Die Tabellen in diesem Artikel enthalten die Zahlen der weiblichen Mitglieder des Deutschen Bundestages von seinem ersten Zusammentreten im Jahr 1949 bis in die Gegenwart. Der mit der Bundestagswahl 2013 gewählte 18. Deutsche Bundestag hatte einen Frauenanteil von 36,3 %, im 2017 gewählten 19. Deutschen Bundestag sank dieser auf 31 %. Die nach Fraktionen aufgegliederte Tabelle enthält nur die Parteien, die oder deren Nachfolgeorganisationen aktuell bzw. langjährig im Deutschen Bundestag vertreten sind oder waren.
Das deutsche Grundgesetz beinhaltet den staatlichen Anspruch der Hinwirkung auf die Durchsetzung der Gleichberechtigung von Männern und Frauen (Artikel 3 (2) des Deutschen Grundgesetzes und sein Zusatz von 1994Ohne Autorennennung: Sachanalyse „Männer und Frauen sind gleichberechtigt.“ Artikel 3 (2): Gesetzeslage. In: pbnetz.de. Ohne Datum, abgerufen am 8. Dezember 2019.). Um den Frauenanteil im Parlament zu erhöhen, sind in einigen Parteien Quotenregelungen vorhanden, in anderen Parteien aber umstritten (vergleiche auch Frauenanteile in deutschen Parteien).Christine Dössel: Die Frauenquote in der Politik: Teile und herrsche. In: Süddeutsche Zeitung. 27. Januar 2005 (online auf sueddeutsche.de).
Frauenanteil des Deutschen Bundestags seit 1949 (gesamt) mini|hochkant=1.5|Anzahl weiblicher und männlicher Mitglieder im deutschen Bundestag zwischen 1949 und 2016; die Werte innerhalb einer Legislaturperiode sind interpoliert
Die folgende Tabelle gibt den Anteil der Frauen sowohl in Prozentsätzen (Anteil an der Zahl aller Bundestagsabgeordneten) als auch in absoluten Zahlen der weiblichen Bundestagsabgeordneten wieder. Zudem ist die jeweilige Gesamtzahl der Abgeordneten aus allen 17 Legislaturperioden aufgeführt (vergleiche auch die Statistiken zu Frauen im Bundestag). Wo verfügbar sind die Zahlen zu Beginn und zum Ende der einzelnen Wahlperiode angegeben. Die Zahlen der weiblichen Abgeordneten steigen zum Ende der jeweiligen Wahlperiode typischerweise leicht an, ohne dass eine Erklärung dieses Umstands ohne Weiteres auf der Hand liegt. Als eine mögliche Ursache kommt eine vermehrte Platzierung von Frauen auf den ungünstigeren hinteren Listenplätzen in Betracht, welche im Fall während der Wahlperiode ausgeschiedener Abgeordneter ins Parlament nachrücken.Hannelore Mabry: Unkraut ins Parlament: Die Bedeutung weiblicher parlamentarischer Arbeit für die Emanzipation der Frau. 2., aktualisierte Auflage (Reprint). Andreas Achenbach, Giessen/Lollar 1974, S. 44.
Der Liste liegt bis einschließlich zur 14. Wahlperiode die Arbeit von Michael F. Feldkamp und Christa Sommer Parlaments- und Wahlstatistik des Deutschen Bundestages 1949–2002/03 von 2003 zugrunde;Michael F. Feldkamp, Christa Sommer: Parlaments- und Wahlstatistik des Deutschen Bundestages 1949-2002/03. Herausgegeben vom Deutschen Bundestag Referat Öffentlichkeitsarbeit, Berlin 31. Juli 2003, S. 16 (PDF; 121,91 kB auf bundestag.de). ab der 15. Wahlperiode ist die Dokumentation Deutscher Bundestag 1994 bis 2014: Parlaments- und Wahlstatistik für die 13. bis 18. Wahlperiode aus der Zeitschrift für Parlamentsfragen die Quelle:Michael F. Feldkamp: Deutscher Bundestag 1994 bis 2014: Parlaments- und Wahlstatistik für die 13. bis 18. Wahlperiode. In: Zeitschrift für Parlamentsfragen. Heft 1, 2014, S. 3–16 (PDF: 516 kB, 14 Seiten auf zparl.nomos.de).
