichter 1862–1865 Franz Swoboda / Brauermeister 1865–1872 Josef Peschka / Freisasse 1872–1875 Anton Kraus / Müller 1875–1882 Josef Peschka / Freisasse 1882–1883 Johann Woletz / Bauer 1883–1907 Franz Peschka / Freisasse 1907–1913 Franz Woletz / Bauer 1913–1914 Rudolf Peschka / Freisasse 1914–1919 Johann Demel / Bauer 1919–1927 Johann Richter / Bauer 1927–1938 Emil Wurst / Bauer 1938–1945 Max Wilder / Kaufmann Karl Mittner, Damals in Abtsdorf S. 58 Bürgermeister seit 1850,

Persönlichkeiten Franz Peschka (1856–1908), Bürgermeister von Abtsdorf, Böhmischer Landtagsabgeordneter, Reichsratsabgeordneter, Deutscher Landsmannminister im Kabinett Beck, Gründer und Vorsitzender der Deutschen Agrarpartei

Literatur Max Peschka und Alfred Geisler, Zwittau, Druck: Buch- und Kunstdruckerei M.Morvay, 1925: Heimatbuch der Marktgemeinde Abtsdorf Karl Mittner, Hamburg, 1970: Damals in Abtsdorf

Einzelnachweise

Weblinks

Offizielle Seiten (tschechisch) Abtsdorf

Kategorie:Marktgemeinde im Sudetenland