Wahlperiode Beginn der Wahlperiode Ende der Wahlperiode Frauen % Frauen Mitglieder Frauen % Frauen Mitglieder 1. Bundestag 1949–19536,8 %284109,0 %38420 2. Bundestag 1953–19578,8 %4550910,0 %52519 3. Bundestag 1957–19619,2 %485199,4 %49 519 4. Bundestag 1961–19658,3 %435219,4 %49 521 5. Bundestag 1965–19696,9 %365187,9 %41 518 6. Bundestag 1969–19726,6 %345186,2 %32 518 7. Bundestag 1972–19765,8 %305186,9 %36 518 8. Bundestag 1976–19807,3 %385187,9 %41 518 9. Bundestag 1980–19838,5 %445198,7 %45 519 10. Bundestag 1983–19879,8 %5152010,0 %52 520 11. Bundestag 1987–199015,4 %8051917,8 %118663 12. Bundestag 1990–199420,5 %13666221,6 %143 662 13. Bundestag 1994–199826,2 %17667226,9 %181 672 14. Bundestag 1998–200230,9 % 20766931,7 %211665 15. Bundestag 2002–200532,5 %19660333,9 %204601 16. Bundestag 2005–200931,6 %19461431,8 %194611 17. Bundestag 2009–201332,8 %20462233,4 %207620 18. Bundestag 2013–201736,5 %23063137,3 %235630 19. Bundestag 2017–202130,7 %21870931,6 %224708 20. Bundestag 2021–202534,8 %25673635,6 %26173321. Bundestag 2025–32,4 %204630630
Frauenanteil des Deutschen Bundestags seit 1949 nach Fraktionen/Gruppen Wo nicht anders durch Einzelnachweise gekennzeichnet, liegt der folgenden Tabelle die Arbeit von Michael F. Feldkamp und Christa Sommer Parlaments- und Wahlstatistik des Deutschen Bundestages 1949-2002/03 aus dem Jahr 2003 zugrunde. Grundsätzlich können die Zahlen aufgrund möglicher Änderungen der Mandatsstruktur (Ausscheiden, Tod, Nachrücken von Abgeordneten) je nach Zeitpunkt der Erhebung in verschiedenen Quellen variieren:
Wahlperiode CDU/CSU FDP SPD Grüne, ab 12. WP B' 90/Die Grünen PDS, ab 16. WP Die Linke AfD Frauen% Zahl Frauen% Zahl Frauen% Zahl Frauen% Zahl Frauen% Zahl Frauen% Zahl 1. Bundestag 1949–1953 7,7 % 11 0 % 0 9,6 % 13 – – – – – – 2. Bundestag 1953–1957 7,6 % 19 5,7 % 3 13,0 % 21 – – – – – – 3. Bundestag 1957–1961 7,9 % 22 7,0 % 3 12,2 % 22 – – – – – – 4. Bundestag 1961–1965 7,2 % 18 6,0 % 4 10,3 % 21 – – – – – – 5. Bundestag 1965–1969 6,0 % 15 4,0 % 2 8,8 % 19 – – – – – – 6. Bundestag 1969–1972 5,6 % 14 6,5 % 2 7,6 % 18 – – – – – – 7. Bundestag 1972–1976 6,4 % 15 4,8 % 2 5,4 % 13 – – – – – – 8. Bundestag 1976–1980 7,5 % 19 10,0 % 4 6,7 % 15 – – – – – – 9. Bundestag 1980–1983 7,6 % 18 13,0 % 7 8,3 % 19 – – – – – – 10. Bundestag 1983–1987 6,7 % 17 8,6 % 3 10,4 % 21 35,7 % 10 – – – – 11. Bundestag 1987–1990 7,7 % 18 12,5 % 6 16,1 % 31 56,8 % 25 – – – – 12. Bundestag 1990–1994 13,8 % 44 20,3 % 16 27,2 % 65 37,5 % 3 47,1 % 8 – – 13. Bundestag 1994–1998 13,9 % 41 17,0 % 8 33,7 % 85 59,2 % 29 43,3 % 13 – – 14. Bundestag 1998–2002 18,4 % 45 20,9 % 9 35,2 % 105 57,4 % 27 58,3 % 21 – – 15. Bundestag 2002–2005 23,0 % 57 21,3 % 10 37,9 % 95 58,2 % 32(100 %*) (2*) – – 16. Bundestag 2005–2009 19,9 % 45 24,6 % 15 36,0 % 80 56,9 % 29 46,3 % 25 – – 17. Bundestag 2009–2013 19,0 % 45 25,8 % 24 39,0 % 57 52,9 % 36 55,3 % 42 – – 18. Bundestag 2013–2017von jeweils Abgeordneten insgesamt: 311 (CDU/CSU), 192 (SPD), 64 (Die Linke), 63 (Bündnis 90/Die Grünen); Deutscher Bundestag: In: Bundestag.de. Stand: Oktober 2013, abgerufen am 13. Januar 2020. 24,8 % 77 – – 42,2 % 81 55,6 % 35 56,3 % 36 – – 19. Bundestag 2017–2021 19,9 % 49 22,5 % 18 41,8 % 64 58,2 % 39 53,6 % 37 10,8 % 10 20. Bundestag 2021–2025 23,4 % 46 23,9 % 22 41,7 % 86 59,3 % 70 53,8 % 21 13,3 % 1121. Bundestag 2025–23,1 %48––41,7 %5061,2 %5256,2 %3611,8 %18 *Den in der 15. Wahlperiode lediglich zwei Abgeordneten der PDS, Petra Pau und Gesine Lötzsch, die über ein Direktmandat einzogen, wurde kein Gruppenstatus zuerkannt
2017 lag der Frauenanteil bei drei Bundestagsfraktionen (Grüne, Linke, SPD) deutlich über dem Frauenanteil der jeweiligen Parteimitglieder, bei der FDP nahezu gleichauf und bei zwei Fraktionen (CDU/CSU, AfD) unter dem Frauenanteil der zugehörigen Parteimitglieder. mini|hochkant=1.6|Frauenanteil im deutschen Bundestag zwischen 1949 und 2016 nach Fraktionen; Änderungen während einer Legislaturperiode sind unberücksichtigt
Nichtbinäre Personen im Bundestag Seit August 2025 hat der Bundestag erstmals ein nichtbinäres Mitglied: Lisa Schubert, durch Nachrücken für Uwe Foullong (beide Die Linke).
+ Geschlechterverteilung im Bundestag (Stand: September 2025) Frauen Nichtbinäre Männer Gesamt 205 1 424 630 32,54 % 0,16 % 67,3 % 100 %
Siehe auch Filmdokumentation Die Unbeugsamen, 2010 Frauenanteil im Militär Geschlechterverteilung im Artikel Reichstag (Weimarer Republik) Frauenanteil in deutschen Landesparlamenten (Abschnitt im Artikel Landesparlament)
Literatur
2020: Torsten Körner: In der Männerrepublik: Wie Frauen die Politik eroberten. Kiepenheuer & Witsch, Köln Februar 2020, ISBN 978-3-462-05333-3 (zu Politikerinnen aller Parteien, die sich während der Bonner Republik im Bundestag durchsetzten). 2003: Michael F. Feldkamp, Christa Sommer: Parlaments- und Wahlstatistik des Deutschen Bundestages 1949-2002/03. Herausgegeben vom Deutschen Bundestag Referat Öffentlichkeitsarbeit, erlin 31. Juli 2003 (PDF: 121 kB auf bundestag.de). 1997: Gisela Helwig: Weg zur Gleichberechtigung. In: Informationen zur politischen Bildung. Heft 254: Frauen in Deutschland, 1997, Kapitel Neubeginn, Abschnitt Gleichberechtigungsgebot.
Weblinks Aktuelle internationale Situation: Inter-Parliamentary Union: Women in National Parliaments. Situation as of 31 October 2009. Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend: Gender Datenreport. 6.2 Geschlechtsspezifische Verteilung der Parlamentssitze und Ministerämter im europäischen Vergleich. Deutscher Bundestag, Datenhandbuch, Kapitel 3.6 Weibliche Abgeordnete PDF 107 kB Republik Österreich – Parlament: Entwicklung des Frauenanteils im Nationalrat.
Einzelnachweise Deutscher Bundestag: In: Bundestag.de. Stand: Juni 2011, abgerufen am 13. Januar 2020. Deutscher Bundestag (Archiv): Abgeordnete der 16. Wahlperiode, Zusammensetzung Frauen und Männer. In: bundestag.de. 6. Februar 2007, abgerufen am 13. Januar 2020.Anmerkung: Die Prozentsätze wurden mit der hier genannten Fraktionstärke berechnet.
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